Opfer eines Hackerangriffs: Gollhofen und Weigenheim hatten Glück im Unglück | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.03.2026 18:54

Opfer eines Hackerangriffs: Gollhofen und Weigenheim hatten Glück im Unglück

Die Baufirma, die im Weigenheimer Kapellbergweg tätig ist, wurde gehackt. Doch die Polizei ermittelte den Schuldigen. (Foto: Gertraud Nöth)
Die Baufirma, die im Weigenheimer Kapellbergweg tätig ist, wurde gehackt. Doch die Polizei ermittelte den Schuldigen. (Foto: Gertraud Nöth)
Die Baufirma, die im Weigenheimer Kapellbergweg tätig ist, wurde gehackt. Doch die Polizei ermittelte den Schuldigen. (Foto: Gertraud Nöth)

Bauanträge, Satzungsänderungen oder Haushaltsberatungen bestimmen meist die Tagesordnung im Gemeinderat. In der jüngsten Sitzung berichtete Bürgermeister Rainer Mayer aber über einen handfesten Kriminalfall – zum Glück aber über einen mit Happy End.

Die Baufirma, die sowohl in Weigenheim im Kapellbergweg als auch in Gollhofen in der Ortsdurchfahrt tätig ist, wurde gehackt. Die Kriminellen bewiesen offenbar langen Atem und seien hochprofessionell vorgegangen, berichtete Mayer.

So wurde den beteiligten Gemeinden schon mit zeitlichem Vorlauf angekündigt, dass sich die Bankverbindung der Baufirma demnächst ändern werde. Später kam dann die Rechnung mit der richtigen Rechnungsnummer, dem Original-Briefkopf und den Beträgen, welche die Gemeinden erwartet hatte. Weigenheim überwies 135.000 Euro, Gollhofen noch einen wesentlich höheren Betrag. Immerhin setzt die Firma in beiden Ortschaften Projekte mit einem siebenstelligen Auftragsvolumen um. In Weigenheim spricht die Firma von 1,25 Millionen Euro, in Gollhofen von knapp sechs Millionen Euro.

„Spannende” Zeit in der VG-Kasse

Aufgeflogen ist der Schwindel erst, als die Baufirma anfragte, warum der Betrag denn noch nicht überwiesen worden sei. Das Geld sei zu einer deutschen Niederlassung einer argentinischen Bank transferiert worden. „Das war eine sehr spannende Zeit in der Kasse der Verwaltungsgemeinschaft”, erinnert sich Mayer an die Aufregung, nachdem die Straftat bekannt geworden war. Die Luft habe gebrannt. Immerhin: Es existiert eine Versicherung, die im Falle eines Falles eingesprungen wäre.

Doch alles ging gut aus. Zwar habe man nach der Anzeige zunächst nicht mehr viel von der Polizei gehört. Doch die machte ihre Arbeit offenbar erfolgreich im Verborgenen. Nach vier Wochen wurden die ergaunerten Summen aus Spanien zurücküberwiesen. Der Täter sei gefasst worden, berichtete Mayer den Rätinnen und Räten. Die atmeten noch im Nachhinein erleichtert auf. Schließlich waren die Haushaltsberatungen auch so schon keine reine Spaßveranstaltung.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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