Neuer Radweg von Rügland nach Ansbach endet im Niemandsland | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.06.2024 19:15

Neuer Radweg von Rügland nach Ansbach endet im Niemandsland

In Anwesenheit vieler beteiligter Gemeindeoberhäupter, Ansbacher Stadträte, der mittelfränkischen Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum (Vierte von links), Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Oberbürgermeister Thomas Deffner (rechts neben ihr) wurde das Band feierlich durchgeschnitten. (Foto: Florian Pöhlmann)
In Anwesenheit vieler beteiligter Gemeindeoberhäupter, Ansbacher Stadträte, der mittelfränkischen Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum (Vierte von links), Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Oberbürgermeister Thomas Deffner (rechts neben ihr) wurde das Band feierlich durchgeschnitten. (Foto: Florian Pöhlmann)
In Anwesenheit vieler beteiligter Gemeindeoberhäupter, Ansbacher Stadträte, der mittelfränkischen Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum (Vierte von links), Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Oberbürgermeister Thomas Deffner (rechts neben ihr) wurde das Band feierlich durchgeschnitten. (Foto: Florian Pöhlmann)

Satte elf Jahre sind vergangen seit den ersten zarten Bemühungen, zwischen Ansbach und Rügland auch eine adäquate Verbindung für Radfahrer zu etablieren. Am Mittwoch nun wurde das vorerst letzte Teilstück offiziell eröffnet und für die Pedaleure freigegeben. Fertig ist der neue Radweg in den Norden von Ansbach damit aber noch nicht. Fraglos ein Politikum.

Zunächst war allen Beteiligten bei der offiziellen Feierstunde am Rande der Staatsstraße 2255 auf Höhe der Einmündung nach Egloffswinden jedoch die Erleichterung und die Freunde darüber deutlich anzusehen, das langwierige Projekt nun endlich abschließen zu können. Gekommen waren Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, Verkehrsplaner, mehrere Stadträte aus Ansbach, Oberbürgermeister Thomas Deffner sowie Landrat Dr. Jürgen Ludwig und die mittelfränkische Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum.

Das Projekt einer Gemeinschaft

Das allein mag zeigen, wie viele Stellen an so einem in Etappen gebauten Radweg beteiligt sind und bei offenen Fragen entsprechend mitreden können. Bei dem gemeinsamen Projekt trägt der Freistaat Bayern mit 1,6 Millionen Euro die Hauptlast. Mit Lehrberg, Rügland und Weihenzell steuern die beteiligten Gemeinden der Kommunalen Allianz nördlicher Landkreis Ansbach „NorA“ 255.000 Euro bei, 85.000 Euro verbleiben bei der Stadt Ansbach.

Erst mit der Zusage der politischen Vertreter des Freistaates im Jahr 2017, einen Großteil der für den 4,7 Kilometer langen Lückenschluss anfallenden Kosten zu übernehmen, nahm das Projekt an Fahrt auf. Allerdings zogen sich auch in diesem Fall die Verhandlungen mit einigen Grundstücksbesitzern in die Länge und verzögerten die Umsetzung.

„Eine langwierige Geschichte”

In diesem Zusammenhang dankte Deffner ausdrücklich der Familie Heubeck aus Egloffswinden, die sich bei den Grundstücksangelegenheiten nach seinen Worten sehr kooperativ gezeigt habe. „Das Projekt hört sich einfach an. Es war aber für alle Beteiligten eine langwierige Geschichte“, meinte das Ansbacher Stadtoberhaupt in seiner Eröffnungsrede.

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Einfacher machen den Bau eines solchen Radweges in Deutschland auch die vielen bürokratischen Vorschriften und einzuhaltenden Regularien nicht gerade, ließen die verschiedenen Redner durchblicken. Großmütig überschrieb das die mittelfränkische Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum mit „gewissen Schwierigkeiten“, Ansbachs Oberbürgermeister wurde eine Spur konkreter.

„Es ist alles nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht“, bezog sich Thomas Deffner dabei auf den Umstand, dass im Paragrafendschungel deutscher Gründlichkeit selbst der Abfluss des auf einem Radweg anfallenden Oberflächenwassers in der Planung geregelt sein muss. Die von Engelhardt-Blum zitierten Pläne der Staatsregierung, bis 2030 in Bayern jährlich 190 Kilometer neue Radwege zu schaffen, kommen in diesem Kontext recht ambitioniert daher.

„Bedürfnis und Notwendigkeit“

Einig waren sich tatsächlich alle Beteiligten in der Erkenntnis, dass mit der neuen Verbindung die Sicherheit der Radfahrer deutlich erhöht werde. Als ob es eines Beweises dafür bedurft hätte, rauschten bei der Feierstunde Laster, Autos und Motorradfahrer beinahe im Sekundentakt vorbei.

Entsprechend konstatierte Landrat Dr. Jürgen Ludwig nicht nur „ein Bedürfnis vieler Menschen, sondern eine objektive Notwendigkeit“ nach der Verbindung, die auf einer Breite von rund drei Metern zumeist parallel zur Staatsstraße verläuft. Damit ist der Weg auch von den angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieben zu nutzen, was einer Entlastung der Staatsstraße dienen soll.

Ein Kilometer fehlt noch

Wobei die Verbindung Ansbachs mit den nördlich gelegenen Gemeinden in Richtung Rügland für den Radverkehr noch gar nicht final abgeschlossen ist. Derzeit endet der Weg am Abzweig der Staatsstraße nach Egloffswinden. Rund ein Kilometer fehlt noch bis zum Anschluss des Radweges am Klinikum. „Das ist der einzige Wermutstropfen“, räumte die Regierungspräsidentin ein.

Alles steht und fällt in diesem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Umsetzung des designierten Baugebiets „Weinbergplateau II“, das nach den Plänen der Stadt gegenüber des Klinikums entstehen soll.

Dieser Flaschenhals des Projekts wird sich bei der aktuellen Lage so schnell nicht lösen lassen. Damit steht auch eine Realisierung des zur besseren Erschließung des Areals vorgesehenen Kreisverkehrs in den Sternen. Wird der Radweg dann westlich oder östlich der Kreisstraße von Egloffswinden aus weitergeführt? Antworten darauf mag noch niemand geben. „Natürlich soll der Radweg weitergeführt werden“, meint Deffner nur grundsätzlich.

Bis zu einer Entscheidung darüber können Radfahrer über einen geschotterten Feldweg ihre Fahrt nach Ansbach fortsetzen. Der Test des Oberbürgermeisters, der mit dem Rad zur Feierstunde kam, verlief nach seinen Worten jedenfalls erfolgreich.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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