„Die Sicherheit unserer Kinder auf dem Schulweg liegt uns allen am Herzen“: So äußerte sich Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum zu Schuljahresbeginn. Eltern aus Dautenwinden nehmen dies zum Anlass und fordern, die Verkehrssituation im Sinne der Kinder in dem Ansbacher Ortsteil zu verbessern.
Wer häufiger durch Dautenwinden fährt, kennt die Gegebenheiten gut. Die Ortsdurchfahrt ist relativ schmal, durch die Bebauung ist neben der Straße wenig Platz. Dies gilt auch für den Bereich der Bushaltestelle. Aufgrund der Gegebenheiten sorgen sich einige Eltern um die Sicherheit der Kinder, die hier auf den Bus warten.
An der Haltestelle sind die Kinder genötigt, ungesichert an der auch vom Schwerlastverkehr genutzten Ortsdurchfahrt zu stehen und diese auch zu überqueren, wie Anwohnerin Julia Dürner betont. Letzteres vor allem dann, wenn der Bus aus Richtung Meinhardswinden kommt. Auf dieser Seite gibt es keine Haltestelle. „Natürlich müssen die Kinder auch aufpassen“, macht Julia Dürner deutlich. „Aber es sind halt Kinder.“
Sie und andere Eltern aus Dautenwinden fordern deshalb Maßnahmen, um die Sicherheit zu verbessern. Denn durch das Gewerbegebiet Ansbach West habe der Verkehr zugenommen. Seit Juli gilt in dem Bereich eine Tempobegrenzung auf 30 Stundenkilometer.
Wirklich glücklich sind die Anwohner damit aber nicht. Denn das Limit gilt nur in Fahrtrichtung Elpersdorf und endet kurz nach der Bushaltestelle. Deshalb können sie diese Anordnung nicht nachvollziehen, wie Dürner betont. Hinzu kommt nach ihren Worten, dass aufgrund der Enge Busse oder zum Beispiel Lastwagen teilweise auf den schmalen Gehweg ausweichen müssen, also genau dort, wo die Kinder warten.
Die Tempobeschränkung in nur eine Richtung, die seit Juli gilt, ist kein Versehen, wie die Stadtverwaltung deutlich macht. Anne Ziegler vom Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters bestätigt, dass es einen Vor-Ort-Termin und auch Geschwindigkeitsmessungen gegeben hat.
Ein Ergebnis war, dass in Fahrtrichtung Meinhardswinden weniger zu schnell gefahren wird, als in die entgegengesetzte Richtung. Zudem sei der Streckenverlauf hier deutlich unübersichtlicher. Deshalb hat die Stadtverwaltung auf dieser Seite eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h angeordnet.
Dass die Anordnung nicht für den gesamten Bereich erfolgt ist, begründet die Straßenverkehrsbehörde mit dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Demnach sollen so viele Maßnahmen umgesetzt werden wie nötig, um ein Ziel zu erreichen, wie Ziegler erklärt. Andererseits sollen so wenige Eingriffe wie möglich erfolgen.
Während die Eltern von einem „irrwitzigen Tempo 30“ sprechen, konnte offenbar auch Oberbürgermeister Thomas Deffner die Entscheidung seiner Verkehrsbehörde nicht nachvollziehen. Nachdem das Thema in der Zwischenzeit bei ihm auf dem Schreibtisch gelandet ist, gab es laut Anne Ziegler einen weiteren Ortstermin.
Das neue Ergebnis dürfte die Eltern in Dautenwinden freuen: Denn jetzt soll auch in Richtung Meinhardswinden, also auf der Straßenseite der Haltestelle, Tempo 30 angeordnet werden.