Menschen, die im Rollstuhl sitzen, müssen im Alltag zahlreiche Hürden überwinden. Dazu zählen auch Kabelbrücken auf Festen. Die Veranstaltungen in Bad Windsheim sollen fortan barrierefreier werden. Neu angeschaffte Rollstuhl-Rampen sorgen dafür.
Mit angestoßen hatte diese Investition der Rollstuhlfahrer Dr. Benno Bulitta, der, wie er erzählt, schon seit einigen Jahren dafür geworben hatte, dieses Problem anzugehen. Denn wollen Rollstuhlfahrende Kabelbrücken, wie sie beispielsweise gerade beim Bad Windsheimer Frühlingsfest zu finden sind, überwinden, besteht die Gefahr, dass der Rollstuhl wegkippt, erläuterte dazu Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Bad Windsheimer Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT).
Von den Rollstuhl-Rampen gebe es verschiedene Varianten. Nur an die Kabelbrücken heranlegen reiche dabei nicht aus, sie müssen auch befestigt werden. „Wir brauchten eine Lösung, die bezahlbar und festschraubbar ist“, erläutert Birgit Grübler. „Wichtig war für uns außerdem, ein Modell zu finden, über das auch mal ein Auto drüberfahren kann, ohne dass es gleich kaputt geht. Die Traglast musste stimmen.“
Die Verantwortlichen, darunter auch Jochen Schauer und Daniela Übler, die sich bei der KKT um die städtischen Veranstaltungen kümmern, wurden fündig. Insgesamt wurden vier Rampenpaare im Wert von je rund 200 Euro angeschafft.
Zum Einsatz kommen sie gerade schon beim Frühlingsfest, wo sie an zwei Stellen platziert wurden. „Ich bin jetzt total happy“, freut sich Benno Bulitta. Zwar sei auch in Bad Windsheim an vielen Stellen noch Potenzial, um in Sachen Barrierefreiheit nachzurüsten, „trotzdem bin ich froh, dass ich hier wohne“. Zum Einsatz kommen die Rampen künftig bei allen möglichen Veranstaltungen in der Stadt – von der Kirchweih bis hin zum Weihnachtsmarkt.
Bürgermeister Jürgen Heckel begrüßte die Anschaffung ebenfalls – auch deshalb, weil „wir Gesundheitsstadt sind“. Viele Reha-Patienten und Rollstuhlfahrende seien hier unterwegs. „Wir wollen damit Vorbild sein“, so der Rathauschef, der an Baufirmen appellierte, solche Rampen auch bei Baustellen einzusetzen.