Petersaurach: Nasser Boden für Vierbeiner kein Problem | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.06.2024 19:03

Petersaurach: Nasser Boden für Vierbeiner kein Problem

Katrin Kröber (links) mit ihrem Hund „Ne pas toucher Aaron“ gemeinsam mit Catharina Reppin mit Schäferhund „Cassius Dio vom Buxtehuder Bullen“ mussten sich bei verschiedenen Disziplinen beweisen. (Foto: Tizian Gerbing)
Katrin Kröber (links) mit ihrem Hund „Ne pas toucher Aaron“ gemeinsam mit Catharina Reppin mit Schäferhund „Cassius Dio vom Buxtehuder Bullen“ mussten sich bei verschiedenen Disziplinen beweisen. (Foto: Tizian Gerbing)
Katrin Kröber (links) mit ihrem Hund „Ne pas toucher Aaron“ gemeinsam mit Catharina Reppin mit Schäferhund „Cassius Dio vom Buxtehuder Bullen“ mussten sich bei verschiedenen Disziplinen beweisen. (Foto: Tizian Gerbing)

Hundesportbegeisterte aus verschiedenen Ländern sind nach Petersaurach gekommen, um auf dem TSV-Sportgelände bei der Deutsche Gebrauchshundemeisterschaft der belgischen Schäferhunde dabei zu sein.

Mucksmäuschenstill ist es auf dem durchnässten Sportplatz in Petersaurach. Ein paar einsame Wände, welche später als Hürden dienen sollen, sind neben Wurfgegenständen auf dem Platz vorbereitet. Hundeführerin Daniela Müller und Schäferhund „El Loco de Marina de los Molinos“ schreiten entschlossen in Richtung einer der vielen weißen Bodenmarkierungen. Plötzlich: laute Schüsse.

Ein Mann der Jury feuert Platzpatronen aus einem Revolver ab. Der Hund bleibt ruhig. Soll er auch, denn das gehört zur Übung.

Auch Hundeführerin Daniela Müller bleibt fokussiert. Trainerin und Schäferhund halten inne, bleiben stehen und warten ab. Müller schickt ihren Vierbeiner in Richtung Fußballtor. Er rennt los. Mit enormer Geschwindigkeit. Ein lauter Schrei hallt kurz danach über den Platz. Auf Kommando des Frauchens bleibt „El Loco“ stehen, schaut kurz und legt sich dann an gewollter Stelle hin. Auch eine Übung.

Qualifikation für die WM

Später steht fest: Hundeführerin Daniela Müller gewinnt bei den Deutschen Meisterschaften und darf mit ihrem Hund „El Loco de Marina de los Molinos“ bei den Weltmeisterschaften teilnehmen.

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Langanhaltender Regen in den Tagen vor dem Wettbewerb hatte die Flächen in Petersaurach zum Teil in einen Schwamm verwandelt. Jeder Schritt am Samstagnachmittag lässt das Wasser aus dem Rasen austreten. Besucher, manche sogar in Gummistiefeln, um den schlammigen Bedingungen am Gelände zu trotzen, beobachten die Situation genau.

Funktionskleidung erfüllte Zweck

Die Funktionskleidung, die hier alle tragen, erfüllt in diesen Tagen endlich ihren ursprünglichen Zweck. Mit der Kapuze tief ins Gesicht gezogen verfolgen hartnäckig am Rand stehende Zuschauer die Teilnehmer aufmerksam. Denn: Gute Führung der Hunde ist hier ein hohes Gut und wird stets kritisch beobachtet.

Hartnäckig am Rand trotz Regenfällen halten sich auch die Standbetreiber. Zum einen gibt es verschiedene Halsbänder, Spielzeuge und Leinen für die verschiedensten Hunderassen zu kaufen. Bei anderen Ständen findet sich allerdings besonderes Equipment. Zur Vorbereitung auf Wettkämpfe braucht es spezielle Trainingseinheiten. So werden Schutzjacken, Polsterungen für verschiedene Gliedmaßen und Spezialleinen für die Sportler aus Fell zum Kauf angeboten.

Aus der ganzen Welt angereist

Die viertägige Veranstaltung begann mit einer Zuchtschau, bei der sich 24 Teilnehmer beweisen konnten. Elf davon nahmen an der Zuchtüberprüfung teil. Am eigentlichen Wettkampf beteiligten sich 56 Hundeführer aus ganz Deutschland, außerdem acht internationale Gäste aus Italien, Dänemark, Kroatien und Indien. Auch dabei waren die beiden jugendlichen Starter: Henry Rau (15) mit „Yuma Airport Hannover“ und Vivienne Bauer (18) mit „Cube von der großen Freiheit“.

Daniela Müller aus Bayern gewann mit ihrem Hund „El Loco de Marina de los Malinos“ und 287 Punkten den ersten Platz. Katrin Kröber aus Rheinland-Pfalz folgte mit „Ne pas toucher Aaron“ und 280 Punkten. Patricia Pehrsson aus Bayern belegte mit „Cafka vom Teldra“ und 278 Punkten den dritten Platz. Die maximale Punktzahl betrug 300.

Jugendsieger wurde Henry Rau

Jugendsieger wurde Henry Rau mit 253 Punkten, wodurch er sich für die Deutsche Jugendmeisterschaft aller Rassen in Rheine qualifizierte. Stephanie Ollmann (Bayern) mit „Fire vom schnellen Falken“ holte den Titel der Universalsiegerin für die meisten Punkte aus Schau und Wettkampf. Auch Henry Rau erhielt diesen Titel in der Jugendkategorie. Stephanie Ollmanns „Fire“ wurde als bester Hund der Zuchtschau ausgezeichnet.

Für die Weltmeisterschaft der belgischen Schäferhunde qualifizierten sich mehrere Teilnehmer: Daniela Müller, Katrin Kröber, Patricia Pehrsson, Patricia Schönfeld, Stefan Müller und Stephanie Ollmann dürfen sich auf das Weiterkommen freuen.

Während der Wettkampftage von Donnerstag bis Samstag waren nur die härtesten Fans anwesend, die trotz der widrigen Wetterbedingungen ausharrten. Zur Siegerehrung und zum Einmarsch der Teilnehmer am Sonntag kamen dann aber doch mehr als 500 Zuschauer.

Besuch von Söder wurde abgesagt

Ursprünglich war ein Besuch von Ministerpräsident und Schirmherr Markus Söder am Sonntagnachmittag geplant, der eine Rede halten wollte. Doch Söder sagte kurzfristig ab, um in die Hochwassergebiete Bayerns zu reisen und sich dort vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

Für ihn übernahm Landtagsabgeordneter Andreas Schalk gemeinsam mit dem stellvertretenden Landrat Stefan Horndasch und Bürgermeister Herbert Albrecht die Siegerehrung.

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