Eingeengt wie Sardinen fühlt es sich in den Zuschauerreihen bei Sportturnieren in Windsbach an. Platzbedingt stößt die Turnhalle des Johann-Sebastian-Bach Gymnasium an ihre Grenzen. Im Stadtrat sind sich alle einig: Es wird mehr Fläche benötigt. Die Chance besteht. Und sie soll genutzt werden.
Turnhalle Nummer eins ist zu klein und in schlechtem Zustand. Turnhalle Nummer zwei ist zwar „nur” 46 Jahre alt, aber sanierungsbedürftig. Und die städtische Zweifachturnhalle benötigt die Grund- und Mittelschule wegen der stark ansteigenden Schülerzahlen. Fest steht: Für das Gymnasium ist eine weitere Turnhalle erforderlich.
„Mehr Raum würde guttun”, sagte zweiter Bürgermeister Norbert Kleinöder (Umland) in der Stadtratssitzung. Die Sportstunden des Gymnasiums finden aktuell eingeschränkt statt. Hierfür mietet die Schule sogar Zeiten in der Turnhalle der Stadt Windsbach an. Außerhalb der Schulzeiten ist die Turnhalle des Gymnasiums von Vereinen ausgebucht. „Wir hätten noch mehr Möglichkeiten, Sport zu betreiben, wenn wir mehr Hallenmöglichkeiten hätten.”
Weil in diesem Fall der Landkreis Ansbach zuständig ist, beschäftigte sich der Schulbauausschuss des Kreistags erst kürzlich mit der Situation. Dort einigten sich die Anwesenden auf den Neubau einer Zweifachturnhalle und die Sanierung der Sporthalle aus den 1980er Jahren. Nach aktuellem Stand wird der Neubau alleine 8,5 Millionen Euro kosten, informierte Bürgermeister Matthias Seitz (SPD).
Vor mehr als zehn Jahren sorgten die Stadt Windsbach und der Landkreis schon vor: Sie kauften das Grundstück zwischen der bestehenden Turnhalle und dem Basketball-Feld des Gymnasiums. Die Stadt übernahm die Kosten. Schon zur damaligen Zeit bestand die Überlegung, gleich eine Dreifachturnhalle zu errichten. Der Platz ist da, ebenso wie der Bedarf, wird betont.
Der Neubau einer Dreifachturnhalle würde etwa 10,5 Millionen Euro kosten. Bei dieser Variante müsste sich die Stadt Windsbach mit zwei bis drei Millionen Euro beteiligen, teilte der Rathauschef mit. Eine wichtige Investition in die Zukunft, wie alle Anwesenden im Stadtrat finden und Zustimmung signalisierten. Mit einer Halle dieser Größe könnten außerdem auch weitere Sportarten angeboten werden, sagte Elisa Geißelseder-Wörrlein (Umland).
„Das Thema hat jetzt ein bisschen an Fahrt aufgenommen, weil sich gerade ein neues Förderprogramm für die Sanierung von Sporthallen ergeben hat”, sagte der Bürgermeister. Der Landkreis Ansbach möchte diese Möglichkeit in Anspruch nehmen, ergänzt er. Bis zum 15. Januar muss sich hierfür beworben werden. Das erfordert einen Beschluss des Kreisausschusses. Zusätzlich stehen staatliche Fördermittel für die Baumaßnahmen in Aussicht. Eine Eigenanteilsquote von mindestens zehn Prozent bleibt aber bei der Stadt Windsbach und dem Landkreis Ansbach.
Läuft alles glatt, könnte die neue Halle 2029 oder 2030 fertiggestellt werden. Die Sanierung der bereits bestehenden Halle würde dann 2030 beginnen. Was mit der ältesten Halle geschieht, ist nach wie vor unklar.
Karl Schuler (SPD/UW) sagte: „Wir warten seit 30 Jahren darauf, dass eine Tür aufgeht. Jetzt geht sie auf, dann sollten wir den Weg auch gehen.”