Reit- und Fahrverein Neustadt: Anlage wird umfunktioniert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.04.2024 09:36

Reit- und Fahrverein Neustadt: Anlage wird umfunktioniert

Den ehemaligen Dressurplatz hat der neue Pächter Julius Ehinger bereits zum Springplatz umfunktioniert. Immer mit dabei: Hündin Lotte. Im Hintergrund posiert Reiterin Lisa Engel auf „Le Vagabond“. (Foto: Anita Dlugoß)
Den ehemaligen Dressurplatz hat der neue Pächter Julius Ehinger bereits zum Springplatz umfunktioniert. Immer mit dabei: Hündin Lotte. Im Hintergrund posiert Reiterin Lisa Engel auf „Le Vagabond“. (Foto: Anita Dlugoß)
Den ehemaligen Dressurplatz hat der neue Pächter Julius Ehinger bereits zum Springplatz umfunktioniert. Immer mit dabei: Hündin Lotte. Im Hintergrund posiert Reiterin Lisa Engel auf „Le Vagabond“. (Foto: Anita Dlugoß)

Die Anlage des Reit- und Fahrvereins Neustadt im Hasengründlein hat einen neuen Pächter: Der 29-jährige Julius Ehinger übernahm sie zum 1. März. Mit dem erfolgreichen Springreiter und ausgebildeten Pferdewirt wird sich der Stil in Stall und Gelände komplett ändern. Auch der Name wird neu.

Auf das ehemalige „Pferdezentrum Neustadt“ folgt nun der „Turnierstall Ehinger“. Wenn Fußgänger im Lohmühlenweg spazieren gehen, können sie nun Sportpferde bewundern. Nur knapp ein Jahr taten auch Therapiepferde ihren Dienst.

Julius Ehinger hat das Pferdegen buchstäblich im Blut. Seine Eltern betreiben in Pflaumloch bei Nördlingen ein Gestüt für Deutsche Springpferde. Die Mutterstuten und die Fohlen werden dort gehalten und herangezogen. Nach Neustadt mitgebracht hat der gebürtige Schwabe 15 dieser edlen Tiere.


Man muss weit schauen, bis man so etwas findet.

Julius Ehinger

Etwa ebenso viele Einstellpferde übernahm er von der Vorgängerin Michaela Hohlstein, die unter anderem therapeutisches Reiten angeboten hatte. „So etwas oder Kinderreiten wird es nicht geben“, stellt Ehinger klar. Der Pferdefreund hat sich in erster Linie dem Springreiten verschrieben. Und vorerst braucht das Team alle Kraft zum Aufbau von etwas ganz Neuem. Als Ehinger – er lebt mit seiner Partnerin im Markt Nordheimer Ortsteil Herbolzheim – erfuhr, dass die Anlage in Neustadt frei wird, da fackelte er nicht lange. „Zwei Reithallen, mehrere große Plätze, viele Ausläufe für alle Pferde in den 25 Allwetterpaddocks und eine rund vier Hektar große Weidefläche gibt es hier. Man muss weit schauen, bis man so etwas findet“, weiß er. Auch das Umfeld mit Natur und Häusern sagte ihm sehr zu.

Den alten Dressurplatz hat der neue Pächter bereits zum Springplatz umfunktioniert. Nach und nach will er die Anlage auf Vordermann bringen: Hier ein neuer Zaun, dort die Reparatur der Bahn-Umrandung. Wo er hinsieht, ist Arbeit.

Neben der Liebe zu Pferden und deren professioneller Pflege und Aufzucht – Ehinger hat seine Ausbildung an der Sportschule der Bundeswehr absolviert – kann der Schwabe auch sportliche Erfolge vorweisen. So hat er sich für die Deutsche Meisterschaft im Springreiten qualifiziert. Diese findet heuer im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) statt. „Ob ich hinfahre, weiß ich noch nicht“, sinniert er. Denn die Neustädter Anlage fordere ihren Tribut. Bei der Bundeswehr und in zahlreichen Ställen in Deutschland und den Niederlanden hatte er einen Einblick in hohe Standards erhalten. Zudem soll sich die Anlage in der Hans-Böckler-Straße „schön nach außen präsentieren“, betont Ehinger.

Das Areal gehört dem Reit- und Fahrverein Neustadt und ist „kein Privatstall, sondern für die Öffentlichkeit“, betont der Pferdewirt. Vom Unterricht im Springreiten bis hin zu Dressurlehrgängen möchte er sich aufstellen. „Wir wollen, dass wieder Leben auf die Anlage kommt“, spricht er im Namen seines Teams.

Nach einem Monat ist bereits einiges angelaufen: Neben den bisherigen Reiterinnen und Reitern trainieren einige Auswärtige auf dem neuen Springplatz. Eine davon ist Franziska Köhn aus Bopfingen – sie ist mit ihren drei Pferden für einen Monat nach Neustadt gekommen und übernachtet auch im Landkreis.


Mein größter Traum ist es, Turniere zu veranstalten.

Julius Ehinger

„Mein größter Traum ist es, Turniere zu veranstalten. Ein Jungpferdeturnier und ein etwas größeres Turnier.“ Mehrere Plätze müssten dafür fit gemacht werden. Viel stemmt man in Eigenleistung, man ist aber auch noch auf Sponsorensuche. Früher fanden in Neustadt Fränkische Meisterschaften statt, weiß der neue Pächter. Im Hintergrund steht ein 120 Mitglieder zählender Verein – der Reit- und Fahrverein unter dem Vorsitz von Dieter Rabenstein.

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