Feinstaub, Müll, gestresste Tiere: Trotz derartiger Argumente wird am Silvesterabend wieder jede Menge Feuerwerk in Ansbach und Umgebung in die Luft gehen. Mit lauten Knallern und farbenfrohen Raketen das neue Jahr zu begrüßen, gehört für viele einfach dazu.
Natürlich werden dann auch wieder viele Fotos und Videos gemacht. Auch Rainer Adolf, der Vorsitzende des Ansbacher Fotoclubs, nutzt den Termin gerne, um zu fotografieren. Doch seine Silvesterfotos sind ganz anders. Er fotografiert am Tag darauf die Hinterlassenschaften.
„Mir geht es um die vergangene Herrlichkeit des Silvesterabends”, erzählt der 66-Jährige. Ihn fasziniert, dass die Menschen viel Geld für das Feuerwerk ausgeben, sich dann kurz daran erfreuen und zurück bleibt nur Müll.
Seit 2012 zieht der Ansbacher am Neujahrstag los und macht – bewaffnet mit seiner Fotoausrüstung – einen größeren Spaziergang auf der Suche nach Resten von Krachern und Raketen. Den Hintergrund hält er gern in Grau oder in Schwarzweiß. So kommt das eigentliche Objekt, auf das er sich fokussiert, noch deutlicher zur Geltung.
Das klassische Feuerwerksfoto reizt Rainer Adolf weniger. „Das ist einfach eine Nachtaufnahme der Stadt mit Raketen”, sagt er. „Das ist es nicht wert, Stress mit der Familie zu riskieren”, schiebt er grinsend hinterher. Die abgebrannten Böller und Raketen lassen sich hingegen viel besser in Szene setzen. So sorgen auch die Relikte des Feuerwerks für echte Hingucker.
Letztlich ist das aber auch nur eine Art Fingerübung für Rainer Adolf. Denn die Spezialgebiete des Robotik-Ingenieurs im Ruhestand sind die Astrofotografie und die Bühnenfotografie.