Gemeinsam mit den Menschen aus der Region die Energiewende aktiv gestallten: Das ist das Ziel der Bürgersolar Neuendettelsau GmbH & Co. KG. Dafür wird gerade auf einer Fläche von rund 7,3 Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage im Ortsteil Wernsbach gebaut.
Zunächst die harten Fakten: Die neue Anlage, in der insgesamt 18.349 PV-Module verbaut werden, hat in der Spitze eine Nennleistung von zehn Megawatt. Damit soll ein CO2-Ausstoß von 8000 Tonnen pro Jahr vermieden werden.
Nach zweijähriger Planungsphase begann Mitte Januar der Aufbau der Anlage, für den die HEG GmbH aus Geslau verantwortlich ist. Läuft alles nach Plan, ist die Anlage Mitte bis Ende April fertig. Als Investitionsvolumen gibt Markus Schröppel, Geschäftsführer der Bürgersolar Neuendettelsau, rund 8,3 Millionen Euro an. Auch die Fläche unter den Solarpanelen soll genutzt werden. Schröppel denkt da zum Beispiel an Schäfer oder die Imkerei.
Die ursprüngliche Idee von Schröppel, dem die Fläche bei Wernsbach gehört, war es, den Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Doch da machte der Energieversorger N-Ergie den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Unter anderem wurde die Einspeisung an dem vorhandenen Punkt in Petersaurach abgelehnt. Der Grund: fehlende Netzkapazitäten.
Am Ende half der Zufall. Bei einer Veranstaltung traf Schröppel auf Otto Kupfer, Aufsichtsrat der Hans Kupfer & Sohn GmbH & Co. KG. Beide kamen ins Gespräch und schnell zu dem Schluss, zueinander zu finden. Was das bedeutet? Das Unternehmen hat die komplette Photovoltaik-Anlage für 20 Jahre gepachtet. Die Kupfers beziehen grünen Strom für einen monatlichen Festpreis, der unabhängig von der tatsächlichen Sonnenscheindauer gilt.
„Das hat gut in unsere Philosophie gepasst“, sagt Kupfer. Das Unternehmen hat einen Prozess angestoßen, mit Gas betriebene Maschinen auf Strombetrieb umzustellen. Denn auch bei der Produktion von Lebensmitteln ist es mittlerweile ein Wettbewerbsbestandteil, auf eine nachhaltige Stromerzeugung zu setzen. Damit die Energie in Heilsbronn bei Kupfer ankommt, muss eine etwa acht Kilometer lange Leitung gebaut werden.
Heilsbronns Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer betonte, dass dieses Projekt zur Standortsicherung von Kupfer beitrage. Sein Neuendettelsauer Amtskollege Christoph Schmoll erklärte, dass die Energiewende nur gelingen könne, wenn es eine Akzeptanz in der Bevölkerung gebe. Diese Akzeptanz erreiche man nur mit einer Bürgerbeteiligung.
Tatsächlich können sich Schröppel zufolge die Bürger – anfangs nur Menschen aus Neuendettelsau und Heilsbronn – in Form von Nachrangdarlehen mit 500 bis 25.000 Euro beteiligen. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.heg-buergerprojekt.de. Schröppel ist überzeugt: „Die Wertschöpfung bleibt in der Region.“