Ein gelungener Auftakt mit guten Ideen: Die Bevölkerung hat bereits im ersten Jahr entschieden, dass die im Februar 2025 gefundene Lösung für das ehemalige Gasthaus „Zum Löwen“ in Oberscheckenbach auf große Zustimmung stößt. Das Dorfgemeinschaftshaus ist ein Erfolg.
In der Vorstandssitzung des Vereins Dorfgemeinschaftshaus wurde einmütig betont, dass vor allem die Menschen aus Oberscheckenbach selbst ihr altes Dorfwirtshaus schon sehr vermisst hätten. Aber auch der Zuspruch aus den anderen Ohrenbacher Ortsteilen und von Nachbargemeinden sei erfreulich groß.
Die beiden großen Ziele im zurückliegenden Jahr seien auf Anhieb überraschend deutlich erreicht worden. Zum einen habe man anlässlich der Oberscheckenbacher Kirchweih im November zu einem Pizza-Abend eingeladen, der alle Erwartungen übertroffen habe. In den vorhandenen Räumlichkeiten seien fast 100 Gäste versorgt worden.
Die nächste Herausforderung habe nicht lange auf sich warten lassen. Auf ausdrückliche Nachfrage der Vorstandschaft bei der örtlichen Gastronomie habe sich ergeben, dass es keine speziellen Angebote für den Silvesterabend geben würde. „Uns liegt sehr daran, nicht als Konkurrenz wahrgenommen zu werden oder den beiden noch bestehenden Wirtschaften Gäste abzuwerben“, so die erste Vorsitzende Jutta Mittmann. Ein Silvesterprogramm habe es in den letzten Jahren ohnehin nicht mehr gegeben.
Die Frage, ob eine Einladung ins Oberscheckenbacher Dorfgemeinschaftshaus auf Interesse stoßen würde, war schnell beantwortet. „Wir nahmen auch diese Herausforderung gerne an und bereiteten uns auf 60 bis 70 Gäste vor“, hieß es beim Rückblick auf die gelungene Silvester-Party. „Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele junge Leute zu uns gekommen sind, die für gute Stimmung, Musik und Bar-Betrieb gesorgt haben. Von zehn bis 80 Jahren waren alle Altersgruppen vertreten.“
Von regionalen Vermarktern wurden das reichhaltige Menü zum Auftakt und das deftige Mitternachtsbuffet geliefert. Eine Besonderheit vom Silvesterabend lag dem Vorstand noch am Herzen. Gegen Mitternacht habe man sich auf den Weg zur St.-Kilians-Kirche gemacht, zuerst den Glocken und dann dem kleinen Posaunenchor zugehört, gemeinsam gesungen und mit einem Glas Sekt das neue Jahr begrüßt. Diese alte Tradition habe damit in Oberscheckenbach wieder einmal ganz neu aufleben dürfen.
Dem im Februar 2025 gegründeten Verein Dorfgemeinschaftshaus gehören heute gut 70 Mitglieder an. Im ersten Jahr seines Bestehens hat er 15 Mal zum Stammtisch und zehn Mal zum Pizza-Essen eingeladen. Beide Veranstaltungen seien von der Bevölkerung sehr gut angenommen worden.
Außerdem hätten 2025 insgesamt neun private Geburtstagsfeiern stattgefunden. Für dieses Jahr wurden bereits eine Konfirmation, eine Hochzeit, mehrere Geburtstagsfeiern und eine größere Veranstaltung für Landwirte gebucht. „Und nur auf ausdrücklichen Wunsch von Angehörigen stehen wir auch bereit für die Bewirtung von Trauergästen nach Beerdigungen.“
Die Vorstandschaft hat für die erfolgreiche Entwicklung des Dorfgemeinschaftshauses eine plausible Erklärung: „Jeder von uns arbeitet ehrenamtlich mit. Wir haben zum Beispiel ein Bewirtungs-Team, einen Getränke-Wart und mehrere Reinigungs-Teams. Nach jeder Veranstaltung wird alles wieder umgehend auf Hochglanz gebracht. Dafür sind abwechselnd immer zwei Personen pro Monat zuständig.“
Eine Besonderheit sei das Stammtisch-Team, das jede zweite Woche dafür sorge, dass den 20 bis 25 Stammtischgästen etwas Gutes zum Essen serviert werde. „Die bereiten das zu Hause vor und bringen es am Abend fix und fertig mit.“ Sehr moderate Preise würden zudem dafür sorgen, dass alle, die sich zum Stammtisch treffen, auch gerne zugreifen. Außerdem: „Ein ehrenamtlicher Hausmeister schaut zuverlässig jeden Tag nach dem Rechten und erledigt kleinere Reparaturen professionell.
Die beiden Kassierer Rainer Weiß und Martin Stahl berichteten, dass der Verein finanziell gut dastehe und keine unkalkulierbaren Risiken zu befürchten habe. Für die Küche habe man einen Gefrierschrank, eine Spülmaschine und einen Pizza-Ofen anschaffen können. Jetzt warte der Verein auf die in Aussicht gestellte Förderzusage, damit die Einrichtung der Küche auf den neuesten Stand gebracht werden kann.
Die Vorstandschaft ist sich einig, dass die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ohrenbach „perfekt“ ist. Noch stehe die Unterzeichnung eines Mietvertrages aus, weil der Verein erst einmal die Erfahrungswerte des ersten Jahres abwarten und auswerten möchte, um konkrete Anhaltspunkte für die Berechnungen vorlegen zu können. Im Laufe des Jahres werden die bestehenden Toiletten-Anlagen komplett erneuert und ein barrierefreier Zugang zum Saal gebaut.
Selbstverständlich könnten die Räumlichkeiten im Erdgeschoss auch für private Feiern gemietet werden. Der Mieter oder die Mieterin unterschreibt einen Vertrag mit Hausordnung, sorgt eigenverantwortlich für die Bewirtung der Gäste und hinterlässt die genutzten Räume im gereinigten Zustand. Der Verein erhebt eine Kaution von 500 Euro. Bei größeren Familienfeiern, wo Küche, Gastraum, Nebenzimmer und Saal gebraucht werden, beträgt die Miete 300 Euro. „Wer bei uns im Dorfgemeinschaftshaus feiern möchte, hat sich bestimmt ganz bewusst aus guten Gründen dafür entschieden. Wir meinen, das soll jeder so entscheiden, wie er das gerne haben möchte“, betont die 1. Vorsitzende.
Kurz vor dem ersten Geburtstag des Vereins Dorfgemeinschaftshaus überwiegend positive Erfahrungen. „Es hat alles geklappt – wir haben die Herausforderungen gemeistert – und die Arbeit ist auf viele Schultern verteilt.“