Ostdeutsche gehen häufiger in die Innenstadt | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 03.04.2025 02:07

Ostdeutsche gehen häufiger in die Innenstadt

18 Prozent der Ostdeutschen geben an, täglich in ihre Innenstadt zu gehen oder zu fahren. Bei Westdeutschen sind es lediglich zehn Prozent. (Symbolbild) (Foto: Stefan Sauer/dpa)
18 Prozent der Ostdeutschen geben an, täglich in ihre Innenstadt zu gehen oder zu fahren. Bei Westdeutschen sind es lediglich zehn Prozent. (Symbolbild) (Foto: Stefan Sauer/dpa)
18 Prozent der Ostdeutschen geben an, täglich in ihre Innenstadt zu gehen oder zu fahren. Bei Westdeutschen sind es lediglich zehn Prozent. (Symbolbild) (Foto: Stefan Sauer/dpa)

Menschen in Ostdeutschland besuchen ihre Innenstädte wesentlich häufiger. 43 Prozent zieht es einer Umfrage zufolge täglich oder mindestens zwei- bis dreimal pro Woche ins Stadtzentrum. Im Westen gibt dies nur jeder Dritte an. Das geht aus einer Sonderauswertung für die „Deutschlandstudie Innenstadt“ hervor. 

Dafür hat das Beratungsunternehmen Cima im Juni und Juli 2024 im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und des City-Management-Verbandes Ost (CMVO) knapp 5.050 Menschen repräsentativ befragt.

Das Einkaufen ist demnach in beiden Landesteilen das häufigste Motiv, weshalb Konsumenten die Innenstädte aufsuchen. Dennoch gibt es Unterschiede: Im Westen werden gastronomische Angebote und Arztbesuche öfter als Besuchsgrund genannt. Im Osten sind derweil öffentliche Einrichtungen, Bibliotheken, Feste, berufliche Anlässe, Bildung und Kulturangebote wie Theater oder Kino wichtiger. 

Gemeinsame Probleme: Verkehr und Stadtbild

Aus Sicht von CMVO-Vizepräsidentin Susann Liepe verfügen die Stadtzentren in ostdeutschen Bundesländern über eine „ausgewogenere Mischung“ als im Westen. „Im Osten sind mehr öffentliche Einrichtungen, Arbeitsplätze, Bildungsinstitutionen und Dienstleistungen in den Zentren angesiedelt.“ Das bringe mehr Menschen in die Innenstädte. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass Nutzungsmotive stärker gekoppelt würden.

Handlungsbedarf gibt es laut Umfrage in Innenstädten in Ost und West vor allem bei Stadtbild und Aufenthaltsqualität sowie Mobilität, Verkehr und Parken. In Westdeutschland sehen die Befragten einen größeren Investitionsbedarf. Die Studienautoren begründen dies damit, dass in ostdeutschen Städten nach der Wende vielfach bereits aufwendige Sanierungen durchgeführt worden seien.

Berlin, München, Hamburg und Dresden am beliebtesten

Außerdem zeigt die Umfrage: Menschen aus Ostdeutschland interessieren sich mehr für Innenstädte im ganzen Bundesgebiet, Westdeutsche vor allem für die im Westen. So schafft es bei den Befragten aus den alten Bundesländern außer Berlin keine ostdeutsche Stadt in die Top 10. 

„Es scheint so, als ob viele Westdeutsche auch fast 45 Jahre nach der Wende den Osten noch nicht für sich entdeckt haben“, sagte Liepe. Bei Befragten aus den neuen Bundesländern führen Berlin, Dresden und Leipzig das Ranking der attraktivsten Innenstädte an. Im Westen liegen München, Hamburg und Köln vorn. Die Hauptstadt schafft es lediglich auf den fünften Rang.

Ost und West haben jedoch mit denselben Herausforderungen zu kämpfen. In beiden Landesteilen besuchen viele Menschen ihre Innenstädte nach eigenen Angaben nicht mehr so oft wie in den Jahren vor 2022. Die Besucherzahlen könnten weiter sinken. Im Westen geben mehr als 30 Prozent an, die Stadtzentren künftig seltener ansteuern zu wollen, im Osten 28 Prozent. Häufiger kommen wollen hingegen nur jeweils gut 10 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:250403-930-422124/1


Von dpa
north