Neun Gemeinden wollen in einer Kommunalen Allianz gemeinsam Wege bauen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.10.2024 07:00

Neun Gemeinden wollen in einer Kommunalen Allianz gemeinsam Wege bauen

Der Flurweg in Schnodsenbach zwischen Biogasanlage, Hundevereinsplatz und Gewerbegebiet ist auf Platz 1 der Scheinfelder Kernwegeprojekte gerückt.  (Foto: Judith Marschall)
Der Flurweg in Schnodsenbach zwischen Biogasanlage, Hundevereinsplatz und Gewerbegebiet ist auf Platz 1 der Scheinfelder Kernwegeprojekte gerückt. (Foto: Judith Marschall)
Der Flurweg in Schnodsenbach zwischen Biogasanlage, Hundevereinsplatz und Gewerbegebiet ist auf Platz 1 der Scheinfelder Kernwegeprojekte gerückt. (Foto: Judith Marschall)

Wie geht es weiter mit den Kernwegen im Bereich der Kommunalen Allianz „Franken 3“? Das war eine der Fragen, mit denen sich die neun Mitgliedskommunen bei einer Klausurtagung in Klosterlangheim befassten.

Die hauptsächlich für die Landwirtschaft gedachten Kernwege waren einst – im Jahr 2015 – der Anlass für die Gründung der Allianz. Denn ein wesentlicher Aspekt an diesen Wegen ist ihr gemeindeübergreifender Verlauf. Das kann eine Kommune nicht alleine stemmen. Zudem war und ist es für eine staatliche Förderung Bedingung, ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept auszuarbeiten. Es ist die Arbeitsgrundlage einer Kommunalen Allianz und nur dann bestand die Möglichkeit auf den eminent hohen Fördersatz von bis zu 85 Prozent, den das Amt für Ländliche Entwicklung gewährt.

Seit neun Jahren steht das Thema Kernwege also an. Bis „Franken 3“ aber so richtig ins Arbeiten kam, vergingen mehrere Jahre. Mit ein Grund für die Startverzögerungen waren häufige Personalwechsel im Projektmanagement.

Rund 50 Strecken sind insgesamt auf der Liste

Der aktuelle Umsetzungsbegleiter Martin von Loeffelholz ist seit etwas mehr als zwei Jahren mit dieser Aufgabe betraut. Er musste sich zunächst in das von seiner Vorgängerin Veronika Endres erstellte Kernwegekonzept einarbeiten. In den neun Mitgliedskommunen Burghaslach, Geiselwind, Langenfeld, Markt Bibart, Markt Taschendorf, Oberscheinfeld, Scheinfeld, Schlüsselfeld und Sugenheim wurden rund 50 Strecken ausgewählt, die in rund 150 Teilabschnitten zu Kernwegen ausgebaut werden sollten. Kein einziger davon ist bislang im Bau.

Planung und Bau werden sich „bis zum Ende der 2020er-Jahre verzögern“, mutmaßte von Loeffelholz in seiner Bilanz zur Klausurtagung. Die erste Tranche der Wegausbauten umfasst zwar lediglich sieben Abschnitte. Doch mit dem ersten Baubeginn sei wohl erst 2027 zu rechnen, sagt von Loeffelholz, und will sogar dafür keine Garantie geben. Zu oft schon sei man mit dem Umsetzungsbeginn vertröstet worden.

Der Fördersatz wurde heruntergesetzt

Dabei habe die Allianz inzwischen bereits 95 Prozent ihrer Kernwege-Aufgaben erledigt. Auch dem Amt für Ländliche Entwicklung in Ansbach bescheinigte der Projektmanager ein professionelles Vorgehen. Als Knackpunkt gelten aber die Fördermittel. Sie sind knapp, und auch wenn inzwischen der Fördersatz auf 60 Prozent heruntergesetzt wurde, reichen sie bei weitem nicht aus. Man könne pro Jahr nur eine, höchstens zwei Kommunale Allianzen bedienen, heißt es aus dem Amt für Ländliche Entwicklung, das in Mittelfranken für insgesamt 17 solcher kommunalen Verbünde zuständig ist, darunter vier im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

Um die stark getrübten Kernwegeträume doch noch zu retten, bedürfte es eventuell einer Änderung der Fördervorgaben. Scheinfelds Bürgermeister Claus Seifert schlug bei der Tagung ein staatliches Kontingent vor, über das die Gemeinden flexibel und ohne starre Bauvergaben frei verfügen könnten, berichtete von Loeffelholz.

Wärmeplanung rückt in den Mittelpunkt

Indes steht offenbar auch der Projektmanager selbst zur Disposition. Zwar sei man sich in der Allianz einig, dass die Zusammenarbeit der Kommunen dringend nötig ist, um die komplexen Zukunftsaufgaben zu stemmen. Allerdings stehe in Frage, ob man dafür noch ein Projektmanagement benötigt, räumt von Loeffelholz ein.

Als Beispiele für solche Gemeinschaftsaufgaben nannte er den Ausbau von Schotterwegen und die Gesundheitsversorgung. Vorgestellt wurde bei der Tagung zudem die „kommunale Wärmeplanung“, die für die Gemeinden bis 2028 verpflichtend ist. Dazu gab Niklas Rhein von der Allianz Regnitz-Aisch den Kollegen von der Franken-3-Allianz Informationen und Tipps. Ziel sei es, die Wärmeversorgung gänzlich durch erneuerbare Energie sicherzustellen. Die Bürgermeister werden zeitnah über eine gemeindeübergreifende Ausschreibung für einen Wärmeplan beraten, kündigte von Loeffelholz an.

Kooperation auch bei der Stromversorgung

Über eine Kooperation denkt man offenbar auch auf dem Stromsektor nach. Dr. Benjamin Geßlein von der Genossenschaft ÜZ Mainfranken erläuterte die Chancen und Hürden interkommunaler Energiekooperationen. In sogenannten Regionalwerken schließen sich Stromversorger, Gemeinden, Stadtwerke und Bürger zusammen, um gemeinsam Energieanlagen zu planen und das Ortsnetz zu ertüchtigen. Ziel sei es, die Wertschöpfung aus der Stromproduktion vor Ort zu behalten, anstatt sie fremden Investoren zu überlassen.

Erfolgreiche Allianz-Arbeit konnte von Loeffelholz insbesondere beim Regionalbudget, mit dem bürgerschaftliche Kleinprojekte gefördert werden, ins Feld führen. Mit den Innenorte-Aktionstagen sensibilisiere man für das Thema Leerstand; auch auf die gemeinschaftliche Anschaffung von Defibrillatoren verwies der Projektmanager.

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