Peter Feuchtwangers Erbe lebt im Feuchtwanger Klaviersymposium weiter | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.04.2026 16:16

Peter Feuchtwangers Erbe lebt im Feuchtwanger Klaviersymposium weiter

Umringt von interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern: die Pianistin Ina Birk beim Feuchtwanger Klaviersymposium 2025 im Sängermuseum. (Foto: Paul Cibis)
Umringt von interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern: die Pianistin Ina Birk beim Feuchtwanger Klaviersymposium 2025 im Sängermuseum. (Foto: Paul Cibis)
Umringt von interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern: die Pianistin Ina Birk beim Feuchtwanger Klaviersymposium 2025 im Sängermuseum. (Foto: Paul Cibis)

Vor zehn Jahren ist Peter Feuchtwanger in London verstorben – und noch immer treffen sich Pianistinnen und Pianisten in seinem Namen in der Stadt, deren Name der Klavierprofessor, Komponist und Pianist trug. Wie zu Lebzeiten des verehrten Lehrers tun sie das nach Ostern.

Man wird weit gehen müssen, um etwas Vergleichbares zu finden – falls es Vergleichbares auf der Welt überhaupt gibt: Tage, die dem Klavierspiel und dem musikalischen Vermächtnis eines prägenden Künstlers gewidmet sind, der vor allem als Lehrer wirkte. Das Feuchtwanger Klaviersymposium tut genau das. In diesem Jahr zwischen dem 7. und 10. April. Einen halben Tag länger geworden ist es damit.

Meisterkurs-Tradition begann 1987

Zwischen 1987 und 2015 gab Peter Feuchtwanger jährlich nach Ostern einen Meisterkurs in Feuchtwangen. Die Namensgleichheit hatte ihn animiert, ihn in der Stadt zu etablieren, die seine jüdischen Vorfahren verließen, um sich in Fürth niederzulassen.

Als Peter Feuchtwanger im Frühjahr 2016 krankheitshalber nach 29 Jahren zum ersten Mal absagen musste – er war damals 85 –, aber alle schon ihre Reise gebucht hatten, war für sie klar, dass sie auf jeden Fall noch einmal in Feuchtwangen zusammenkommen wollten. Es wurden Tage des Austausches. Sie hatten Folgen.

Paul Cibis, der Vorsitzende der Peter Feuchtwanger Society (PFS), erinnert sich. Als Feuchtwanger im Juni 2016 verstarb, war offen, wie es weitergehen sollte. „Uns ist daher der Gedanke des Symposiums gekommen”. „Meisterkurs“ sollte das Ostertreffen im Sängermuseum nicht mehr heißen, auch um zu betonen, „dass nicht einer sozusagen die Weisheit preisgibt, sondern dass wir als langjährige Studenten und Neue zusammenkommen und uns austauschen”.

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Eine Philosophie des Miteinanderlebens

Das ist ganz im Sinne von Peter Feuchtwanger. „Er hat das wirklich sehr gesamtphilosophisch gesehen”, erzählt Paul Cibis. „Auf der einen Seite ging es um Triller und Fingersätze und ganz konkrete Dinge am Klavier. Aber letztendlich war das immer eingebettet in ein Weltbild und in eine Philosophie des Miteinanderlebens.”

Dass sich ein Klaviersymposium etablieren würde, war keineswegs sicher. Walter Soldner, Feuchtwangens zweiter Bürgermeister, bringt die Skepsis auf den Punkt: „Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass es sich verläuft.” Aber die Stadt Feuchtwangen unterstützte den Verein, der sich formiert hatte. Die Stadtwerke sponserten das Symposium mit bis zu 1500 Euro.

„Wir waren natürlich erfreut”, sagt Walter Soldner zu Paul Cibis und dessen Vereinsfreund Robert Bärwald beim Pressegespräch, „dass Sie weitermachen und es jetzt nach zehn Jahren immer noch fortgeht.” Die PFS wirbt flächendeckend, hat Hunderte von Musikschulen in Bayern und Baden-Württemberg angeschrieben und alle Musikhochschulen, berichtet Robert Bärwald. Eingeladen sind der pianistische Nachwuchs ab 14 Jahren genauso wie Profis oder Musikinteressierte.

Rund 30 Interessierte, mehr Platz ist kaum, haben sich angemeldet. „Wir haben Teilnehmer dieses Mal aus Deutschland, der Schweiz, Belgien, England und China”, sagt Paul Cibis. Wie zu Peter Feuchtwangers Lebzeiten ist der Schülerkreis international. Beim Symposium treffen sich Menschen, die Peter Feuchtwanger gekannt haben, und solche, die nur von ihm gehört haben, aber auf das Feuchtwanger Klaviersymposium neugierig sind.

Abschlussabend in der Stadthalle Kasten

Das Spektrum der Vorträge reicht in diesem Jahr von Alexandertechnik über Peter Feuchtwangers Fingersätze bis hin zu Werken von Bach, Beethoven, Chopin, Fink und Bartók. Erinnern möchte die PFS auch an Michael Garady mit Bildern, Geschichten, Video- und Tonaufzeichnungen: Der langjährige Lebenspartner von Peter Feuchtwanger, verstarb im August 2025 im Alter von 91 Jahren.

Enden wird das Feuchtwanger Klaviersymposium wie zu Peter Feuchtwangers Lebzeiten mit einem großen Konzert in der Stadthalle Kasten, bei dem einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums auftreten (9. April, 19 Uhr).

Detaillierte Informationen zum Feuchtwanger Klaviersymposium:
https://de.peterfeuchtwanger.org


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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