Dieter Hegwein fällt in der schwarz-bunten Masse vor der Summer-Breeze-Bühne in seinem blütenweißen Hemd sofort auf. Es dauert nicht lange, bis er angequatscht wird. Ob das seine normale Uniform sei, will einer wissen. Der Leitende Polizeidirektor lacht. Diese Ungezwungenheit macht für ihn den friedlichen Charakter des Metal-Fests aus.
Normalerweise leitet Hegwein die Polizeiinspektion in Ansbach. Aber jetzt, in der dritten August-Woche, ist er zuständig für eine ähnlich große Stadt, nur dass die aus Zelten, Wohnwagen und Bühnen besteht und von Menschen bewohnt wird, die ein paar Tage lang ausgelassen feiern wollen. Der Polizeichef hat diese Aufgabe von Josef Mehringer übernommen, der im vergangenen Jahr seinen letzten Einsatz bei Summer Breeze hatte und den Job ursprünglich vom Polizeipräsidium Mittelfranken mitgebracht hatte, als er nach Ansbach gewechselt war.
Dass es dabei geblieben ist, dass der Ansbacher Inspektionsleiter die Leitung des Polizeieinsatzes bei Summer Breeze innehat, findet Dieter Hegwein angemessen. Es sei halt das bedeutendste und größte Festival der Region – und das sicher über die Bühne zu bringen sei eine Herausforderung mit viel Verantwortung. „Eine schöne Herausforderung”, ergänzt er noch.
Er hat sich auf seinen ersten Einsatz auf dem 100 Hektar großen Gelände beim Dinkelsbühler Stadtteil Sinbronn gefreut, erzählt er. Aber es ist natürlich nicht sein erster Aufenthalt hier. Er war ab 2009 Kripo-Chef in Ansbach und deshalb bereits für „Sachbearbeitungen”, wie er sich ausdrückt, auf dem Festival. „Seither war ich eigentlich regelmäßig bei Summer Breeze.”
Die „Sicherheitsstörungen” im Rahmen des Metal-Festes seien erfahrungsgemäß gering, fasst er die Arbeit der Polizei auf dem Gelände zusammen. Auch in diesem Jahr sei das bislang so. „Das würde man sich für das tägliche Leben in Ansbach auch wünschen”, schiebt Hegmann hinterher. Dass alles so unaufgeregt laufe, liege auch an der guten Zusammenarbeit mit dem Veranstalter Silverdust. „Die Leute dort sind hoch motiviert und professionell”, lobt der Polizeichef.
Alle Anstrengungen würden unternommen, um Summer Breeze jedes Jahr weiterzuentwickeln und besser zu machen. Auch mit anderen Behörden, Rettungsorganisationen oder der Stadt Dinkelsbühl klappe die Kooperation hervorragend. „Es gibt eine direkte Kommunikation mit allen, die Wege sind kurz”, erklärt Dieter Hegwein. Zusammengefasst: „Es ist ein schönes Miteinander.” Zwar könne es bei Veranstaltungen dieser Größenordnung keine 100-prozentige Sicherheit geben, aber alle Beteiligten würden alle Anstrengungen unternehmen, dass die Menschen sicher feiern können.
Dieter Hegwein ist mit seinem Wohnmobil angereist. Das hat er zwar nicht auf dem Campingareal des Festivals geparkt, aber doch in unmittelbarer Nähe dazu. Den harten Metal-Sound, der von der Mainstage herüberschallt bis tief in die Nacht, nimmt er in Kauf, auch wenn das nicht so ganz sein persönlicher Musikgeschmack ist. Und dennoch: Er schwärmt fast von der schönen Atmosphäre, von den friedlichen Fans auf dem Gelände. „Das schwarz gekleidete Publikum ist völlig entspannt im Umgang”, fasst der Leitende Polizeidirektor Dieter Hegwein seine Eindrücke zusammen.