Am Freitag fand die Feier zur Verkehrsfreigabe der Oberscheinfelder Langgasse statt. Die Absperrungen und die damit verbundenen Umleitungen bleiben allerdings aufgrund der Witterungslage noch über das Wochenende bestehen.
Die Pflasterbaufirma FNB unter der Bauleitung von Michaela Blumenstock und Geschäftsführer Markus Stoll hatte an den Fahrbahnrändern Rillen ausgefräst, die noch vergossen werden müssen. Diese Arbeiten waren eigentlich für Freitag geplant, fielen nun aber buchstäblich ins Wasser. Dies schien aber die einzige zeitliche Verschiebung in der Bauphase gewesen zu sein. Wie Bürgermeister Peter Sendner betonte, wurde die Staatsstraße im Vergleich zu anderen Projekten in der Kommune in Rekordzeit fertig.
Dankbar zeigte sich Sendner auch über die Zuschüsse aus der Städtebauförderung, ohne welche die Kosten nicht zu stemmen gewesen wären. Durch die inflationsbedingten Preissteigerungen sind diese auf einen Gesamtwert von knapp über eine Million Euro angestiegen.
Veranschlagt waren ursprünglich 986.000 Euro. Für die Gemeinde verbleiben zunächst 290.000 Euro. Die darin enthaltenen 63.000 Euro für Leerrohre amortisieren sich beim Verkauf der Internet-Leitungen und die 48.000 Euro für den Regenwasserkanal werden mit den Abwassergebühren teilfinanziert. Auch Baudirektor Frank Biedermann vom Staatlichen Bauamt Ansbach zeigte sich mit der kurzen Bauzeit von weniger als einem Jahr zufrieden.
Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Baufirma und dem Stadtplaner und Landschaftsarchitekten Frieder Müller-Maatsch. Das Bauamt war für die 250 Meter lange Strecke mit 428.000 Euro für den Fahrbahnausbau an den Kosten beteiligt. Man habe sich zugunsten der Fußgänger nicht immer an die übliche Breite von 6,50 Metern inklusive Entwässerungsrinne gehalten. Müller-Maatsch hatte neben der Straße auch die grüne Planung im Visier. Ihm war neben dem fließenden Verkehr wichtig, dass sich die Anlieger im Straßenraum, sprich von der Straße über den Gehweg und Vorgärten bis zur Hausfassade, wohlfühlen. Bäume wurden teils in Vorgärten und im Vorbereich der Arztpraxis an der Langgasse gepflanzt.
In diesem Zusammenhang lobte er die Anwohner für deren Mithilfe und appellierte gleichzeitig an selbige, beim Pflegen der Grünflächen vor ihren Häusern möglichst zu helfen.
Der Geschäftsführer der Baufirma, Markus Stoll, resümierte, wie es dazu kam, dass seine in Lehrberg bei Ansbach ansässige Firma nach Oberscheinfeld kam. Normalerweise agiere man in einem Radius von 50 Kilometern rund um Ansbach. Doch als Auftragsnot bestand, hatte man sich im erweiterten Umkreis umgesehen und als einziger Anbieter den Zuschlag für Oberscheinfeld erhalten.
Die Belegschaft sei zunächst nicht sehr erfreut gewesen, eine so weite Strecke zur Baustelle in den Steigerwald fahren zu müssen. Nach einigen Tagen hervorragender Vollverpflegung durch den Frauenbund änderte sich die Lage. Auch die lösungsorientierte Zusammenarbeit mit Planer, Gemeinde und Bauamt hätten zu einer „Top-Leistung“ geführt.