Die medizinische Versorgung sicherzustellen, ist gerade im ländlichen Raum ein schwieriges Unterfangen. Die Stadt Heilsbronn will diese Herausforderung jetzt annehmen und ein Gesundheitszentrum in der Ansbacher Straße entwickeln. Für dieses Unterfangen haben sich die Verantwortlichen Hilfe von außen geholt.
Die Daseinsvorsorge ist eine der Kernaufgaben einer jeden Kommune. Dazu zählen zum Beispiel Verkehrsleistungen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Wohnraum und die Gesundheitsversorgung. Über allem steht das Ziel, den Einwohnern angemessene Lebensbedingungen zu bieten. In vielen Bereichen haben die Heilsbronner Verwaltung und der Stadtrat die entsprechenden Weichen bereits gestellt, wie Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer im Gespräch mit der Fränkischen Landeszeitung berichtet.
Jetzt wollen die Verantwortlichen auch den Gesundheitsbereich angehen. „Die medizinische Landschaft ist nicht nur auf Krankenhausebene im Umbruch”, betont der Bürgermeister. Deshalb ist es dem Stadtrat und ihm „ein großes Bedürfnis, dass wir rechtzeitig Vorkehrungen treffen, um unsere Bürger vor Ort zu versorgen”. Dafür wolle man nicht nur Ärzte im Ort halten, sondern auch neue Mediziner nach Heilsbronn holen.
Dass sich die Verantwortlichen sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen, kommt nicht von ungefähr. Nach den Worten Pfeiffers sind Mediziner auf die Verwaltung zugekommen und haben gesagt, dass sie entsprechende Räumlichkeiten benötigen. So wurde die Idee geboren, in Heilsbronn ein modernes Gesundheitszentrum zu entwickeln. Es soll mehr oder weniger ein Rundum-sorglos-Paket werden. Neben Haus- und Fachärzten sollen auch die Bereiche Apotheke und Physiotherapie abgedeckt werden. „Auch hier gibt es Bedarf.”
Und wo soll das Gesundheitszentrum entstehen? In nichtöffentlicher Sitzung hat der Stadtrat beschlossen, für das Vorhaben eine Fläche in der Ansbacher Straße direkt am Kreisverkehr zur Verfügung zu stellen, die sich zwischen Kupfers Metzgermarkt und dem Parkplatz des Rewe-Marktes befindet. Das Grundstück hätten die Heilsbronner auch gut für andere Zwecke brauchen können, gibt Pfeiffer zu. Die Entscheidung fiel aber bewusst zugunsten Gesundheitsvorsorge aus.
Einen Alleingang wagt die Stadt bei diesem Projekt nicht. „Wir wissen, was wir können und was nicht”, sagt Pfeiffer dazu. Deshalb hat man sich mit der Winner-Bau GmbH aus Veitsaurach einen Partner ins Boot geholt, der das Projekt realisieren soll. Die Stadt stellt lediglich das Grundstück zur Verfügung.
Laut Inhaber Franz Winner ist ein viergeschossiges Gebäude mit einer Fläche von 1600 Quadratmetern geplant. Es soll ein energetischer Bau werden, der nahe an den KfW-40-Standard herankommt, wie der Fachmann erklärt. Deshalb sind auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine Luft-Wärmepumpe vorgesehen.
Platz für Fahrzeuge wird in einer Tiefgarage und durch oberirdische Stellplätze geschaffen. Im Inneren des Gebäudes wäre theoretisch Platz für maximal acht Praxen, wie Winner ausführt. Allerdings erfolgt die Detailplanung für das Innere nach seinen Worten in Absprache mit den Interessenten. „Wir geben nur die Hülle vor.” Je nach Kundenwunsch kann es also sein, dass die Zahl der Praxen kleiner wird.
Der Wunsch ist, dass noch in diesem Jahr das Thema Bauantrag abgeschlossen werden kann, sodass im Frühjahr 2026 der Baubeginn erfolgen könnte. Winner geht von einer Bauzeit von mindestens 18 Monaten aus. Zu den Kosten wollte sich der Fachmann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern – eben auch, weil die Detailplanung im Inneren noch nicht erfolgt ist.