„Wege entstehen dadurch, dass man sie begeht“: Mit diesen Worten des Schriftstellers Franz Kafka begrüßte Ergersheims Bürgermeister Dieter Springmann die Bürger und Ehrengäste zur Eröffnung des von Ergersheim nach Bad Windsheim führenden neuen Weinwanderwegs mit Kugelbahn.
Ein Wunsch Springmanns vor dem neu errichteten Weinberghaus: „Der Weg zwischen den beiden Gemeinden möge von möglichst vielen Bürgern und Wanderern gegangen werden und nicht zuletzt dadurch dafür Sorge tragen, dass die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Kommunen verdeutlicht wird.“
Blickt man auf die Planungsphase, die federführend in den Händen der Verwaltung der Stadt Bad Windsheim lag, wurde sowohl im Grußwort von Dieter Springmann als auch in jenem seines Kollegen Jürgen Heckel offenkundig, dass der Bau des Weinwanderwegs „alles andere als ein leichtes, geschweige denn schnelles Unterfangen war.“
Unzählige Stolpersteine, insbesondere mit den zuständigen Behörden, galt es aus dem Weg zu räumen. Unter der Federführung von Thomas Schmid aus dem Bad Windsheimer Hochbauamt wurden nicht nur die Ergersheimer Weinwanderhütte und die daneben stehende Kugelbahn errichtet, sondern damit einhergehend die Wanderhütte am Gräfweiher saniert sowie zahlreiche Bänke und Spielgeräte aufgebaut.
Noch nicht komplett abgeschlossen ist, wie Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH Bad Windsheim informierte, das Erstellen informativer Tafeln entlang des Wegs. Herausgebracht werden soll außerdem noch ein Flyer, der die touristischen Möglichkeiten des Weges erläutert.
Bürgermeister Heckel hob hervor, „dass die Gemeinden Ergersheim und Bad Windsheim an einem Strick ziehen“, sein Dank richtete sich nicht nur an seine Mitarbeiter, sondern auch an Ursula Schäfer, deren Handschrift die Rad- und Wanderwege rund um Bad Windsheim tragen.
Der Ipsheimer Landtagsabgeordnete a.D. Hans Herold (CSU) verwies darauf, welch große Bedeutung Fördermittel der Europäischen Union für die Stärkung des ländlichen Raums darstellen. Ohne die Gelder wäre das Projekt nicht zu stemmen gewesen, betonte Herold. Neustadts Bürgermeister Klaus Meier machte es bei heißen Temperaturen kurz, er verwies als Vorsitzender der LAG Aischgrund darauf, dass allein aus dem Topf dieser LAG rund 181.000 Euro für die Umsetzung der Maßnahme „lockergemacht“ wurden.
Während sich die Blicke der Großen deutlich mehr den kulinarischen Schmankerln zuwandten, welche die Eröffnungsveranstaltung zu bieten hatte, richteten sich jene der Mädchen und Buben des Frieda-Lang-Hauses der mehr als einhundert Meter langen Kugelbahn zu.
Bevor die ersten Kugeln den Berg hinabrollten, präsentierten die Schützlinge von Stefan Gaimann ihr eigens einstudiertes „Kugelbahn-Lied“. Zur Belohnung gab es für jedes der Kinder eine Gratis-Holzkugel, wie man sie bereits aus einem an der Weinberghütte angebrachten Automaten zum Preis von 50 Cent entnehmen kann. Die Kugelbahn wird schon seit einigen Wochen von Besuchern genutzt.
„Jetzt könnt ihr an einem schönen Ort gemeinsam spielen, genießen, feiern und entspannen“, merkte Pfarrer Norbert Schlinke an, der das neue Freizeitareal mit Worten des 23. Psalms, „Der gute Hirte“, unter Gottes Segen stellte. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Blaskapelle Ergersheim.