Der Bauzeitenplan für den Neubau der Christian-von-Bomhard-Schule Uffenheim war ambitioniert: zweieinhalb Jahre von der Beauftragung des Planers bis zur Inbetriebnahme. Stiftungsgeschäftsführer Christoph Kilian spricht nun von einer „Punktlandung”, auch wenn die Außenanlagen noch nicht grünen. Am Dienstag kann der Unterricht starten.
Hinter der offenen Schranke am Krämersgarten reiht sich am Dienstag Firmenbus an Firmenbus, auf den Parkplätzen lagern Steine. Ein wenig Baustellen-Flair herrscht noch auf dem Bomhard-Gelände, aber der Neubau steht, ist hell und gemütlich. Im Foyer laden Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein, ein Eckmöbel bietet Gelegenheit, in Ruhe zu arbeiten – vom „Marktplatz-Charakter” spricht Kilian. Die Lampen sind türkis, angelehnt an die CvB-Farben. Die verschiedenen Blautöne ziehen sich durchs Gebäude, ob am Fenster oder an den Fliesen der Toiletten.
Kleinere Arbeiten laufen auf der Zielgeraden, hier fehlt noch ein Schild, dort noch ein Licht, aber das Wichtigste ist bereits abgenommen: der Brandschutz. Der Antrag auf Nutzungsaufnahme ist beim Landratsamt gestellt. Beim Rundgang durchs Gebäude lacht Christoph Kilian viel, man merkt ihm an, dass eine große Last abgefallen ist.
Denn so ganz ohne war der CvB-Neubau dann doch nicht. Schließlich stand das endgültige Enddatum schon lange fest: der 16. September, Schuljahresbeginn 2025/2026. Durch die Umstellung auf G9 gibt es jetzt wieder zwei Gymnasialklassen mehr – und auch vier Realschulklassen hatten noch nach einem festen Domizil geschaut. Wäre der Bauzeitenplan gescheitert, hätte eine teure und wenig praktikable Container-Lösung gefunden werden müssen, aber so weit kommt es nun zum Glück nicht.
Der Bestand war zuletzt ausgelastet, der Speisesaal wurde phasenweise als Klassenzimmer genutzt, so manche Klasse musste auf Wanderschaft gehen. Manchmal seien dabei „lustige Geschichten” entstanden, aber Kilian ist heilfroh, „dass das jetzt ein Ende hat”. Mit dem Neubau gehört der Platzmangel endgültig der Vergangenheit an.
Die Bauphase hat der Geschäftsführer „sehr diszipliniert” wahrgenommen. Wenn einmal eine Schulaufgabe anstand, hätten die beauftragten Firmen darauf Rücksicht genommen und in diesem Zeitraum nicht unbedingt den Presslufthammer ausgepackt. „Das hat wirklich alles sehr gut funktioniert.” Mit dem Ergebnis ist er zufrieden, die geschaffenen Strukturen nehmen Rücksicht auf ein modernes Unterrichtskonzept.
Sechs große Klassenzimmer sind im Neubau entstanden, Aufenthaltsbereiche, Sanitäranlagen, ein Besprechungszimmer, ein Lehrerstützpunkt mit Computer-Arbeitsplätzen für Lehrkräfte samt Kopierzimmer und ganz viel Technik im benachbarten Raum. Der Digitalpakt ergänzt sich mit den traditionellen Lehrmethoden. In allen Klassenzimmern hängen große Monitore, nur zehn Prozent der Kosten musste die CvB dabei selbst übernehmen, der Rest floss über ein Förderprogramm. Aber auch die klassische Tafel hat nicht ausgedient. Tische und Stühle sind vorhanden, bis auf Kleinigkeiten stehen die Räume für die Schülerinnen und Schüler bereit.
Im Erdgeschoss – das gesamte Gebäude ist mit einem Aufzug zu 100 Prozent barrierefrei – sind zwei Räume für zehnte Klassen des Gymnasiums vorgesehen. Ein Stockwerk höher warten vier Klassenzimmer auf die zehnten und eine neunte Klasse der Realschule. Vor der Tür wurde zudem ein Freiluft-Klassenzimmer für lockerere Sommerstunden gestaltet, das freilich auch in den Pausen genutzt werden darf.
Eigentlich hätte Ende Juli laut dem Ursprungsplan alles fertig sein sollen, aber der Puffer ist dann durch Verzögerungen doch Tag für Tag „weggeschmolzen”, sagt Kilian. „Es war schon sehr ambitioniert.” So mussten er und vor allem auch der technische Betriebsleiter Friedrich Bauer auf Urlaub verzichten. Bauer wäre eigentlich schon im Ruhestand, den hatte er für sein letztes großes Projekt aber eigens noch ein bisschen aufgeschoben, sehr zur Freude des Geschäftsführers: „Das hätte ein Neuer zum Einstieg auch nicht geschafft.” Denn: „Das läuft alles zusätzlich.” Schließlich müssten auch die ganzen Alltagsaufgaben erledigt werden.
Ein „großes Gemeinschaftsprojekt” sei der Neubau gewesen, der über einen Flur mit dem Ostbau verbunden ist. Alles fügt sich harmonisch in den Bestand ein. Und ganz nebenbei wurde auch gleich noch die Wasserleitung erneuert, das Bestandsexemplar hatte schon etliche Jahrzehnte im Boden gelegen, Rohrbrüche hatten sich gehäuft.
Bei den Kosten hat Christoph Kilian mit seinem Versprechen ebenfalls Wort gehalten: Von Architektenseite waren knapp über fünf Millionen Euro veranschlagt worden, der Geschäftsführer hatte aber stets betont, die vier vor dem Komma erreichen zu wollen – und tatsächlich: Zwar liegen die finalen Zahlen noch nicht vor, Kilian rechnet aber mit 4,7 bis 4,8 Millionen Euro. Die erwischte Zeit sei einigermaßen günstig gewesen, für jedes Gewerk ging mindestens ein Angebot ein, vor allem von Firmen aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Die Wertschöpfung bleibe also weitestgehend in der Region.
Derzeit laufen noch Pflasterarbeiten für den Weg direkt vom Schulhof zum Beratungszentrum, der künftig bei Dunkelheit beleuchtet sein wird. Im Herbst soll dann noch der restliche Grünbereich angelegt werden. Sobald das Landratsamt grünes Licht zur Nutzungsaufnahme gibt – damit rechnet Kilian im Laufe der Woche – steht dem Schulstart an der CvB nichts mehr im Wege. Mit genügend Platz, ohne Speisesaal- und Wanderklassen, mit (Stand Dienstag) 993 Schülerinnen und Schülern. Für Kilian ist damit die Schallgrenze erreicht: „1000, das reicht dann auch. Wir wollen unseren familiären Charakter behalten.”