Gut voran geht es mit den beiden Windrädern in Neuhof/Zenn im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Sie entstehen auf dem Areal zwischen den Ortsteilen Hirschneuses und Kreben. Inzwischen wurden mit Spezialtransporten die 79 Meter langen Rotorblätter für das erste der beiden neuen Windräder angeliefert. Für die Fachfirmen war das eine riesige Herausforderung.
Erst kürzlich waren die Rotorblätter für die beiden Anlagen des Bürgerwindparks Frankenhöhe in Dietenhofen angeliefert worden.
Nach dem Verlassen der Autobahn 6 bei Lichtenau ging es nachts durch die Stadt Ansbach, dann weiter über die Bundesstraße 13 bis Oberdachstetten, dann verlief die Route auf der Hochstraße über Neundorf nach Hirschneuses, berichtete der Geschäftsführer der Firma „Wust, Wind & Sonne“ aus Markt Erlbach.
Gegen 4.15 Uhr trafen die riesigen rund 17 Tonnen schweren Rotorblätter am Zielort ein. Innerhalb der kommenden beiden Wochen werden die restlichen Exemplare angeliefert. Das ist jedes Mal eine genau ausgeklügelte Angelegenheit, die einer langen Vorbereitung bedarf.
Die Strecken müssen vorab besichtigt und für die riesigen Transporter vorbereitet werden. Nach dem Verlassen der Autobahn bei Lichtenau war der Tross mehrere Stunden unterwegs. Manches Mal ging es nur im Schritttempo. Die Rotoren haben eine weite Anreise hinter sich, sie kommen aus Cuxhaven. Für jedes der drei Rotorblätter wird ein rund 90 Meter langer Spezialtransporter benötigt. „Diese fahren dann im Konvoi“, erzählt Paulus.
Die beiden rund 90 Meter hohen Betontürme für die beiden Windkraftanlagen stehen in Hirschneuses bereits, die zirka 89 Meter hohen Stahlrohrelemente werden demnächst noch darauf installiert. Darauf kommen dann noch jeweils das Maschinenhaus und die drei Rotorblätter. Insgesamt werden die Anlagen nach ihrer Fertigstellung 250 Meter messen.
Die Gesamtkosten für die beiden Windräder in Dietenhofen und die beiden in Hirschneuses bezifferte Paulus auf rund 50,4 Millionen Euro. Eigentümer der Anlagen sind ausschließlich Bürgerinnen und Bürger aus Dietenhofen und der Gemeinde Neuhof. 435 Frauen und Männer zeichneten Anteile. Alle anderen Bürger aus der Gemeinde Neuhof können, so Paulus, vom günstigen Stromtarif profitieren, den Regio-Grünstrom anbietet.
Geplant ist, dass die Anlagen in Hirschneuses im Oktober in Betrieb gehen. Zuvor muss jedoch mit einem Spezialkran der weitere Aufbau erfolgen. Los geht es am 18. Juni in Dietenhofen. Wenn die Arbeiten dort abgeschlossen sind, wird der Kran in die Nachbargemeinde gebracht.
Einmal in Betrieb, sollen die Windräder in Hirschneues zusammen 23,6 Millionen Kilowatt (KW) Strom jährlich erzeugen. Das entspricht in etwa fünf Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, teilte Paulus mit.