Für Oberbürgermeister Thomas Deffner ist das Weinbergplateau II der große Wurf. Mit dem Projekt soll die Nachfrage nach Wohnbauflächen über viele Jahre gedeckt werden. In der Karlshalle präsentierte die Stadtverwaltung den aktuellen Planungsstand. Die Anwesenden interessierten sich mehr für die Auswirkung durch den zusätzlichen Verkehr.
Zunächst zu den Fakten: Auf dem rund 6,5 Hektar großen Areal zwischen der Staatsstraße nach Rügland und dem Tiergartenwald soll das Baugebiet „Weinbergplateau II” entstehen. In drei- bis viergeschossigen Mehrfamilien-, Reihen- und Einfamilienhäusern sollen hier in Zukunft zwischen 620 und 810 Menschen ein neues Zuhause finden, wie Stadtplanerin Andrea Heinlein im Rahmen der Informationsveranstaltung berichtete.
Ansbachs Oberbürgermeister bezeichnete es als herausragend, dass es der Stadt gelungen sei, in der heutigen Zeit eine Fläche in dieser Größe zu erwerben. Thomas Deffner geht davon aus, dass die Nachfrage nach Bauland mit dem Projekt für die nächsten 30 Jahre gedeckt werden kann. „Mir ist es wichtig, dass Ansbacher auch in Ansbach bauen können.”
Wirklich neu ist das Vorhaben nicht. Im Flächennutzungsplan der Stadt Ansbach sind die Flächen schon seit über 30 Jahren für eine Wohnbebauung vorgesehen. Die aktuellen Planungen orientieren sich am Konzept der Schwammstadt. Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass hier so gebaut werden soll, dass bei Starkregen mehr Wasser in dem Quartier zurückgehalten wird als bisher von den landwirtschaftlich genutzten Flächen abgeflossen ist.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind große Grünstreifen zum Tiergartenwald und mitten im Quartier, ein Regenrückhaltebecken, Dachbegrünungen und Zisternen vorgesehen. Energetisch erschlossen wird das Quartier nach den Worten von Andrea Heinlein ausschließlich mit Strom. Wohl auch deshalb sind auf den Dächern der Häuser Photovoltaik-Anlagen vorgesehen.
Wo Menschen leben, sind Autos nicht weit. Diese sollen in Tiefgaragen und in einer Gemeinschaftsgarage untergebracht werden. Eine Zahl, wie viele Stellplätze benötigt werden, blieb Stadtplanerin Heinlein indes schuldig. Auf eine entsprechende Nachfrage eines Bürgers verwies sie lediglich auf die Stellplatzsatzung, in der dies geregelt ist.
Aus verkehrstechnischer Sicht soll das Quartier über die Krankenhaus-Kreuzung angeschlossen werden. Dafür wird die Kreuzung zu einem Kreisverkehr umgebaut. In diesem Zuge wird auch der Radweg aus Rügland angebunden, der bislang am Abzweig nach Egloffswinden endet. Durch das Gebiet selbst führt eine Erschließungsstraße. Die Idee dahinter: Menschen, die aus dem Weinbergplateau II herausfahren oder in dieses einfahren wollen, sollen künftig den neuen Knotenpunkt nutzen.
Dies gilt auch für Radler und Fußgänger, die zum Krankenhaus wollen. Diese Erklärung sorgte für Kopfschütteln bei einigen Anwesenden. Auch dass der komplette Verkehr durch das neue Wohngebiet führen soll, sorgte für Stirnrunzeln. Das werde den Bewohnern sicherlich gefallen, war aus den Reihen der Anwesenden mit ironischem Unterton zu hören.
Dazu muss man wissen, dass auch die Ansbacherinnen und Ansbacher, die zum Beispiel am alten Strüther Berg oder am Weinbergplateau wohnen, künftig diesen Weg oder die Verlängerung der Bayreuther Straße, die im Zuge des Projektes Weinberg West hergestellt wird, nutzen sollen. Ob dieser Plan aufgeht, daran äußerten einige Bürgerinnen und Bürger ihre Zweifel. Vielmehr besteht bei ihnen die Sorge, dass der Verkehr in den bereits bestehenden Wohngebieten deutlich zunimmt. „Es muss eine Lösung für den alten Strüther Berg her, sonst wird der Verkehr zunehmen”, unterstrich eine Bürgerin diese Befürchtung.
Weitere Kritikpunkte waren zum Beispiel die Flächenversiegelung durch das Bauvorhaben und die Verlegung des vorhandenen Bolzplatzes in kleiner Form an den Rand des Tiergartenwaldes – Stichworte: Waldbrand- und Vermüllungsgefahr. Stadtplanerin Andrea Heinlein sicherte schließlich zu, die Anregungen und Einwände für den weiteren Planungsprozess im Hinterkopf zu behalten.