Erst die Überlegungen für ein Gewerbeareal, jetzt ein Baugebiet: Die Neuendettelsauer Verwaltung will weitere Flächen im Ortsteil Aich entwickeln. Im Gemeinderat wurde diskutiert, ob genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist. Letztlich bremste das Gremium das Vorhaben mehrheitlich ein Stück weit aus.
Die Grundstücke, auf denen das Wohngebiet entstehen soll, befinden sich nördlich der Weißenbronner Straße, wie Bauamtsleiter Alexander Ruthardt in der Sitzung des Gemeinderates berichtete. Nach seinen Worten befinden sich die Grundstücke bereits im Besitz der Gemeinde. Im Flächennutzungsplan ist das Areal als Dorfgebiet ausgewiesen.
Die Verwaltung kann sich vor Ort ein Baugebiet mit mindestens 0,8 Hektar Nettobaufläche vorstellen. Dieses soll Platz für 13 Baugrundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser bieten, wie Ruthardt weiter ausführte. Damit hier keine riesigen Bauten entstehen, soll die maximale Anzahl an Wohneinheiten auf drei pro Gebäude beschränkt werden.
Das Oberflächenwasser soll in dem neuen Gebiet durch Zisternen zurückgehalten werden oder auf den Grundstücken selbst versickern, um die Neubildung von Grundwasser zu unterstützen, wie Ruthardt berichtete. Wo Flächen versiegelt werden, muss es einen ökologischen Ausgleich geben. In dem Areal sind schon Streuobstwiesen und Grünland vorhanden. Sie sollen aufgewertet werden.
Da bereits „nicht unerhebliche Finanzmittel” in den Kauf der Flächen geflossen sind und die Nachfrage nach Bauland vorhanden ist, ist es aus Sicht der Verwaltung zielführend, die Flächen schnellstmöglich zu bebauen, wie Ruthardt betonte. Sprich: Das ausgegebene Geld soll schnell wieder durch den Verkauf in die Gemeindekasse gespült werden.
Da aber schon jetzt viele Vorhaben parallel laufen, der Bauamtsleiter nannte unter anderem den Neubau der Grund- und Mittelschule, ist das Personal im Bauamt nicht in der Lage, ein zusätzliches Projekt zu stemmen. Aus diesem Grund will die Verwaltung das Projekt an einen Projektierer vergeben, der sich dann um alles Weitere kümmert. „Das wäre ein Grundsatzbeschluss”, machte Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) deutlich.
Dass an dieser Stelle etwas passiert, ist den Bürgerinnen und Bürgern in Aich schon lange bewusst, sagte Martin Leidel (Unabhängige Wähler). Aber in dem Ortsteil gebe es mit dem geplanten Gewerbegebiet bereits eine offene Baustelle, die bei dem einen oder anderen für Unmut sorge. Aus diesem Grund wäre es für Leidel zu früh, jetzt auch noch ein Wohngebiet zu entwickeln.
Ähnlich argumentierte Georg Meier (Grüne). Auch für ihn ist es der falsche Zeitpunkt. „Ich will nicht dem neuen Gemeinderat vorgreifen.” Zwei weitere Gründe sprechen für Meier dagegen, das Projekt schon jetzt anzugehen. Einerseits sollte die Gemeinde das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben, was gegen einen Projektierer spricht. Andererseits solle man erst einmal das Wohnprojekt „Oberer Schaltengarten” ins Laufen bringen.
Marcus Schomber (CSU) war hin- und hergerissen. Mit Blick auf die Finanzen wäre ein schneller Mittelrückfluss wünschenswert, wie er erklärte. Andererseits zeigte er Verständnis für die Einwände der Gremiumskollegen.
Angesichts der Äußerungen meinte Bürgermeister Christoph Schmoll, dass man vielleicht doch einen Zwischenschritt einlegen sollte. „Ich kann das nachvollziehen, dass es für Aich gerade viel auf einmal ist.” Sein Vorschlag: Die Verwaltung arbeitet zunächst einen städtebaulichen Vertrag aus und stellt diesen dann im Gemeinderat zur Diskussion. Gegen vier Stimmen nahm der Gemeinderat diesen Vorschlag an.