„Hier ist der Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst”, meldet sich Disponent Tilman Wörrlein am Telefon. Ruhig und konzentriert sammelt er nach einem strukturierten Ablauf die Informationen über einen Unfall, der gerade passiert ist. Routine für ihn – außer, dass ihm Ministerpräsident Markus Söder über die Schulter schaut.
Söder besuchte am Dienstag im Vorfeld einer Kabinettssitzung in der Ansbacher Orangerie die nagelneue Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung im Ansbacher Stadtteil Brodswinden. Begleitet wurde der Ministerpräsident unter anderem von Innenminister Joachim Herrmann, der darauf verwies, dass die Leitstellen auch mit der Polizei vernetzt sind. Neben einer optimalen Versorgung und einer schnellen Alarmierung seien die Leitstellen auch eine wichtige Vorsorge für Katastrophenfälle.
Modernste Digitaltechnik hilft dem Disponenten, bei mehreren gleichzeitig zu bearbeitenden Notfällen die Übersicht zu behalten. Unter anderem steht ihm ein automatisches Simultan-Übersetzungsprogramm auf KI-Basis zur Verfügung, wenn Anrufer bei der Notrufnummer 112 kein Deutsch können.
Aber zurück zum Unfall. Tilman Wörrlein gibt die Daten zum Unfall sofort an die Feuerwehr Brodswinden und den Rettungsdienst des Roten Kreuzes weiter. Die symbolisch arrangierte Unfallstelle liegt direkt vor der Leitstelle. Dort ist Stephan Kraheberger, der blutig geschminkt das Opfer spielt, in einem verbeulten Kleinwagen eingeklemmt.
Wenige Minuten später rücken die Frauen und Männer der Feuerwehr Brodswinden an und bringen den massiven Spreizer in Stellung, mit dem die klemmende Tür geöffnet wird. Von der anderen Seite des Fahrzeugs kümmert sich schon ein Rettungssanitäter um den Verletzten.
Der Ministerpräsident, inzwischen mit einer Jacke der Feuerwehr Brodswinden ausgestattet, beobachtet das Geschehen aufmerksam mit den zahlreichen anderen Politikern aus der Region, die zu dem Termin gekommen sind. Die Feuerwehrleute spulen ihr gründlich eingeübtes Programm routiniert habe. Sobald die Tür aufspringt, bugsieren sie das Opfer vorsichtig auf Plastikbretter, auf denen sie es bis zur zwei Meter entfernt stehenden Trage des Rettungsdienstes transportieren.
Dann geht es für den verletzten Mann in den Rettungswagen, der ihn im Ernstfall in ein Krankenhaus bringen würde. Markus Söder dankte den Rettungskräften mit einem Händedruck und einem gemeinsamen Foto „für die maximal tolle Zusammenarbeit”, bevor er zur Kabinettssitzung in der Orangerie aufbrach.