Richtung Osten lange Wartezeiten: Dominik Polster ist Fernfahrer | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.06.2024 11:00

Richtung Osten lange Wartezeiten: Dominik Polster ist Fernfahrer

Lkw-Fahrer Dominik Polster ist europaweit für die Spedition Bauer unterwegs. (Foto: Spedition Bauer)
Lkw-Fahrer Dominik Polster ist europaweit für die Spedition Bauer unterwegs. (Foto: Spedition Bauer)
Lkw-Fahrer Dominik Polster ist europaweit für die Spedition Bauer unterwegs. (Foto: Spedition Bauer)

Ist Europa wirklich grenzenlos? Das hängt davon ab, an welcher Grenze man wartet, lässt Fernfahrer Dominik Polster durchblicken.

„Ich transportiere alles, was unter die Plane geht“, erzählt Dominik Polster. Häufig bringt er Baustoffe von A nach B. Dabei ist er meist auf deutschen Straßen unterwegs, aber immer wieder bekommt die Spedition auch Aufträge fürs europäische Ausland, darunter sind vor allem Transporte nach Österreich oder Holland. Spannend werden kann es schon bei einer Fahrt über Österreich nach Italien.

Die Lkws stauen sich kilometerlang

„Die Tiroler bringen immer wieder andere Gesetze heraus und das auf die Schnelle“, verrät Polster. Einmal durfte er zu einer bestimmten Tageszeit nicht auf die Brennerautobahn. „Das hat von uns keiner gewusst“, bemerkt er. Denn die Regelung galt erst seit wenigen Wochen.

An den Grenzen werden Ausweis- und Ladungspapiere kontrolliert, manchmal muss er auf die Waage fahren. Dabei wird geprüft, ob der Lkw überladen ist. Doch Grenze ist nicht gleich Grenze, weiß der 37-Jährige. „Die EU ist eigentlich gar kein Problem, außer im Osten. Da hat man lange Wartezeiten.“ Die Lkws stauen sich kilometerlang, berichtet er. „Teilweise stehen die Leute da zwölf oder 13 Stunden.“

Er selbst hatte Glück bei seiner ersten Fahrt nach Rumänien und Bulgarien, beides EU-Länder, im vergangenen Dezember. Weil es sich um einen Nato-Transport für die US-Armee handelte, durfte er – wie sonst nur Vieh- und Kühltransporter – an den anderen Lastern vorbeifahren. „Da waren die Kollegen natürlich auch nicht begeistert.“

Vorzeichen von Korruption

Auf dieser Fahrt nahm er auch die Vorzeichen von Korruption wahr: „Man merkt auf der Waage: Je weiter man Richtung Osten kommt, umso schwerer wird komischerweise der Lkw.“ Er vermutet, dass das Nato-Label ihn vor einer höheren Geldforderung bewahrt hat.

Ob er wählen geht bei der EU-Wahl? „Ja, auf jeden Fall“, sagt Dominik Polster. „Man kann vielleicht doch ein bisschen daran mitwirken, was in Europa passiert.“

Zur Person

Fernfahrer Dominik Polster (37) aus Wattenbach bei Lichtenau fährt seit vier Jahren für die Merkendorfer Spedition Bauer. Als Lkw-Fahrer arbeitet er seit 2016, zunächst für eine kleinere Spedition. Davor verbrachte der gelernte Raumausstatter acht Jahre bei der Bundeswehr.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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