Überraschende Neuigkeiten zum Geflügelschlachthof in Wassertrüdingen (Landkreis Ansbach): Im September hieß es, es werde eine Gesellschaft gegründet, um den Betrieb möglicherweise noch in diesem Jahr wieder zu öffnen. Nun meldet die Tierschutzorganisation Aninova, dass der Schlachthof „für immer geschlossen” bleiben soll.
In einer Pressemitteilung teilt die Gruppe mit, dass sie von Gesprächen zwischen Betreibern, der Landesregierung und potenziellen Unterstützenden erfahren habe, die gescheitert seien. Damit sei klar, dass der Betrieb nicht wieder eröffnet, sondern „dauerhaft abgewickelt” werde.
Felipe Soto, Geschäftsführer des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft, bestätigt diese Neuigkeiten auf Nachfrage der FLZ. „Ja, wir haben uns zurückgezogen”, sagt er. Im September erzählte er im Gespräch mit der Redaktion, dass der Verband eine Gesellschaft aus ungefähr 70 Betrieben gründen wolle.
Der Grund, wieso dieser Plan jetzt doch scheitert: fehlendes Geld. „Die Anforderungen waren zu hoch”, erklärt Soto, „wir müssen viel kaufen, technische Sachen organisieren. Das können wir nicht alles aus Eigenkapital tragen”. Die Förderung der LfA Förderbank Bayern blieb aus. „Wir sind damit nicht ans Ziel gekommen.” Der Wille sei aber weiterhin da. „Wir sind bereit, weiterzumachen, wenn Unterstützung von der Politik kommt”, sagt Soto weiter, „die Bereitschaft ist noch da”.
Aninova zitiert in seiner Pressemitteilung Jan Pfeifer, Aninovas Vorstandsvorsitzenden: „Damit ist endgültig klar: Der Schlachthof Buckl bleibt Geschichte. Das ist ein wichtiges Signal für den Tierschutz und ein Erfolg für alle, die sich gegen die Wiedereröffnung ausgesprochen haben.”
Im April hatte die Tierschutzorganisation Videomaterial veröffentlicht, das Missbrauch an Hennen zeigte. Daraufhin stellte die Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) den Schlachtbetrieb ein.
Offen bleibt weiterhin das Ergebnis eines Gutachtens, das die Schlachtanlage hinsichtlich baulicher Mängel bewerten soll. Nach Angaben von Aninova hätte das Schlachtband hängen bleibenden Hennen den Kopf abgerissen. Die Tatsache, dass nun keine Wiedereröffnung des Betriebs mehr im Raum steht, ändere nichts am Gutachten, wie Jonas Heinzlmeier, Pressesprecher der Ansbacher Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage erklärt. „Die Räume werden nicht mehr benötigt”, denn der Sachverständige für das Gutachten hatte bereits alles aufgenommen. Ergebnisse des Gutachtens soll es in den nächsten Tagen geben.
Nun warte die Staatsanwaltschaft noch auf die Vernehmungen. Außerdem, so teilt Heinzlmeier mit, hat sich die Zahl der Beschuldigten geändert. Zuletzt war von sieben Mitarbeitenden die Rede, jetzt werde gegen zwölf ermittelt, „weil die Auswertungen der Videos mehr Personen ergaben”. Je nach Ausgang des Gutachtens könnte dann auch gegen die Geschäftsführer des Schlachthofs ermittelt werden. Angezeigt hatte die Tierschutzorganisation Aninova sie damals bereits, so Heinzlmeier.