Nun kommt Bewegung in das Kleinsteinacher Projekt „Gemeinschaftshaus” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.06.2025 19:06

Nun kommt Bewegung in das Kleinsteinacher Projekt „Gemeinschaftshaus”

Noch liegt das ehemalige Kleinsteinacher Feuerwehrhaus noch ein wenig im Dornröschenschlaf, doch schon bald soll der Umbau losgehen, wenn es nach den Bürgerinnen und Bürgern geht. (Foto: Johannes Zimmermann)
Noch liegt das ehemalige Kleinsteinacher Feuerwehrhaus noch ein wenig im Dornröschenschlaf, doch schon bald soll der Umbau losgehen, wenn es nach den Bürgerinnen und Bürgern geht. (Foto: Johannes Zimmermann)
Noch liegt das ehemalige Kleinsteinacher Feuerwehrhaus noch ein wenig im Dornröschenschlaf, doch schon bald soll der Umbau losgehen, wenn es nach den Bürgerinnen und Bürgern geht. (Foto: Johannes Zimmermann)

Der Kleinsteinacher Dorfverein sitzt bald auf der Straße. Das Schützenhaus wurde den Mitgliedern gekündigt und ein Dorfgemeinschaftshaus gibt es nicht. Noch nicht. Denn in der Bürgerredezeit der April-Ratssitzung forderten die Kleinsteinacher den Umbau des ehemaligen Feuerwehrhauses zum Gemeinschaftshaus – und nun kommt Bewegung in die Sache.

Bänke, Stühle, Geschirr für die Bewirtung von 100 Personen: Im bisherigen Domizil lagerte einiges an Inventar. Bis zum 15. Juli muss es die Dorfgemeinschaft geräumt haben. Erst am Samstag lief wieder ein Arbeitseinsatz, berichtet der Vorsitzende Herbert Dill auf Nachfrage. Eine wirkliche Zwischenlösung gibt es nicht, die Bürgerinnen und Bürger haben jetzt notdürftig alles in die ehemalige Dreschhalle eingelagert. Ein Dauerzustand, das betont Dill am Telefon, ist das aber nicht.

Im Ort regiert wieder die Hoffnung

Doch im Ort regiert wieder ein bisschen die Hoffnung. Nachdem die Kleinsteinacher in der Bürgerrede-Zeit der April-Gemeinderatssitzung ihr Dilemma und die drohende Obdachlosigkeit dargestellt hatten, verhallte der Hilferuf nicht ungehört. Die Grünen und auch die CSU/FWG hatten sich in der Zwischenzeit vor Ort ein Bild von der Lage gemacht, erzählt Herbert Dill. Am heutigen Mittwoch soll dann das versprochene Treffen mit dem Ratsgremium und den Bürgern vor Ort stattfinden.

Dem griff die Grünen-Fraktion mit einem Antrag aber ein bisschen vorweg – und auch in der jüngsten Ratssitzung hatte es mehrere Appelle unter anderem seitens Silvia Gerhardt (Grüne) und Gerhard Knöchlein (CSU/FWG) gegeben, dass Kleinsteinach beim Thema Dorfgemeinschaftshaus nicht leer ausgehen dürfe. Dietmar Rückert (CSU/FWG) hatte sich aber optimistisch gezeigt, dass das Ratsgremium das Projekt sicherlich noch im Haushalt unterbekommt, obwohl der finanzielle Spielraum begrenzt ist.

Mit einem Schreiben vom 14. Mai hatten die Grünen beantragt, ein Dorfgemeinschaftshaus zu bewilligen. Schließlich müssten die Bürger irgendeinen Treffpunkt im Ort haben – und zum anderen sei das alte Feuerwehrhaus ohnehin im Besitz der Gemeinde und werde seit Jahren kaum genutzt. Das schade auf Dauer auch der Immobilie. „Der Wunsch des Dorfvereins, dieses Anwesen, bei dem bereits das Backofenfest stattfindet, auch für sonstige Vereinsaktivitäten, zum Beispiel ihre regelmäßigen Zusammenkünfte, zu nutzen, würde daher dem Interesse der Gemeinde und dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger Kleinsteinachs nach einem Ort für Gemeinsamkeit entgegenkommen“, argumentieren Ursula Pfäfflin Nefian und Silvia Gerhardt im Antrag.

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Umbauarbeiten sind notwendig

Um das Feuerwehrhaus jedoch einer neuen Nutzung – und somit auch dem langfristigen Erhalt – zuzuführen, sind ein paar Umbauarbeiten dringend erforderlich. Im Versammlungs- und im Lagerraum müssen jeweils neue Böden verlegt werden, im Versammlungsraum ist außerdem zusätzlich eine Isolierung nötig, heißt es im Antrag. „Für die Heizung des Versammlungsraumes und der Küche wäre wahrscheinlich ein Kaminofen mit Außenkamin die sinnvollste und kostengünstigste Lösung.“ Wichtig und notwendig wäre auch der Anbau eines Vorraumes inklusive einer Garderobe, die beiden vorhandenen Fenster müssten ersetzt und die Wände im Lagerraum instand gesetzt werden.

Die Mitglieder des Dorfvereins hatten schon angekündigt, dass sie bereit sind, selbst mit anzupacken und möglichst viel in Eigenregie zu erledigen, wie Dill im Gespräch mit unserer Redaktion noch einmal bekräftigt. Und, wie die Grünen betonen: „Die Gemeinde hat fachlich kompetente Bauhofmitarbeiter, so dass die finanzielle Belastung der Gemeinde überschaubar sein wird.“ Eine Umwidmung und die Bauarbeiten am ehemaligen Feuerwehrhaus seien auch „im Hinblick auf die Gleichbehandlung aller Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger“ nur fair. Die benötigten Mittel gibt das Duo mit rund 30.000 Euro an.

Ob das jedoch realistisch ist, weiß Bürgermeister Gerhard Eichner noch nicht so ganz – er will auch dem Termin der Räte mit den Vereinsmitgliedern nicht vorgreifen, zeigt sich aber durchaus gewillt, die Gelder noch in den Haushalt 2025 einzustellen, der vom Ratsgremium bislang noch nicht verabschiedet worden ist.

Auf der Suche nach der Kostensumme

Ziel der Zusammenkunft ist es für Eichner auch, eine möglichst genaue Summe zu ermitteln, die für die Umbauarbeiten anfallen würde – „je nach dem, was die Dorfgemeinschaft selbst machen kann“. Das soll heute ebenfalls eruiert werden. Und der Bürgermeister will auch dem Wunsch der Kleinsteinacher entsprechen, das Dorfgemeinschaftshaus „so einfach wie möglich“ zu halten, ohne Schickimicki, nur das Nötigste.

In der nächsten Ratssitzung am 30. Juni soll das Thema Dorfgemeinschaftshaus Kleinsteinach auf der Tagesordnung stehen – und das Projekt möglichst beschlossen werden. „Wir müssen schauen, dass wir bis zum 30. Juni schon Zahlen vorliegen haben“, sagt Eichner mit Blick auf die Kosten. Und vielleicht ist das Vorhaben bis zum Backofenfest im Oktober ja sogar schon umgesetzt.

Darüber wäre Herbert Dill zumindest sehr froh. Zwar ist ein Not-Domizil für das Interieur des Vereins gefunden worden und das eine oder andere Teil wurde auch aussortiert. Aber trotzdem sollen die Tische und Stühle und vor allem die geliebte Eckbank möglichst schnell im neuen Dorfgemeinschaftshaus im ehemaligen Feuerwehrhaus einen neuen Stammplatz und der Verein wieder eine feste Bleibe finden.

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