Im Römerpark Ruffenhofen öffnet sich ein weiteres Fenster zur römischen Geschichte. An markanten Stellen des Areals wurden vier Archäoskope aufgestellt. Sie ermöglichen einen Blick ins damalige Römerleben. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.
Das Archäoskop ist eine Art Feldstecher. Blickt man hindurch, sieht man Bilder vergangener Tage. Auf dem Aussichtshügel beispielsweise sieht man das gesamte römische Ruffenhofen. Die weiteren Exemplare Bilder eines bunten Marktplatztreibens, das gesamt, seit 1800 Jahren bestehende Kastell und einen privaten Gartenbereich der Römer mit „Hinterhofblick“.
Landeskonservatorin Dr. Stefanie Berg vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Koordinator Archäologische Welterbestätten Dr. Markus Gschwind, Karl Fickel als Vorsitzender des Zweckverbands Römerpark und Museumsleiter Dr. Matthias Pausch testeten den Rundgang zu den Archäoskopen selbst. Pausch betonte dabei seine Freude über das gelungene Projekt.
Lange sei diese Visualisierung des römischen Lebens auf der Wunschliste des Museumsleiters gewesen. Begeistert ist Pausch besonders von der schnellen Umsetzung: Ende September vergangenen Jahres wurde das Projekt vorgestellt; nach Ausschreibung und fachlicher Abklärung wurden die Archäoskope am 8. April auf den Fundamenten aufgestellt. Der Gesamtaufwand wurde auf 42.000 Euro bei einer 90-prozentigen Förderung vom Landesamt für Denkmalpflege beziffert.
Für Stefanie Beck sind das Limeseum und der Römerpark „etwas ganz Besonderes“. Sie erkenne durch die Aktionen und Sonderausstellungen eine dynamische Entwicklung. Der Römerpark Ruffenhofen sei somit ein herausragender Ort am Obergermanisch-Raetischen Limes für wissenschaftliche, geschichtliche und touristische Vermittlung.
Römische Geschichte erlebbar zu machen, werde hier seit über 20 Jahren umgesetzt. Für Markus Gschwind ist das in den Archäoskopen verwendete Bildmaterial von allerhöchster Qualität. Gschwind sprach von einer virtuellen Realkonstruktion.
Dr. Stefanie Berg ist nach den Blicken durch die Archäoskope begeistert: Man höre förmlich die Händler auf dem Marktplatz, spüre die Stimmung und erlebe das Treiben im Kastell oder Lagerdorf, befand sie.
Seitlich am Rädchen drehen, dann durch das Okular blicken und schon eröffnet sich eine lebendige Römerzeit. Ein passendes Geschenk für das Jubiläum 20 Jahre Welterbe Limes, hieß es beim Rundgang zu den vier Standorten.