Regionaltage in Dinkelsbühl: Was die Heimat zum Schlemmen bietet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.11.2023 16:19

Regionaltage in Dinkelsbühl: Was die Heimat zum Schlemmen bietet

Bei den Regionaltagen gab es Erzeugnisse direkt aus dem Raum um Dinkelsbühl. Zur Palette der Produkte zählten Obst, Honig, Gemüse, Wurst und Brot. (Foto: Alexander Schäffer)
Bei den Regionaltagen gab es Erzeugnisse direkt aus dem Raum um Dinkelsbühl. Zur Palette der Produkte zählten Obst, Honig, Gemüse, Wurst und Brot. (Foto: Alexander Schäffer)
Bei den Regionaltagen gab es Erzeugnisse direkt aus dem Raum um Dinkelsbühl. Zur Palette der Produkte zählten Obst, Honig, Gemüse, Wurst und Brot. (Foto: Alexander Schäffer)

Ob frisches, saftiges Obst, knackiges Gemüse, leckerer Most oder Honig: Viele im Supermarkt angebotenen Produkte stammen nicht aus dem näheren Umland, könnten aber sehr wohl auch hier erzeugt werden. Nun wurde am Samstag ein Querschnitt von dem, was die Region an Genussvollem zu bieten hat, in Dinkelsbühl präsentiert.

„Unsere Streuobstwiesen liefern nicht nur im Herbst frische Birnen und Äpfel, sondern sie tragen das ganze Jahr über erheblich zum Artenschutz bei“, betonte Streuobstberaterin Maria Enzner von der Unteren Naturschutzbehörde im Ansbacher Landratsamt bei den Regionaltagen im Rahmen der Fischerntewoche. Weil Streuobstwiesen auch ein beliebter Lebensraum für viele weitere Tier- und Pflanzenarten sind, setze sich der Landkreis verstärkt für den Erhalt der Anlagen ein. Bis 2025 würden rund eine Million neuer Obstbäume gepflanzt.

Hoher Ertrag bei geringem Aufwand

In den zurückliegenden Jahrzehnten sei die Landwirtschaft immer mehr industrialisiert worden, meinte Hobby-Gemüse-Anbauerin und Imkerin Renate Meyer. Rationelles Arbeiten mit möglichst hohem Ertrag bei geringem Aufwand sei hier das Ziel, um die Maschinen möglichst effizient auszulasten. Aber: „Es gibt beispielsweise auch bei Bohnen und Tomaten einige Sorten, die über einen viel längeren Zeitraum Früchte tragen und erntereif sind.“

Jedoch könnten die Landwirte nicht wöchentlich immer wieder zur selben Pflanze fahren, um nur einige Früchte zu ernten. Dies sei unwirtschaftlich, für Erzeuger und Verbraucher aber auch gar kein Nachteil, zumal die anderen Früchte im Prinzip genauso gesund seien. Allerdings gehe damit die Vielfalt verloren. Und: „Es schmeckt alles gleich.“ Zudem bestehe die Gefahr, dass manche Sorten nicht mehr angebaut werden und verloren gehen.

Indes sei es für private Gärtner und Genießer durchaus von Vorteil, wenn sie eine Pflanze über einen längeren Zeitraum hinweg nutzen können. Und aus diesem Grund hat sich Renate Meyer den Erhalt selten gewordener Gemüsepflanzen zum Hobby gemacht. Dieses sei jedoch durchaus mit einem gewissen Aufwand verbunden, weil eine Sorte spätestens alle fünf Jahre nachgezogen werden müsse. Länger seien die meisten Samen nicht haltbar.

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Heimische Leckereien an zehn Marktständen

An insgesamt zehn Marktständen gab es bei den Regionaltagen verschiedenste Leckereien zu probieren: Die Palette der angebotenen Spezialitäten reichte unter anderem von handgemachtem Brot über frisch gepressten Fruchtsaft bis hin zum Fisch. Zudem hatte der Fischereiverein Dinkelsbühl im Haus der Geschichte Aquarien aufgestellt, in denen er eine Auswahl heimischer Fischarten – von der Bachforelle bis zum Karpfen – zeigte.

Derweil begaben sich die Imker auf die Spuren des kleinsten Nutztiers der Welt: Durch die Bestäubung der Blüten leisteten die Bienen einen wesentlichen Beitrag zum Fortbestand der heimischen Flora, wurde betont. Doch der Bestand sei zunehmend gefährdet. Immer mehr Flächen würden urban genutzt und bebaut. Zudem drängten invasive, fremde Arten heimische Tiere und Pflanzen zurück.

Die Folge: Um Pollen für eine Wabe voller Honig und Wachs zu finden, müsse eine einzelne Biene immer längere Strecken zurücklegen. Dazu komme, dass auch chemische Insektizide die Gesundheit der Bienen gefährdeten.

Doch nicht nur die Imker versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und den Bienenbestand zu schützen. Auch den anderen bei den Regionaltagen vertretenen Vereinen, Verbänden und Erzeugern liegt der Erhalt der heimischen Arten am Herzen.

In diesem Sinn hieß es, auch die Verbraucher profitierten von lokal erzeugten Lebensmitteln, weil sie frischer sind. Denn die Transportwege und Lagerzeiten könnten da sehr kurz gehalten werden. Und wenn man weiß, dass der Honig aus dem Tannenwald nebenan stammt und der Apfelsaft aus einer mehrere hundert Jahre alten Obstsorte gepresst worden ist, dann schmeckt das Frühstück gleich noch einmal so gut. Davon konnten sich die Besucher der Regionaltage selbst überzeugen.


Von Alexander Schäffer
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