PFC-Verseuchung in Katterbach: Es sind weitere Bohrungen notwendig | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.10.2025 17:00

PFC-Verseuchung in Katterbach: Es sind weitere Bohrungen notwendig

Im Jahr 2020 begannen die Bohrungen für die Grundwassermessstellen im Umfeld der Katterbacher Kaserne. Mittlerweile ist deren Anzahl auf neun Stück angestiegen. (Archivbild: Jim Albright)
Im Jahr 2020 begannen die Bohrungen für die Grundwassermessstellen im Umfeld der Katterbacher Kaserne. Mittlerweile ist deren Anzahl auf neun Stück angestiegen. (Archivbild: Jim Albright)
Im Jahr 2020 begannen die Bohrungen für die Grundwassermessstellen im Umfeld der Katterbacher Kaserne. Mittlerweile ist deren Anzahl auf neun Stück angestiegen. (Archivbild: Jim Albright)

Seit dem Jahr 2014 ist bekannt, dass im Erdreich der US-Kaserne in Katterbach per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) schlummern. Über Grundwasser-Messstellen wird untersucht, wie weit sich das Gift bereits ausgebreitet hat. Jetzt wurde bekannt, dass das Ausmaß noch immer nicht vollständig eingegrenzt werden kann.

Der Schadensherd befindet sich unter dem Flugfeld der Kaserne, wo die US-Feuerwehr über Jahrzehnte mit PFC-haltigen Löschschäumen geübt hat. Experten gehen davon aus, dass es sich um rund 28.500 Kubikmeter kontaminiertes Erdreich handelt. Das Problem: Das Umweltgift blieb nicht an Ort und Stelle. Über die Jahre wurde es über das Grundwasser auch in den Außenbereich des Militärstützpunktes transportiert.

Grundwasser-Messstellen seit 2020

Deshalb befinden sich seit dem Jahr 2020 Grundwasser-Messstellen im Umgriff von Katterbach, um herauszufinden, wie weit sich die Schadstofffahne bereits ausgebreitet hat. Die Anzahl der Messstellen hat sich Stück für Stück erhöht. Mittlerweile sind neun Messstellen im Einsatz.

Die jüngsten Probebohrungen haben in der ersten Septemberwoche stattgefunden, wie Mathias Brenner, der Leiter des städtischen Umweltamtes, den Stadträtinnen und Stadträten im Umwelt- und Verkehrsausschuss berichtete. „Die Ergebnisse werden wir in Kürze erhalten.” Weil er diesen nicht vorgreifen wollte, präsentierte Brenner auch keine Messwerte in der Sitzung.

Allerdings ist nach seinen Worten schon jetzt klar, dass die Ausbreitung der Schadstofffahne im Außenbereich noch immer nicht vollständig eingegrenzt werden kann. Eigentlich hatten die Verantwortlichen gehofft, nicht noch einen Schritt nach außen gehen zu müssen. Die Hoffnung hat sich zerschlagen. „Es sind weitere Bohrungen erforderlich”, machte Brenner deutlich.

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Jahrelange juristische Auseinandersetzung

Neben den Verantwortlichen der Stadt hat vor allem auch Jürgen Wolf ein gesteigertes Interesse daran, wie weit sich die Schadstofffahne bereits ausgebreitet hat. Wolf befindet sich seit Jahren in einer juristischen Auseinandersetzung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der das Areal der Katterbach-Kaserne gehört. Der Grund: In seinem Trinkwasserbrunnen wurden PFC nachgewiesen. Ein Gutachten soll jetzt klären, ob die PFC in Wolfs Brunnen aus Katterbach stammen.

Die Grundwasser-Messstellen sind nur eine Maßnahme, um dem Umweltgift Herr zu werden. Eine Abstromsicherung innerhalb der Kaserne, die seit Oktober 2024 in Betrieb ist, ist eine weitere Maßnahme. Mit der Anlage wird das Grundwasser abgefangen und gereinigt. Die Idee dahinter: So soll verhindert werden, dass sich weitere PFC ausbreiten können.

Erste Befunde im Dezember?

Klar ist aber auch, dass es sich lediglich um eine Sicherungsmaßnahme handelt. Das kontaminierte Erdreich sorgt für stetigen PFC-Nachschub im Grundwasser. Offen ist dagegen ob, wann und in welcher Form der Boden saniert werden kann.

Mathias Brenner hofft, dass er in der Dezember-Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses sowohl die Ergebnisse der jüngsten Probebohrung im Außenbereich als auch die ersten Befunde der Abstromsicherung präsentieren können.

Privatdozent Dr. Claus Haslauer stellt das VEGAS-Versuchslabor vor, in dem die Ausbreitung von Schadstoffen simuliert werden kann. (Foto: VEGAS)
Privatdozent Dr. Claus Haslauer stellt das VEGAS-Versuchslabor vor, in dem die Ausbreitung von Schadstoffen simuliert werden kann. (Foto: VEGAS)

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Sie fordern, dass endlich der PFC-Hotspot in der Katterbacher Kaserne angegangen wird (von links): André Fitzthum mit Hund Oskar, Wolfgang Schmidt und Boris-André Meyer von der Bürgerinitiative „Etz langt’s“. Im Hintergrund ist die Baustelle für die Abstromsicherung zu erahnen. (Foto: Alina Boger)
Sie fordern, dass endlich der PFC-Hotspot in der Katterbacher Kaserne angegangen wird (von links): André Fitzthum mit Hund Oskar, Wolfgang Schmidt und Boris-André Meyer von der Bürgerinitiative „Etz langt’s“. Im Hintergrund ist die Baustelle für die Abstromsicherung zu erahnen. (Foto: Alina Boger)

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Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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