Neues Zuhause für Museum „wiegen & messen“ in Bechhofen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.09.2024 09:00

Neues Zuhause für Museum „wiegen & messen“ in Bechhofen

Die Besucherinnen und Besucher des Fachmuseums können insgesamt über 5000 Exponate besichtigen. (Foto: Evi Lemberger)
Die Besucherinnen und Besucher des Fachmuseums können insgesamt über 5000 Exponate besichtigen. (Foto: Evi Lemberger)
Die Besucherinnen und Besucher des Fachmuseums können insgesamt über 5000 Exponate besichtigen. (Foto: Evi Lemberger)

Das Museum „wiegen & messen“ hat ein neues Zuhause. Die Sammlung von Johannes Schlender ist umgezogen – von der Pfarrer-Kneipp-Straße 1 im Ortsteil Königshofen in die Feuchtwanger Straße 4 in Bechhofen. Jetzt wurden die Räumlichkeiten offiziell eröffnet.

Johannes Schlender war sichtlich erleichtert und gerührt. Schließlich musste er lange auf diesen Moment warten. Bereits 2017 hatte er der Marktgemeinde Bechhofen – Helmut Schnotz war damals Bürgermeister – seine Sammlung, geschenkt. Es war ihm ein Anliegen, dass seine Sammlung, die laut ihm in Süddeutschland ihresgleichen sucht, für nachfolgende Generationen zusammenhängend erhalten und öffentlich zugänglich bleibt.

Den Seitenhieb, dass es ziemlich gedauert hat, bis die Kommune konkrete Pläne hatte, wo das Museum ein neues Zuhause finden soll, konnte sich der 91-Jährige bei der offiziellen Eröffnung nicht verkneifen. „Die vergangenen sieben Jahre seit Unterzeichnung des Schenkungsvertrags waren für mich nicht einfach“, bekannte er.

Die Sammlung hat jetzt ihr Domizil direkt hinter dem Deutschen Pinsel- und Bürstenmuseum gefunden – auf dem ehemaligen Schellenberger-Areal. Die Inhaber der Firma hatten das Gelände vor Jahren der Marktgemeinde vermacht, nachdem sie ihre Bürstenproduktion in das Gewerbegebiet verlegt hatten.

Domizil in früheren Fertigungshallen

Im Februar/März begannen Mitarbeiter des kommunalen Bauhofs, zwei frühere Fertigungshallen herzurichten. Sie ertüchtigten die Räume brandschutztechnisch, spachtelten und strichen, berichtete Bürgermeister Sven Waidmann. Die Tische, Tischvitrinen, Regale und Regalvitrinen wurden nach detaillierten Plänen von Schlender angefertigt. Und dieser ließ es sich auch nicht nehmen, Bauhofmitarbeiter Patrick Reihs bei der Montage tatkräftig zu helfen.

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Der Boden in den Hallen wurde nicht erneuert und auch Rohrleitungen sind weiterhin sichtbar. Waidmann nennt das „den Fabrikcharme“, der dadurch erhalten bleiben sollte.

Der Umzug ins neue Domizil war Anfang September abgeschlossen. Und so konnte Schlenders Wunsch, noch vor seinem 91. Geburtstag der Öffentlichkeit erste Einblicke ins neue Domizil in Bechhofen zu geben, in Erfüllung gehen.

Alle Schätze zeigen

Schon am Standort in Königshofen verfolgte Schlender die Philosophie, alle seine Schätze, die aus den vergangenen drei Jahrhunderten stammen, zu zeigen. Das hat sich nicht geändert. In Bechhofen sind nun auf 460 Quadratmeter über 5000 Exponate zu sehen. Auch Schlenders Archiv mit unzähligen Fachbüchern hat seinen Platz.

Das Museum beherbergt Waagen, jede Menge Gewichte aus Metall und Stein sowie Längenmessgeräte. Um „Inhalte“ geht es bei Hohlmaßen wie Getreidemetzen, Krügen und Flaschen. Außerdem präsentiert wird eine Reihe von Eichgeräten.

Als gelernter Maschinenbauer interessierte sich Johannes Schlender für die mechanisch-technischen Details der Objekte. Doch genauso wichtig wie das Innenleben war ihm stets das Äußere, die kunstvolle Verarbeitung, das Design.

Jedes Exponat ist mit einem Schildchen versehen. Zudem gibt es Schautafeln. Schlender bezeichnete die Sammlung als „selbsterklärend“. Geplant ist, das Besuchende weiterführende Informationen per QR-Codes mit ihren Smartphones abrufen können. Einen ersten QR-Code hat Bernd Kober, einer der Unterstützer von Schlender, bereits erstellt.

Kleines Museumsareal

Man habe für die Sammlung „einen wunderbaren Platz“ gefunden, meinte Rathauschef Waidmann. Mit dem benachbarten Deutschen Pinsel- und Bürstenmuseum sei nun ein kleines Museumsareal entstanden. Landrat Dr. Jürgen Ludwig hob die Bedeutung von Fachmuseen hervor, die es nun einmal nicht „wie Sand am Meer gibt“. Er rief auch dazu auf, die Qualität der Museumslandschaft im Landkreis Ansbach bewusst wahrzunehmen.

Damit das Museum „wiegen & messen“ in den neuen Räumen in Bechhofen künftig für die Öffentlichkeit zugänglich sein kann, braucht es noch Unterstützung. Gesucht werden weitere Ehrenamtliche, die dem bisherigen „Freundeskreis“ unter die Arme greifen. Wer Interesse hat, sich einzubringen, kann sich unter Telefon 09822/6060 oder per E-Mail an wiegen.messen@markt-bechhofen.de melden.

Das Museum „wiegen & messen“ hat im Oktober jeden Sonntag jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

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