Nach vielen Jahren des Stillstandes geht es nun mit dem Roten Ochsen in Dinkelsbühl voran. Die ehemalige Brauereigaststätte in der Altstadt soll grundsaniert werden. Zudem sollen in dem Bauwerk 21 Wohnungen geschaffen werden. Dies gab Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer in der Bauausschusssitzung bekannt.
Die Baugenehmigung für das Vorhaben liegt bereits seit dem Jahr 2022 vor. Ursprünglich waren jedoch nur 17 Wohneinheiten sowie neun Stellplätze im Gebäude vorgesehen. Gerade die angespannte Parkplatzsituation hatte damals für erheblichen Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Es wurden Unterschriften gegen das Projekt gesammelt, auch im Bauausschuss wurde die Problematik intensiv diskutiert.
Nun zeichnet sich laut Hammer eine Lösung ab: In unmittelbarer Nähe des Roten Ochsen befindet sich eine bislang „kaum genutzte” und „stark sanierungsbedürftige” Tiefgarage im Besitz des Landkreises Ansbach. Von den insgesamt 36 Stellplätzen hat die Stadt Dinkelsbühl derzeit für 27 ein Nutzungsrecht. Aktuell laufen Verhandlungen, diese Tiefgarage an den neuen Eigentümer des Roten Ochsen zu veräußern, so der Rathauschef. Mit dieser Lösung seien ausreichend Stellplätze vorhanden. Die geplanten neun Parkplätze im Gebäude seien dann nicht mehr notwendig.
Die Kosten für die notwendige Sanierung der Garage bezifferte der Oberbürgermeister auf rund 600.000 bis 700.000 Euro. Etwa 75 Prozent dieser Summe müsste die Stadt tragen. Nach einer möglichen Übernahme würde die Verantwortung für die Anlage auf den neuen Eigentümer übergehen.
Trotz grundsätzlich positiver Haltung zum Gesamtprojekt äußerten Mitglieder des Bauausschusses Kritik. Stadtrat Paul Beitzer (SPD) bemängelte insbesondere die Vorgehensweise der Verwaltung. Die Baugenehmigung sei erteilt worden, ohne dass die Parkplatzfrage abschließend geklärt gewesen sei. Zudem habe der Bauausschuss keine ausreichende Information über nachträgliche Änderungen erhalten.
Grünen-Stadtrat Alexander Bromberger stellte die Frage, was geschehe, falls die Verhandlungen zur Tiefgarage scheitern sollten. In diesem Fall, so Hammer, wäre das gesamte Vorhaben voraussichtlich nicht umsetzbar. Der Oberbürgermeister zeigte sich jedoch optimistisch, dass eine Einigung erzielt werden kann.
Sobald die Gespräche mit dem Landkreis abgeschlossen sind, soll der Bauausschuss über die Ergebnisse informiert werden, sagte der Rathauschef abschließend.