Notfallsanitäter aus Rauenzell gibt Kurse für mehr Sicherheit | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.09.2024 07:00

Notfallsanitäter aus Rauenzell gibt Kurse für mehr Sicherheit

Ein Handlungsplan für Notfälle: Maximilian Steinhöfer mit seinem selbst entwickelten Algorithmus für Sofortmaßnahmen bei Säuglingen und Kindern. (Foto: Antonia Müller)
Ein Handlungsplan für Notfälle: Maximilian Steinhöfer mit seinem selbst entwickelten Algorithmus für Sofortmaßnahmen bei Säuglingen und Kindern. (Foto: Antonia Müller)
Ein Handlungsplan für Notfälle: Maximilian Steinhöfer mit seinem selbst entwickelten Algorithmus für Sofortmaßnahmen bei Säuglingen und Kindern. (Foto: Antonia Müller)

„Ich bin schon mal zu spät gekommen“, erzählt Maximilian Steinhöfer. Als Notfallsanitäter hat er schon miterlebt wie Kinder sterben. Deshalb hat er sich vorgenommen, Eltern mehr Sicherheit für Notfälle bei Säuglingen und Kleinkindern zu geben. Junge Leben retten, ist das Ziel des 34-Jährigen aus dem Herrieder Ortsteil Rauenzell (Landkreis Ansbach).

„Es ist einfach nichts Alltägliches“, erzählt er. Notfälle mit Kindern sind selten, auch im Rettungsdienst. Und sie sind immer schlimm. Nach den schlimmen Erfahrungen grub Steinhöfer sich also tiefer in diese Materie ein. Besonders schockiert haben ihn dabei die Todesfälle durch Ertrinken.

Ein Blick auf die Zahlen. 37 Kinder zwischen ein und 15 Jahren sind allein im vergangenen Jahr ertrunken. Das berichtet das Statistische Bundesamt im Bericht über die Todesursachen in Deutschland. Zum Vergleich: Bei Stürzen waren es insgesamt 19 Kinder und Jugendliche.

Einfache Maßnahmen gegen Ertrinken

Kinder haben einen anderen Körperschwerpunkt und können sich deshalb auch aus Pfützen oder Planschbecken mit wenigen Zentimetern Wasserhöhe nicht selbst retten. Außerdem ertrinken Kinder leise, sie schreien und zappeln nicht, erklärt Maximilian Steinhöfer. Es ist ein Notfall, der sich verhindern lässt, meint der 34-Jährige. „Das finde ich so traurig.“ Mit einfachen Maßnahmen wie bunten Badehosen am See oder Anti-Rutsch-Matten in der Badewanne kann schon präventiv viel getan werden.

Andere Notfälle lassen sich nicht so leicht abwenden. Dann ist es wichtig, dass Mama und Papa wissen, was zu tun ist. „Die Eltern sind das wichtigste Glied: Sie müssen die Zeit überbrücken, bis der Rettungswagen da ist.“ Maximal 15 Minuten sollte das in Deutschland dauern. Und genau die Sachen, die in dieser Zeit zu tun sind, vermittelt Steinhöfer in Kursen, durch Blogbeiträge oder Hörbücher.

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Feuerwehr war mit vier Jahren klar

Sein Unternehmen „Das Wichtigste schützen“ dreht sich um Erste Hilfe bei Säuglingen und Kindern. 2020 gründete er die Firma. Maximilian Steinhöfer hat sein Leben voll und ganz dem Helfen verschrieben. „Schon mit vier Jahren habe ich gesagt, ich will Feuerwehrmann werden.“ Was viele Kinder sich wünschen, hat Steinhöfer wahr gemacht.

Als Jugendlicher engagierte er sich in der Jugendfeuerwehr in Weihenzell, wo er aufwuchs. Später machte er die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Heute arbeitet er bei der Berufsfeuerwehr in Nürnberg. Nebenbei engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Herrieden, bei der Rettungsleitstelle und im Rettungsdienst. Zündend für die Unternehmensidee war ein Zwischenfall vor rund fünf Jahren. In einem Nachbardorf hatte ein Kind einen Fieberkrampf. Im Nachgang baten ihn einige Dorfbewohner, einen Vortrag zu halten. Das hat Steinhöfer „riesige Freude“ bereitet.

Anekdoten aus dem Berufsalltag

Auf humorvolle Art und angefüttert mit zahlreichen Geschichten aus seinem Beruf klärt er seitdem viele Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer auf. Er entwickelte ein Diagramm, das mit Pfeilen verdeutlicht, was Ersthelfer bei den Kindern prüfen sollten, bevor sie die 112 wählen und was im Anschluss zu tun ist. Auch einen Online-Kurs hat er entwickelt und ein Hörbuch „zum Nebenbei-Hören“ aufgenommen.

Längst stemmt Maximilian Steinhöfer das alles nicht mehr allein. Seine Frau übernimmt Schriftverkehr und Verwaltung. Mehrere ausgebildete Notfallsanitäter geben inzwischen Kurse für die Kunden. Der 34-Jährige ist extrem dankbar für sein Team, das gemeinsam mit ihm für seine Herzensangelegenheit arbeitet. „Ich möchte noch vielen Menschen die Ängste nehmen, im Notfall etwas zu tun“, sagt Steinhöfer. Zwar werde man im Notfall von der Leitstelle am Telefon nie allein gelassen, doch „oft sind es kleine Griffe, die Leben retten.“

Den Algorithmus für lebensrettende Maßnahmen gibt es kostenlos zum Download auf der Internetseite www.das-wichtigste-schuetzen.de, außerdem auch Blogbeiträge zu Themen wie „Sonnenstich beim Baby“.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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