Petersdorf: Wer traute sich beim Fliegerfest des Ansbacher Clubs in die Lüfte? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.09.2024 07:00

Petersdorf: Wer traute sich beim Fliegerfest des Ansbacher Clubs in die Lüfte?

Beim Fliegerfest war ein Flug im Motorflugzeug möglich – und damit auch ein Blick ins Cockpit. (Foto: Paul Wiese)
Beim Fliegerfest war ein Flug im Motorflugzeug möglich – und damit auch ein Blick ins Cockpit. (Foto: Paul Wiese)
Beim Fliegerfest war ein Flug im Motorflugzeug möglich – und damit auch ein Blick ins Cockpit. (Foto: Paul Wiese)

Hoch hinaus ging es für manch einen Besucher am vergangenen Wochenende auf dem Flugplatz Ansbach-Petersdorf. Der Aero-Club Ansbach veranstaltete das alljährliche Fliegerfest, viele Besucher aus der Region folgten der Einladung. Neben Verpflegung und Musik waren unter anderem Kunstflugshows, ein Flugsimulator, eine Tombola und vielfältiges Kinderprogramm geboten.

Es ist ein buntes Treiben auf dem Flugplatz nahe Weihenzell. Schon von Weitem sind immer wieder Flugzeuge am blauen Himmel zu sehen, die Besucher mit auf einen Rundflug nehmen oder kunstvoll durch die Lüfte kreisen. Es soll ein Fest für alle sein, ein Familienfest für Groß und Klein – im Publikum spiegelt sich das wider: Es sind Familien mit Kindern gekommen, die gebastelte Flugzeuge aus Papier in die Luft werfen und Ehepaare, die aufgeregt auf ihren Rundflug warten. „Das Fest ist sehr gut besucht“, berichtet Vereinsmitglied Thomas Schwanitz. Das Feedback sei „wahnsinnig toll“ und die Besucher begeistert von den kostenlosen Flugshows.

Bereits seit den 1960er Jahren finde das Fliegerfest statt, berichtet der Vorstandsvorsitzende des Aero-Clubs Ansbach, Dr. Thomas Kuhn. Es diene nicht zuletzt dazu, mit der Region und den Menschen in der Umgebung im Austausch zu bleiben und das Fliegen bekannter zu machen. Für beide ist es ein besonderes Hobby: „Wenn man im Segelflugzeug sitzt, ist man fünf oder sechs Stunden in völliger Stille“, schwärmt Schwanitz, der selbst auch Berufspilot ist. „Man ist da oben immer gefordert“, ergänzt Kuhn.

Ein Bamberger Hobbypilot kam mit der eigenen Maschine

Während viele Besucher aus der Region und mit dem eigenen Auto anreisten, nutzte der eine oder andere von weiter weg einen unkonventionellen Weg. So auch der Bamberger Roland Lindner: Nur eine gute Viertelstunde saß der Hobbypilot in seiner Maschine, bevor er bei Petersdorf landete. Bereits seit 35 Jahren geht er seiner Leidenschaft nach und kam extra für das Fliegerfest aus seiner Heimat nach Mittelfranken.

Die weiß-grüne YAK 52, vor der er stolz steht, habe er zusammen mit seinem Kollegen gekauft, berichtet er. Am Design des Zwei-Personen-Fliegers habe er aber nichts verändert, nur den einen oder anderen Aufkleber ergänzt. Er stellt sich vor die Nase der Maschine und dreht den Propeller an. Bereits kurze Zeit später soll es wieder hoch hinaus in den Himmel über Mittelfranken gehen.

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Hoch oben scheint die Aufregung wie verflogen

Für Claudia Wenk und Jenny Sternkopf aus Brodswinden geht es nun ebenfalls in die Luft, auch wenn sie nur einmal um Ansbach fliegen. Das Ehepaar ist das erste Mal auf dem Fliegerfest und hat sich gleich für einen Rundflug entschieden. Das Fest sei „toll organisiert“ und zu empfehlen, meint Sternkopf. Kurz vor dem Start sind beide dennoch aufgeregt, wie sie berichten. Da hilft ihnen nur Galgenhumor: „Runter kommt man ja immer“, scherzt Wenk und lacht.

Hoch oben in der Luft scheint die Aufregung wie verflogen. Beide beobachten Ansbach und die umliegenden Dörfer aus 600 Metern Höhe. Das Flugzeug ist derweil mit einer Geschwindigkeit von 100 Knoten unterwegs, erklärt Pilot Martin Lehr, das seien etwa 180 Kilometer pro Stunde.

Nach 15 Minuten und einer sanften Landung auf der Wiese am Flugplatz ist das Ehepaar glücklich: „Es war überhaupt nicht so schlimm wie befürchtet“, freut sich Wenk. „Und total geschmeidig“, ergänzt Sternkopf. Turbulenzen gab es wahrlich nur leichte.

Frei von Turbulenzen verlief auch das Fliegerfest. Nach einer Hangar-Party am Samstagabend sowie kunstvollen Fallschirmsprüngen und einer Modellflugschau am Sonntag ging das Fliegerfest zu Ende.


Von Paul Wiese
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