Moni Nunn ist auf den Geschmack gekommen. Nachdem im vergangenen Jahr das erste Buch über das Einhorn Funkelfell und seinen Freund, den Graufex Flitzi, erschien, lässt sie das tierische Duo im zweiten Band weitere spannende Abenteuer erleben. Wieder sind die beiden in fremdartigen Welten unterwegs.
Natürlich treffen sie dabei erneut viele interessante Tiere und lernen ausgefallene Pflanzen kennen. Zu Funkelfell und den ein bisschen an einen Fuchs erinnernden, vorlauten und eigentlich immer hungrigen Flitzi gesellt sich im Laufe der Reise Mila. Sie ist eine Sandfexin, ein wahres Energiebündel, dem es schwer fällt, ruhig zu bleiben. Die drei Freunde nehmen die kleinen und großen Leserinnen und Leser dabei mit in ferne Welten, in denen Menschen nicht auftauchen, nur jede Menge fantastische Tierwesen, denen die Biologin Moni Nunn beruflich oder privat (leider?) nicht begegnet.
Für einige standen jedoch Tiere aus ihrem Umfeld Modell, verrät die 52-Jährige. Mit ihr und ihrem Mann leben zwei Pferde, ein Hund, ein Kater und ein paar Hühner auf dem Grundstück und noch ein paar Fledermäuse als Hausgäste, ergänzt Nunn lächelnd, die sich für Natur- und Umweltschutz auch beim Bund Naturschutz engagiert.
„Funkelfell sieht aus wie mein Araber Kimba.“ Das einzige was dem Vierbeiner fehlt, ist ein Horn. Als Vorlage für die immer aktive Mila diente ihr Border Collie. Auch dieser kann einfach nicht still sitzen. Auch für andere Akteure holte sie sich Ideen aus der Tierwelt, die eine spannende Bandbreite bietet. „Es gab und gibt ganz tolle Tiere.“
„Da fällt es schwer, sich neue auszudenken“, sagt Moni Nunn, die seit 20 Jahren im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim lebt. Ihr gelingt es trotzdem, aus verschiedenen Tieren neue Wesen zu kreieren. Sie werden wie bei einem Baukastensystem immer wieder zusammengesetzt. So entstehen etwa Tamfure, große, fischartige Wesen, die im Sumpf leben, der Riesenvogel Minopit und eine Federschlange, der eine ganz besondere Rolle zukommt, wenn es darum geht, das Geheimnis des roten Ringsteins zu ergründen. Mehr wird nicht verraten, sonst wäre die ganze Spannung weg.
Auf die Idee, ein Buch zu schreiben, kam die Biologin, nachdem sie ihrer Nichte Charlotte, da diese nicht einschlafen konnte, eine Geschichte vom Einhorn Funkelfell erzählte. Über einen Regenbogen gelangt es in eine fantastische Welt. Mit der Zeit reifte bei Nunn die Idee, das Ganze aufzuschreiben. Nach und nach erlebt Funkelfell immer mehr Abenteuer und gesellten sich weitere Wegbegleiter hinzu. Nun ist der zweite Band fertig. Nummer Drei ist auch schon so gut wie rund. Die ausgefallenen Namen fielen ihr auch in den neuen Büchern spontan ein.
„Ohne die Hilfe vieler Menschen hätte ich das nicht geschafft“, merkt die 52-Jährige an. Eine dickes Dankeschön geht an ihre Mutter, die sie bei der Gestaltung des Buchumschlages kreativ unterstützte. „Sie skizzierte die Umrisse von Flitzi und Funkelfell. So musste ich sie nur noch weitergestalten.“ Freundinnen schlüpften in die Rolle von Lektorinnen und lasen Korrektur, ihr Mann übernahm die technische Seite und half beim Layout.
Wie auch beim ersten Band verzichtete Moni Nunn bewusst auf Fotos im Buch. Lediglich in den Kopfzeilen tauchen die drei skizzierten Hauptfiguren immer wieder auf. Farbig soll es in der Fantasie der Leser und Zuhörenden zugehen. „Bücher sind Kopfkino. Jeder soll seine Fantasie spielen lassen.“
Darüber hinaus soll die Erzählung in ruhigen Bahnen verlaufen, nichts Wildes oder Beängstigendes. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch. Es geht im Buch übrigens nicht nur um fantastische Welten, sondern auch um Freundschaft. „Funkelfell akzeptiert die Tiere, so wie sie sind – ohne Vorbehalte.“ Davon kann man lernen, betont Moni Nunn.
Mehr Informationen zu ihrem Kinderbuch „Funkelfells Abenteuer – Der rote Ringstein“ gibt es unter funkelfell.de Dort finden sich Leseproben und Hinweise zur Bestellung. Einige Exemplare gibt es zudem im Museumsshop des Freilandmuseums in Bad Windsheim, erzählt die Naturpädagogin, die auf Wunsch auch gern kostenlos in Schulen aus ihren Büchern vorliest. Der dritte Band soll voraussichtlich Ende 2024 oder Anfang 2025 erscheinen. „An Ideen mangelt es jedenfalls nicht.“