Kommt es beim Heimwerken zu Unfällen, sind mitunter sie verantwortlich dafür: Nachlässigkeit, Improvisation und Selbstüberschätzung.
„Man denkt „Ist ja nur kurz” oder „Das passt schon” - und schon steht man in Flipflops in der Werkstatt, nutzt eine Getränkekiste als Tritt oder fixiert ein Werkstück mit dem Knie“, schildert Frank Werner von der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) in einem Beitrag der Aktion „Das sichere Haus“ (DSH).
Und genau solche oder ähnliche Situationen können selbst erfahrenen Heimwerkern und Heimwerkerinnen zum Verhängnis werden, auch bei Tätigkeiten, die sie schon gefühlt hundertmal reibungslos erledigt haben. Wichtig also: auch bei Routinearbeiten immer konzentriert und mit der kompletten Schutzausrüstung werkeln.
Dazu gehört etwa, nur mit Schutzbrille zu schleifen, um Augenverletzungen durch Splitter zu vermeiden. Und nicht ohne Atemschutz: Sonst können schädliche Staub- oder Farbpartikel in die Lunge gelangen. Gleiches gilt beim Umgang mit Farben und Lacken.
Bei längeren Säge-, Bohr- oder Schleifarbeiten sollte man außerdem einen Gehörschutz tragen. Auch wichtig: Arbeitshandschuhe anziehen, die Schnitt- und Quetschverletzungen vorbeugen, und stabiles Schuhwerk. Letzteres schützt vor herabfallendem Material und verhindert durch eine griffige Sohle, dass man auf glatten Böden ausrutscht.
Überhaupt sollten Heimwerkerinnen und Heimwerker laut DSH auf die passende Kleidung achten: Lange Ärmel und lange Hosenbeine schützen die Haut besser als Shorts und Tops. Ärmel krempelt man demnach am besten nach innen auf, damit man nicht an ihnen hängenbleibt. Armbänder und vor allem Halsketten sollten immer abgelegt werden - an letzteren kann man sich im schlimmsten Fall strangulieren. Lange Haare sind am sichersten zu einem Zopf gebunden oder hochgesteckt. So können sie sich nicht so leicht in Maschinen verfangen.
Wichtig: Entfernen Sie Öl-, Farb- und Staubreste und räumen Sie Kabel, Werkzeuge und andere Materialien nach Ihren Arbeiten immer direkt auf. Sie werden sonst zu Rutsch- und Stolperfallen. Wer in der Höhe arbeitet, sollte außerdem nur stabile Leitern mit Halte- und Abstellmöglichkeiten oder kleine Gerüste nutzen, um nicht abzustürzen. Improvisierte Tritthilfen wie Stühle, Eimer oder Kisten sind tabu.
Und auch wenn Sie ambitionierte DIY-Projekte vor Augen haben: Nicht jedes Werkzeug gehört in Laienhände. Frank Werner zufolge zählen dazu etwa Flex, Bohrhammer oder Kreissäge, auch wenn sie frei im Handel oder im Verleih erhältlich sind. Ein weiteres Problem laut dem stellvertretenden Hauptabteilungsleiter der BG BAU: „Hobbyhandwerker und -handwerkerinnen greifen oft zu billigen oder defekten Geräten, entfernen Schutzeinrichtungen oder verzichten auf Abdeckungen.“ Auch das kann gefährlich sein.
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