In Sachen Ortsumgehung Lenkersheim hat sich nun auch der hiesige Bundestagsabgeordnete der CSU, Tobias Winkler, zu Wort gemeldet. Ein Nein zur Umfahrung der Bundesstraße 470 hält er für wenig wahrscheinlich, maximal wird die Baumaßnahme später verwirklicht als gedacht. Dann sieht er die hiesigen Abgeordneten in der Pflicht.
Vergangenen Woche hatten Grünen-Bundestagsabgeordneter Sascha Müller, seine Fraktionskollegin Rebecca Lenhard und Landtagsabgeorbnete Barbara Fuchs, auf eine „Streichliste” des Bundesverkehrsministeriums hingewiesen, auf der Bauvorhaben an Bundesautobahnen und Bundesstraßen standen, „die aufgrund knapper Kassen vorerst nicht realisiert werden”. Darauf stand unter anderem auch die geplante Umfahrung der Bundesstraße 470 bei Lenkersheim.
Während die Fraktion der Grünen im Bundestag das Papier laut Fuchs für „authentisch” hielt, betonte das zuständige Staatliche Bauamt Ansbach auf Nachfrage unserer Redaktion, dass diese Liste keinesfalls fix sei. Noch laufe eine Anhörung. Bundestagsabgeordneten Winkler erreichten daraufhin nach eigenem Bekunden etliche besorgte Anrufe von Bürgern und Parteikollegen, unter anderem vom stellvertretendem Landrat Hans Herold und vom CSU-Ortsverband Bad Windsheim, mit der Bitte, sich zu kümmern.
Winkler zeigte sich erstaunt vom plötzlichen „Aktivismus der Grünen”, hätten sich diese doch bislang wenig für eine Verkehrsentlastung in dem Bad Windsheimer Ortsteil eingesetzt. Zur Sache könne er sagen: „Wir stehen gerade am Anfang des Parlamentsverfahrens”, der Haushalt 2026 werde derzeit aufgesetzt und über die Projekte, die auf dem „Arbeitspapier”, so nennt Winkler die Liste, welche die Grünen „Streichliste” nennen, sei noch nicht gesprochen worden.
Freilich machten sich alle Abgeordneten derzeit Sorgen, „dass ihre Projekte nicht verwirklicht werden”, aber man dürfe „die Leute jetzt nicht verrückt machen.” Sollte am Ende hinter der Ortsumgehung Lenkersheim ein „Nein” stehen, dann müssen die hiesigen Abgeordneten aller Couleur aktiv werden. Aber auch dann bedeute es nach Winklers Einschätzung nicht das definitive Aus, sondern nur eine Verschiebung, „vielleicht um ein Jahr”. Bis November rechnet Winkler mit einer Entscheidung.
Und was ist mit dem beschlossenen Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro? Dazu sagt Winkler, dass man bedenken müsse, dass dieses Geld auf zwölf Jahre verteilt ausbezahlt und nicht nur für Infrastruktur, sondern beispielsweise auch für Sicherheit und die Kommunen verwendet werden soll. „Das schmilzt in den Händen davon.” Jahrzehntelang sei einfach viel zu wenig investiert worden und das falle einem jetzt auf die Füße. Dazu komme die Preisentwicklung im Straßenbau. Man müsse mittlerweile von 30 bis 60 Prozent höheren Kosten ausgehen, als geplant.