Mit feuchten Augen und einem Verband um die verletzte rechte Hand hat Union Berlins Torwart Matheo Raab auf sein verrücktes Bundesliga-Debüt reagiert. „Ich bin einfach nur unheimlich glücklich. Scheiß auf die Hand“, sagte der 27-Jährige im TV-Interview bei DAZN mit stockender Stimme nach Unions 1:0-Auswärtssieg beim SC Freiburg: „Ich habe so lange auf den Moment gewartet, den wollte ich mir nicht nehmen lassen.“
Beim Stand von 1:0 hatte sich der Vertreter des verletzten Stammkeepers Frederik Rönnow in der Nachspielzeit bei einem Luftzweikampf mit dem Freiburger Bruno Ogbus an der Hand verletzt. „Ich habe in dem Moment nur noch Schmerzen gespürt. Wir konnten nicht mehr wechseln, ich wollte die paar Minuten irgendwie auch noch zu Ende spielen“, sagte Raab. „Nützt nichts, auf die Zähne beißen und irgendwie den Handschuh wieder anziehen und das Ding über die Bühne bringen.“
Dass er in der elften Minute der Nachspielzeit mit eben jener verletzten rechten Hand sogar noch einen Distanzschuss von SC-Profi Niklas Beste stark parierte und Union somit den Sieg rettete, passte zu diesem Abend. „Ja, sieht schön aus“, sagte Raab beim Anblick der Szene am Monitor. Was ihm geholfen habe? „Adrenalin und unbedingter Wille, der Mannschaft helfen zu wollen.“
Allerdings droht dem Torwart nun ein längerer Ausfall. „Es sieht nicht so gut aus“, sagte Raab. Am Montag werden nähere Untersuchungen folgen. Als Profi des Hamburger SV hatte sich der Torwart 2024 ebenfalls an der rechten Hand verletzt und war nach einer notwendigen Operation monatelang ausgefallen. Diesmal sei aber „ein anderer Knochen“ betroffen, erklärte der Fußballer.
Union Trainer Steffen Baumgart, der Raab nach dem Schlusspfiff anerkennend und auch tröstend in den Arm genommen hatte, war stolz auf seinen Schlussmann. „Er ist ein absoluter Typ“, sagte Baumgart. Raab habe „Charakter gezeigt“.
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