Repräsentativer Hof wohlhabender Bauern in Hemmersheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.05.2024 12:00

Repräsentativer Hof wohlhabender Bauern in Hemmersheim

Ein steinernes Zeichen des Selbstbewusstseins einer Landwirtsfamilie ist dieser Bauernhof in Hemmersheim, dessen Sanierung in diesem Jahr vom Bezirk Mittelfranken prämiert wurde. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Ein steinernes Zeichen des Selbstbewusstseins einer Landwirtsfamilie ist dieser Bauernhof in Hemmersheim, dessen Sanierung in diesem Jahr vom Bezirk Mittelfranken prämiert wurde. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)
Ein steinernes Zeichen des Selbstbewusstseins einer Landwirtsfamilie ist dieser Bauernhof in Hemmersheim, dessen Sanierung in diesem Jahr vom Bezirk Mittelfranken prämiert wurde. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Julia Krieger)

Zehn vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Die FLZ stellt sie in loser Folge vor.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden im Ochsenfurter und im Gollachgau repräsentative Bauernhöfe als Massivbauten, bei denen die verwendeten Steine sichtbar sind. Vor allem die Wohnhäuser der Gehöfte spiegeln in Gestalt und mit ihrer historisierenden Bauornamentik wieder, dass es den Bauern in dieser Gegend, die bis heute eine ertragreiche Kulturlandschaft ist, damals besonders gut ging.

Ein nahezu vollständig überliefertes Musterbeispiel für diesen spezifischen Baustil in der Region ist nach Einschätzung von Anke Schlecht vom Bezirk Mittelfranken das Anwesen in der Hemmersheimer Dorfstraße 67 mit seinem aus örtlichem Muschelkalkstein gemauerten, zweigeschossigen Wohnhaus sowie den dazugehörigen Nebengebäuden inklusive dem das Ensemble abschließenden Hoftor.

Verzierungen in Sandstein

Auf der Traufseite zur Straße hin mit dem ehemaligen Haupteingang und an der zum Hofplatz gerichteten Giebelseite wird der Satteldachbau durch Zierformen in Werksandstein an den Ecken, Fensterrahmungen und Fensterbänken akzentuiert. Die Inschrift im Rundbogengiebel und Architrav über der Tür verweist jeden Vorbeikommenden auf die Bauherrin – damals keine Selbstverständlichkeit – des Gebäudes: „Erbaut von Elisabeth Düll 1894“. Die zeitgleich entstandenen, rückwärtigen Wirtschaftsgebäude werden hingegen mit „Leonhard Düll 1894“ bezeichnet. In besonderer Weise komme hier das Selbstbewusstsein einer Bäuerin und eines Bauers zum Ausdruck, die stolz gewesen seien auf den gemeinsamen Neubau von Haus und Hof, schreibt Anke Schlecht in ihrer Laudatio.

Erhaltene Dachziegel auf Sichtseite verbaut

Eine umsichtige Sanierung der Au᠆ßenfassade, die auch den Dachstuhl einbezog, behob 2021 die bestehenden Schäden am sichtbaren Naturstein. Bei der Neueindeckung des Daches wurde darauf geachtet, die erhaltenen Ziegel auf der Sichtseite zu verbauen. Dabei festigte man auch die antikisierenden Firstziegel neu.

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Denkmalgerechte Holzfenster, die aufgearbeitete Haustür sowie die wieder mit einem Geländer ergänzte Treppenanlage werten die Fassadenwirkung enorm auf. Eine durch die Vordertür inspirierte Schreinerarbeit ersetzt am hofseitigen Eingang eine unpassende Tür aus Aluminium und Glas.

Das sehenswerte Ergebnis der aufwendigen Maßnahme, in die viel Eigenleistung floss, kann als Vorbild auf die weitere Umgebung wirken. „Definitiv darf man hier ein zweites Mal stolz sein auf das gemeinsam Erreichte“, meint die Expertin des Bezirks zur Begründung der Auszeichnung.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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