Vermüllte Wege, Böller im Wald, Rettungseinsätze, Chaos: Vom „Schanzenfest” am Wochenende in Altschauerberg bleiben Sachschäden, verunsicherte Anwohner, gestresste Behörden – und eine zentrale Frage: Wie konnte das schon wieder passieren?
Die Szenen am Samstag rund um Emskirchen: mehr als irritierend. 4000 Menschen, die johlend durch die Straßen pflügten. Die sich mit „Zermalmt sie”-Rufen vor den wenigen anwesenden Polizisten aufpeitschten. Und die ein Ziel hatten, das nie verschleiert wurde: den kleinen Ortsteil Altschauerberg zu stürmen.
Es ist jenes Dorf, in dem bis 2022 Rainer W. wohnte. Der als „Drachenlord” bekannte Youtuber hatte im Netz mit zweifelhaften Äußerungen Anfang der 2010er Jahre eine große Fangemeinde aufgebaut – allerdings keine Fans im eigentlichen Sinne, sondern Anhänger eines Internet-Kults um seine Person. Die „Hater”, oder „Haider”, identifizieren sich als Gegenbewegung zum „Drachenlord”. Sie kritisieren, mobben und stalken ihn, der Hass ist in die Realität geschwappt. Darunter leiden seit Jahren die Anwohner in Emskirchen, die selbst nach dem Wegzug von Rainer W. und dem Abriss seines Wohnhauses keine Ruhe vor dem Mob haben.
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