Jonas Pöltl ist ein Sinnsucher. Den Neustädter Autor beschäftigt die Frage, wie man im Leben glücklich wird. Darauf gibt es keine einfache Antwort. Pöltl versucht trotzdem, sich in seinen Büchern dem Lebenssinn anzunähern.
In seinem Brotberuf ist der 39-Jährige Ingenieur und Teamleiter in einem Elektroautomobilkonzern in Erlangen. Gerade ist sein viertes Buch erschienen. Der Roman „Der Traum des Nomaden“ beschäftigt sich mit der Frage „Wozu bin ich auf dieser Welt?“.
Hauptfigur ist der 17-jährige Nael, der in der Wüste lebt. Das ihm vorbestimmte Nomadenleben erscheint ihm öde. Seit seiner Kindheit träumt er immer wieder den gleichen Traum. Nael beschließt eines Tages, die ihm bekannten Pfade zu verlassen und begibt sich auf eine Abenteuerreise, um herauszufinden, was der Traum für ihn bedeutet.
Wie gelingt es dem zweifachen Familienvater, trotz seiner Arbeit Bücher zu schreiben? Pöltls Rezept ist die goldene Morgenstunde. Er selbst steht schon vor 5 Uhr auf, um nicht gehetzt in den Tag zu starten und noch Zeit für sich zu haben. Dann geht er mit seinem Hund joggen. „Lucky ist Lebensfreude auf vier Pfoten“, sagt er über seinen Labrador. Die frühe Stunde am Tag nutzt der Neustädter auch, um zu meditieren und Gedanken in sein Notizbuch zu schreiben, das immer griffbereit ist.
Seine Aufzeichnungen sind die Grundlage seiner Bücher. 2020 erschien sein Erstes. Es war ein Ratgeber, in dem er beschreibt, wie man seine Ziele erreicht und den eigenen Weg im Leben geht. Die „Ratschläge an sich selbst“ will er auch an seine beiden Söhne Niklas und Lukas weitergeben. Der neunjährige Niklas und der sechsjährige Lukas sind auch seine Zuhörer, wenn Papa aus seinen Büchern vorliest.
War das Erstlingswerk noch ein nüchterner Ratgeber, verpackt Pöltl, der in Breitenau bei Obernzenn aufgewachsen ist und sein Abitur in Bad Windsheim gemacht hat, mittlerweile seine Erkenntnisse in Geschichten. In seinen beiden Romanen „Die Insel der Erkenntnis“ Teil 1 und 2 schickt der Autor seine Hauptfiguren Matt und Scott auf eine Insel und auf eine Reise zu sich selbst. Im Anhang seiner Bücher fasst er die Geheimnisse für ein glückliches Leben zusammen.
Und wie lautet die Anleitung zum Glücklichsein? Ein Grundsatz Pöltls ist, dass man Zeit für die wichtigen Dinge im Leben schaffen muss. Er selbst hat bei der Geburt seiner Söhne neue Prioritäten im Leben gesetzt. Bereits mit 15 Jahren hatte er ein Streetwear-Label in der Extremsportbranche gegründet. Sein Ausflug ins Unternehmertum sollte immerhin 15 Jahre anhalten. Ein „ausuferndes Hobby“, das er neben seinem Ingenieurstudium und seinem späteren Job betrieb. Zudem war er als Skater auf Sportevents unterwegs. Sein Unternehmen und das Skaten hing er mit der Geburts von Niklas an den Nagel. Zeit für seine Familie war ihm da wichtiger. „Man muss Prioritäten setzen“, sagt Pöltl übers Loslassen.
Ein weiteres Glücksrezept: Man braucht etwas, das einen begeistert. Das können auch die kleinen Dinge im Leben sein. Der Autor hat es sich zur Gewohnheit gemacht, alles aufzuschreiben, das ihm am nächsten Tag Freude bringt. Das kann eine Schulveranstaltung der Söhne sein oder der bevorstehende Urlaub. „Man muss ein Bewusstsein schaffen, sonst verpasst man die wichtigen Dinge.“ Seine Reflexionen seien aber kein strikter Stundenplan, sondern vielmehr eine Liste mit Ideen und Möglichkeiten. „Das Leben läuft sowieso nicht nach Plan“, weiß Pöltl.
Eine dritte Glücksformel lautet: Nichts aufschieben im Leben. „Es gibt nicht den perfekten Moment, um etwas zu tun“, sagt er, deshalb sollte man einfach losgehen und nicht warten. So hat er es auch mit dem Schreiben gemacht. Ein fünfter Romans ist übrigens auch schon in Arbeit. Eine besondere Herausforderung, sagt er, denn seine Hauptfigur wird erstmals eine Frau sein.
Auf seiner Website jonaspoeltl.de erzählt der Autor von seinem Lebensweg und gibt Tipps zu den Themen Erfolg, Erfüllung und Glücklichsein. Sein neuestes Werk „Der Traum des Nomaden“ hat die ISBN 978-3-7597-3482-2.