Rokoko-Festspiele im Hofgarten von Ansbach: Das ist geboten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.06.2025 17:16

Rokoko-Festspiele im Hofgarten von Ansbach: Das ist geboten

Getanzt wird natürlich auch bei den Rokoko-Festspielen in diesem Jahr, doch zum 75. Geburtstag gibt es mannigfache weitere Angebote. Dafür wurden etliche Kooperationspartner eingebunden. (Archivfoto: Lara Hausleitner)
Getanzt wird natürlich auch bei den Rokoko-Festspielen in diesem Jahr, doch zum 75. Geburtstag gibt es mannigfache weitere Angebote. Dafür wurden etliche Kooperationspartner eingebunden. (Archivfoto: Lara Hausleitner)
Getanzt wird natürlich auch bei den Rokoko-Festspielen in diesem Jahr, doch zum 75. Geburtstag gibt es mannigfache weitere Angebote. Dafür wurden etliche Kooperationspartner eingebunden. (Archivfoto: Lara Hausleitner)

Die Rokoko-Festspiele werden 75 Jahre alt, und zum Jubiläum wird mächtig und prächtig gefeiert: nicht nur ein Wochenende, sondern zehn Tage lang. Geboten sind neben historischen Tänzen im Hofgarten auch Vorträge, Konzerte, Tanztheaterprojekte, Sonderführungen, Kutschfahrten, Fechtduelle, ein Casino-Abend in der Orangerie und vieles mehr.

Die Rokoko-Festspiele seien „kein Event“, heißt es einleitend im von der Stadt herausgegebenen Programmheft. Vielmehr könnten die Besucher der vielfältigen Veranstaltungen „das Erbe Ansbachs“ kennenlernen und erleben, dass die Markgrafenzeit „mehr war als ein ferner, farbenfroher Traum“.

Erinnerung an den einstigen Regenten

1949 wurde der Heimatverein Ansbach gegründet mit dem Ziel, an die Zeit des Rokoko und ans höfische Leben unter dem ebenso kunstsinnigen wie aufbrausenden Regenten Carl Wilhelm Friedrich zu erinnern. „1950 fanden erste Hoffeste mit Tänzen, Spielen und Feuerwerk statt. Im Laufe der Jahre entwickelte der Verein die Festspiele zu einem kulturellen Highlight“, so die Veranstalter. „Ein Herzstück sind die mit Hingabe einstudierten Tänze der Rokoko-Tanzgruppe. Auch die Kostüme, deren Stoffe, filigrane Spitzen und Verzierungen das Bild der Rokoko-Festspiele prägen, sind ein Verdienst des Heimatvereins.“

Bei der großen Jubiläumsfeier sind allerdings zahlreiche weitere Akteure und Kooperationspartner mit von der Partie: professionelle Tänzerinnen und Tänzer, Musikerinnen und Musiker, Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Experten für bildende Kunst, Architektur, Literatur und bibliophile Schätze.

Am Marktplatz tummeln sich Tänzer, Sänger und Gaukler

Auftakt der Spiele ist am Freitagabend um 19 Uhr die Eröffnung der Ausstellung „Rokokissimo“ im Kunsthaus Reitbahn 3: Zu erleben sind dort sowie in der Gotischen Halle des Stadthauses und in der Gumbertuskirche Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich mit der opulenten Formensprache des Rokoko auseinandersetzen.

Am Samstag, 28. Juni, tummeln sich vormittags Tänzer, Sänger und Gaukler auf dem Marktplatz, während im Kunsthaus bei einer Aktion für Familien Fayencen gestaltet werden können. Um 14 Uhr öffnet das Domizil des Heimatvereins in der Turnitzstraße 20 seine Pforten: Der Kostümfundus kann besichtigt werden, und es wird vorgeführt, wie ein Rokokogewand korrekt zu schnüren ist. Am Samstagabend wartet dann das Ensemble Sonat Vox mit Musik der Barockzeit und einer Lichtinstallation in der Johanniskirche auf.

Nicht nur zuschauen, sondern mitmachen und -tanzen

Das Programm an den Folgetagen ist dicht: Es reicht von einer literarischen Matinee im Zeichen der galanten Epoche und Sonderführungen in der Residenz etwa zu den berühmten Markgrafen-Pferden oder zum Thema Tischkultur im 18. Jahrhundert bis zum Teekonzert im Hofgarten und zu Tanzshows im Citrushaus mit historischen Bezügen.

Bei Vorträgen geht es zum Beispiel um die Geschichte des Balletts, um die mit Ansbach eng verbundenen Künstler-Familien Retti und Carlone, um Speisen der Barockzeit oder um Verbindungen zwischen barocker Architektur in Paris, Rom und Ansbach. In einer „performativen Diskussion“ steht das ambivalente Verhältnis der Ansbacher Bürger zu ihrer Stadt im Zentrum; hierbei wird vergangenen Entwicklungen der Stadt nachgespürt und der Blick auf Visionen für die Zukunft gerichtet.

Lust auf einen Crash-Kurs für Rokokotänze? Oder auf einen Rokoko-Casino-Abend in der Orangerie mit historischen Glücksspielen? Auch das ist möglich bei dem Jubiläumsfest. Wer mag, erkundet außerdem die staatliche Bibliothek an der Reitbahn und die historische Bibliothek im Gymnasium Carolinum, wo es neben uralten Büchern auch einen Narwalzahn zu sehen gibt – ein Objekt aus dem fürstlichen Kuriositätenkabinett. Im Trauzimmer des Standesamtes werden Passagen aus Liebesbriefen des 18. Jahrhunderts vorgetragen.

Friedrich der Große beim Lichterfest

Markgraf Carl Wilhelm Friedrich und seine Gemahlin Friederike Luise liebten sich zwar nicht, doch darum geht’s nur am Rande beim Höhepunkt der Rokokospiele am Samstag, 5. Juli: Das Herrscherpaar bekommt noblen Besuch; Friedrich der Große, König in Preußen und Bruder der Markgräfin, ist ab 21 Uhr zu Gast beim Lichterfest im Hofgarten.

Am Sonntag, 6. Juli, wird nach einem Festgottesdienst in St. Gumbertus rauschend weitergefeiert: Das Veranstaltungsformat „Fürstliche Gartenlust“ hat Tradition und bietet ab 14 Uhr Aktionen für die ganze Familie – von Kutschfahrten, Jagdtreiben, Hütchenspielen und Tänzen bis zum Kindertheater. Gäste in historischer Gewandung zahlen für die mannigfaltigen Lustbarkeiten im Hofgarten keinen Eintritt.

Sämtliche Termine und weitere Informationen finden Sie hier.


Lara Hausleitner
Lara Hausleitner
Redakteurin für Lokales und Kultur - und Reisende aus Leidenschaft.

"I have never written a word that did not come from my heart. I never shall."
Nellie Bly
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