Ostertraditionen: Auf den Spuren der Bräuche in Rothenburg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.04.2024 14:39

Ostertraditionen: Auf den Spuren der Bräuche in Rothenburg

Museumsleiterin Inga Benedix (links), Stadtarchivar Dr. Florian Huggenberger und die aktuelle Praktikantin des Stadtarchivs, Katharina Löblein, stehen im Winterrefektorium des RothenburgMuseums, dem früheren Speisesaal. Hier haben die Nonnen gegessen – auch an Ostern. (Foto: Rebecca Dodaro)
Museumsleiterin Inga Benedix (links), Stadtarchivar Dr. Florian Huggenberger und die aktuelle Praktikantin des Stadtarchivs, Katharina Löblein, stehen im Winterrefektorium des RothenburgMuseums, dem früheren Speisesaal. Hier haben die Nonnen gegessen – auch an Ostern. (Foto: Rebecca Dodaro)
Museumsleiterin Inga Benedix (links), Stadtarchivar Dr. Florian Huggenberger und die aktuelle Praktikantin des Stadtarchivs, Katharina Löblein, stehen im Winterrefektorium des RothenburgMuseums, dem früheren Speisesaal. Hier haben die Nonnen gegessen – auch an Ostern. (Foto: Rebecca Dodaro)

An Ostern gibt es viele Traditionen. Diese reichen vom Färben, Bemalen und Verstecken von Eiern, einem Kuchen in Form eines Lamms bis hin zum Hasen, der am Sonntag die Körbchen bringt. Auch Osterfeuer gibt es vielerorts. Doch wie wurde das Fest vor vielen hundert Jahren gefeiert?

Stadtarchivar Dr. Florian Huggenberger und Praktikantin Katharina Löblein begaben sich auf die Suche nach einstigen Bräuchen. Sie fanden heraus, wie Geistliche das Osterfest im Dominikanerinnen-Kloster – dort wo sich heute das RothenburgMuseum befindet – feierten.

Mit Ostern endet auch die Fastenzeit. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das Fest. Bei der Recherche sind die beiden auf ein Dokument gestoßen, in dem Magdalena vom Rein, die von 1494 bis 1510 Priorin, also Leiterin des Klosters war, vom Ende der Fastenzeit berichtet.

Ende der Fastenzeit: Besonderes Essen an den Feiertagen

Sie lud am Gründonnerstag wichtige Menschen zum gemeinsamen Osteressen ein, unter anderem die für die Nonnen zuständigen Geistlichen, auch Kapläne genannt, sowie den Schultheiß, der als Beamter Verwaltungsaufgaben hatte.

Außerdem wurden der Bereiter, also ein berittener Amtsträger – wahrscheinlich der Verwalter der Güter im Umland, die dem Kloster gehörten – sowie der Beichtvater des Klosters zu einem Essen anlässlich des Festes der Auferstehung Jesu Christi geladen. Aufgetischt wurde Gebäck und Süßes: Lebkuchen, Mandeln, Latwerge, also eine Mischung aus Saft und Honig, Feigen, Brezen sowie Wein.

Die Nonnen erhielten dasselbe zum Speisen, aßen jedoch weiterhin getrennt im Refektorium. Dadurch kamen die Ordensfrauen nicht in Kontakt mit den Männern. Vor Ostern wurde im Kloster und auch im Spital geschlachtet, um für die Feiertage vorbereitet zu sein. Die Schlachtung als Vorbereitung auf das Fest war etwas Besonderes, denn in der Fastenzeit vor den Feiertagen war der Fleischverzehr verboten. An Ostern selbst wurde ein besonderer Fladen gebacken.

Dass zu den Festtagen Lamm und Eier verzehrt wurden, lässt auch für den lange in der Stadt ansässigen Deutschen Orden belegen. Es handelte sich um einen geistlichen Ritterorden. Dieser war fast überall im deutschsprachigen Raum vertreten. Der Orden war ähnlich wie das Dominikanerinnenkloster ein Wirtschaftsbetrieb und von der Stadt unabhängig. Schon damals bat man zu Tisch und deckte reichlich auf.

Gemeinsam zum Osterfeuer wandern

Auch heute haben viele Christinnen und Christen bestimmte Traditionen, was die Speisen an den Festtagen betrifft. An Gründonnerstag ist es Tradition, etwas Grünes, beispielsweise frische Kräuter, Grünkohl, Spinat oder Salat, zu essen. Viele backen ein Osterlamm und an Karfreitag gibt es anstelle von Fleisch Fisch. Dies geht auf vorchristliche Vorstellungen zurück.

Eine weitere Gemeinsamkeit sind die Osterfeuer, die bereits im Mittelalter stattfanden. Die gibt es heute noch – auch in der Stadt. Zum diesjährigen Osterfeuer im Taubertal führt Harald Krasser auf einer Wanderung am Ostersonntag, 31. März. Für alle, die teilnehmen wollen: Treffpunkt ist um 20 Uhr am Marktplatz. Die Wegstrecke ist nicht barrierefrei, betont Krasser. Er empfiehlt festes Schuhwerk.


Von Rebecca Dodaro
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