Der Vorstand der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Aischgrund, die aus Kommunen, regionalen Verbände und Bürgern im Aischgrund besteht, hat in seiner jüngsten Sitzung sieben Kleinmaßnahmen und zwei Einzelprojekte befürwortet. Die werden seitens der LAG nun finanziell bezuschusst.
Besonders im Fokus stehen die zwei Einzelprojekte, die das EU-Förderprogramm „Leader“ aufgrund der Auswahl der LAG erhalten. Dabei wurde zum einen der Leader-Fonds beschlossen, mit dem in der neuen Förderperiode (von 2023 bis 2027) Maßnahmen bürgerschaftlichen Engagements unterstützt werden können. Hierfür möchte die LAG nun einen Antrag stellen.
Auf der anderen Seite profitiert das Freilandmuseum in Bad Windsheim von Leader-Fördergeldern. Für obere Stockwerke sollen virtuelle Begehungen möglich sein und Infobroschüren in leicht verständlicher Sprache, Gebärdensprachvideos und Audiodeskriptionen sollen erstellt werden.
Dadurch soll das Museum für alle leicht zugänglich werden. Außerdem sollen barrierearme Wege geschaffen werden, von denen besonders Menschen profitieren sollen, die auf Rollstühle oder Rollatoren angewiesen oder mit Kinderwagen unterwegs sind. Die Gesamtkosten betragen 128.086 Euro. 60 Prozent davon fließen aus dem Leader-Fördertopf.
Die sieben außerdem beschlossenen Kleinmaßen unterstützt die LAG aus Eigenmitteln. Dazu zählt ein Projekt beim Schafsee. Dieser befindet sich südlich von Marktbergel, auf der Hohen Steige gegenüber der Munasiedlung. „Dieser See muss als eigentlicher Ursprung der Fränkischen Rezat angesehen werden“, sagte Hans Götz, Vorsitzender des Verschönerungsvereins Marktbergel. Denn bisher wird die Rezat-Quelle bei Marktbergel direkt neben den Bahngleisen der Strecke Würzburg-Treuchtlingen eingezeichnet. Dort befindet sich ein gemauerter Schacht.
Der Verschönerungsverein will nun eine Tafel am Schafsee aufstellen, auf der die Zusammenhänge erklärt sind. Auch ein Wanderweg von rund fünf Kilometern Länge soll beschrieben werden, der die historische Quelle am Bahngleis, den Schafsee und den Kohlbrunnen mit einbezieht. Die Kosten von 2900 Euro bezuschusst die LAG Aischgrund mit 2500 Euro. Der Naturpark Frankenhöhe kümmert sich um die Schilder zur Ausweisung des Wegs.
In Burgbernheim fördert die LAG gleich ein weiteres Projekt. Der Verein „Streuobst. Kultur. Burgbernheim”, möchte in der Grund- und Mittelschule Burgbernheim den Zusammenhang zwischen Seidenraupen und Maulbeerbäumen aufzeigen. Denn rund um Burgbernheim stehen seit Jahren schon Maulbeerbäume. Das Seidenraupenprojekt der Schule sieht nun vor, dass zwei Klassen Anfang Juni Eigelege oder Junglarven von Seidenraupen bekommen.
Die Kinder sollen zu diesem Zeitpunkt schon viel Theorie über die Entstehung von Schmetterlingen gelernt haben. Denn jetzt müssen die jungen Larven mit Maulbeerblättern gefüttert werden. Eine Expertin begleitet den Workshop. Die Kosten in Höhe von 950 Euro übernimmt die LAG Aischgrund.
Zwischen Uehlfeld und Vestenbergsgreuth, an der Abzweigung nach Weickersdorf, soll außerdem ein Gedenkort entstehen. Dabei geht es um die Geschichte der „Drei Brüder“, die sich im 18. Jahrhundert zugetragen haben soll. Drei junge Männer, ein Viehhirte, ein Schäfer und der Sohn eines angesehen Castell’schen Bauern, treffen genau an diesem Ort zusammen. Die drei streiten, am nächsten Tag werden sie tot gefunden. Erst danach stellt sich heraus, dass sie Halbbrüder waren und alle denselben Vater hatten. Die Mütter ließen drei Steine errichten.
Ein Stein steht noch heute an dem Ort, der sich direkt an der Kreisstraße befindet. Ob er noch original ist, ist unklar. Helmut Lottes vom Heimat- und Kirchenverein Vestenbergsgreuth-Hermersdorf möchte an der Originalstelle drei Gedenksteine, Bänke zur Rast, einen Fahrradständer und Infotafeln errichten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 8254 Euro. Die LAG Aischgrund übernimmt davon 2500 Euro.
Auf dem Diespecker Birkenberg wurde 2023 eine Streuobstwiese neu angelegt. Sie liegt an einem beliebten Spazierweg in der Nähe der Aischwiesen. Am höchsten Punkt sollen nun zwei Bänke aufgestellt werden. Eine Infotafel soll zudem über das Projekt und die Streuobst-Thematik informieren. Hinter dem Projekt steht die Natur- und Streuobstgruppe der Klimaräte in Diespeck. In Zusammenarbeit mit dem Verein für Gartenbau und Landschaftspflege soll nun die Infostation umgesetzt werden. Die Kosten dafür liegen bei 2975 Euro. Die LAG Aischgrund übernimmt davon 2500 Euro.
Mit 1000 Euro unterstützt die LAG außerdem die Restaurierung der alten Fahne Landjugend von Wiebelsheim. Insgesamt kostet dies 3673 Euro.
Die Köstner-Schmiede in der Neustadter Innenstadt wurde bereits 2018 mit LAG-Mitteln in Wert gesetzt. Sie ist in Privatbesitz und nur bei Stadtführungen oder nach Anmeldung für die Öffentlichkeit zugänglich. Nun soll für die Schmiede eine Homepage erstellt werden, die einen virtuellen Rundgang zulässt. Die Kosten dafür belaufen sich auf 3516 Euro, 2500 Euro davon übernimmt die LAG Aischgrund.
Wie unsere Zeitung bereits berichtete, unterstützt die LAG als siebtes Projekt die Erneuerung eines Epitaphen in der Kirche in Oberhöchstädt mit 2000 Euro.
Abseits davon beschloss die Lokale Aktionsgruppe, ihre Aischtalradweg-Broschüre erneut aufzulegen. Die 5000 Stück, die damals gedruckt wurden, sind fast vergriffen. Diesmal werden gleich 10.000 Exemplare produziert. Voraussichtlich ab April können sie in Rathäusern und Tourist-Infos abgeholt werden. Die Kosten von rund 4000 Euro trägt die LAG aus Eigenmitteln, wobei 1400 Euro an Spenden fließen.
Abschließend erklärte die LAG-Geschäftsführerin Anne Billenstein, dass von 69 Projekten in der Förderperiode von 2014 bis 2022 inzwischen 52 so gut wie abgeschlossen seien und 17 sich in der Umsetzung befinden. Bis Ende 2024 müssen diese Projekte abgerechnet sein.