Platzkirchweihen 2025 in Bad Windsheim: Wechsel in der Bürgermeister-Riege | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.08.2025 17:00

Platzkirchweihen 2025 in Bad Windsheim: Wechsel in der Bürgermeister-Riege

Die Platzbürgermeister freuen sich auf die Vorkirchweihen (von links): Ottmar Stender, Norbert Eichhorn, Sabine Detsch, Uwe Kirchberger und Bernt Andrae. (Foto: Anna Franck)
Die Platzbürgermeister freuen sich auf die Vorkirchweihen (von links): Ottmar Stender, Norbert Eichhorn, Sabine Detsch, Uwe Kirchberger und Bernt Andrae. (Foto: Anna Franck)
Die Platzbürgermeister freuen sich auf die Vorkirchweihen (von links): Ottmar Stender, Norbert Eichhorn, Sabine Detsch, Uwe Kirchberger und Bernt Andrae. (Foto: Anna Franck)

Die Platzkirchweihen, die vor dem großen Fest am Schießwasen stattfinden, haben in Bad Windsheim eine lange Tradition. Der Ursprung geht auf den Holzmarkt zurück. Ottmar Stender ist nun neu im Kreise der Platzbürgermeister.

Zwar ist der Posten für den Präsidenten des Golfclub Reichsstadt Bad Windsheim neu, doch wie es an den Platzkirchweihen grundsätzlich zugeht, weiß Stender ganz genau. Denn seine Frau Sabine Detsch gehört seit 2022 ebenfalls zu der fünfköpfigen Gruppe, die ansonsten aus Uwe Kirchberger, Norbert Eichhorn und Bernt Andrae besteht. In den vergangenen Jahren war er stets an ihrer Seite.

Detsch war bislang Platzbürgermeisterin am Golfplatz und wechselt nun zum Holzmarkt. Der Grund ist ein trauriger: Bernd Gurrath, der zuvor gut zehn Jahre lang das Amt dort innehatte und Detschs Onkel ist, verstarb im März 2025. Eine Umstellung wird es für die verbleibenden Platzbürgermeister sein, wenn er heuer fehlt.

Früher ein einziger Abenteuerspielplatz

Dass sie die Nachfolge am Holzmarkt antreten könnte, stand für Sabine Detsch schnell fest. „Ich bin dort aufgewachsen. Das ist meine Heimat.” Ihre Kindheit habe sie auf dem Holzmarkt verbracht. „Der Platz war früher ein einziger Abenteuerspielplatz.” Viele Kinder waren da unterwegs, das Areal war lebendig, von parkenden Autos keine Spur. Einmal im Monat war dort der Ferkelmarkt. Die baulichen Veränderungen – wenngleich das Ergebnis schön geworden sei – lassen Detsch deshalb durchaus nachdenklich werden. „Weil ich weiß, wie es einmal war.”

Am Holzmarkt liegt auch der Ursprung der Platzkirchenweihen. 1958 hängten die Schützen bei einer vereinsinternen Feier im Gasthaus „Zum Hirschen” Willi Krafft den „Holzwurmorden“ als Amtskette eines Bürgermeisters um. Aus einer Bierlaune heraus haben sie sich nach und nach weiterentwickelt. Detschs Großvater, Vater und eben auch Onkel Bernd Gurrath waren ebenfalls bei den Schützen. Letztere prägten das Fest über die Jahre maßgeblich mit. Speziell die Vorkirchweih am Holzmarkt war in Detschs Jugend deshalb wichtig. „Das war immer meine Kirchweih. Da war die Hölle los.”

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Mit Detschs Wechsel zum Holzmarkt wird allerdings ihr Posten am Golfplatz frei. Dass Stender das Amt übernimmt, sei relativ schnell festgestanden, „ich bin ja eh bei jeder Kirchweih dabei”. „Wir nutzen quasi Synergieeffekte”, findet Detsch. Zuvor aber sprach Stender sich noch mit Klaus Seefried, ebenfalls Golfclub-Präsident, ab. „Am Ende hat es einfach gepasst. Und die Gesellschaft ist mir ja auch sehr angenehm”, erklärt der Neue.

Harmonie im Quintett

Wichtig zu betonen ist Detsch, dass sie ganz offiziell eine Anfrage bezüglich der Neubesetzung an ihre Bürgermeister-Kollegen gestellt habe. Denn innerhalb des Quintetts muss es harmonieren.Schließlich verbringen die Fünf während der Kirchweih viel Zeit miteinander. Zig Stunden sind das unterm Strich, sodass es teils sogar etwas anstrengend und stressig werden kann. „Vor allem, wenn man noch arbeitet”, betont Bernt Andrae.

Der Bürgermeister-Reigen will den Neuen heuer an die Hand nehmen. „Das wichtigste ist, das Fass anstechen”, so Andrae. Eine Übungseinheit, wie sie damals Sabine Detsch bekommen hatte, soll es diesmal nicht geben. Die Basis für einen gelungenen Anstich wäre in jedem Fall das richtige Equipment. Detsch musste in den vergangenen Jahren am eigenen Leib erfahren, was passiert, wenn es nicht passt – Bierdusche inklusive. Ein wenig Anspannung gehört beim Bieranstich immer dazu, findet der erfahrene Uwe Kirchberger. Auch, weil man in dem Moment voll im Fokus steht. „Man fühlt sich ja auch als Gastgeber und will, dass alles funktioniert”, so Detsch.

Der Startschuss der Platzkirchenweihen fällt am Samstag, 23. August. Dann eröffnet Uwe Kirchberger die Schützenheim-Kerwa. „Herbert und Herbert” sorgen für Musik. Die Bewirtung übernimmt der Bad Windsheimer Schützenverein. Draußen soll es einen Ausschankwagen geben. Bernt Andrae sticht am Sonntag, 24. August, das Bierfass am FSV-Heim an. Alleinunterhalter „Didi” sorgt für Stimmung. Am Montag ist Pause, ehe es am Dienstag, 26. August, zum Kornmarkt geht, um mit Platzbürgermeister Norbert Eichhorn zu feiern. „VerBRASSd” spielt dort auf. Die Faschingsgesellschaft Windshemia und die Familie Heimann sorgen für das Essen.

Jedes Mal zur selben Uhrzeit

Ihr Debüt im Außenbereich des Alten Bauhofs am Holzmarkt erlebt am Mittwoch, 27. August, dann Sabine Detsch. Der Hirschen-Wirt habe abgesprochen, sein Bier etwas günstiger zu verkaufen, „um die Menschen teilhaben zu lassen”, so die Platzbürgermeisterin. Das „BierFrankenTrio” sorgt für Musik. Den Abschluss bestreitet am Golfplatz dann am Donnerstag, 28. August, Ottmar Stender. Jürgen Strauss von den Bernemer Berchzwetschgen spielt Akkordeon. Bieranstich ist stets um 18.30 Uhr.

Bei allen Platzkirchweihen findet zudem wieder das Maßkrugschieben des Spielmanns- und Fanfarenzuges statt. Das gehört zur Tradition, sind sich alle einig. Auf eine gute Zeit mit viel Spaß und guter Gesellschaft freut sich das Quintett nun. „Wir sind schon eine gute Truppe”, sagt Norbert Eichhorn. Ein klarer Vorteil des Bürgermeister-Seins ist jedenfalls: „Wenn du anstichst, bist du direkt am Freibier dran”, findet Ottmar Stender.

Ab Freitag, 29. August, startet das Fest dann am Schießwasen. „Wenn man hingeht – egal, ob zu einer Vor- oder zur Hauptkirchweih –, dann wird man feststellen, wie klasse das ist. Wenn dann noch das Wetter passt, gibt es nichts mehr zu meckern”, findet Sabine Detsch. „Da müssen wir uns überhaupt nicht verstecken.”


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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