Fast war es schon eine Ruine, aber jetzt schlafen in dem von Grund auf renovierten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert die Schlossgäste.
Die Schlossanlage von Walkershofen wurde ab 1716/1718 durch den Würzburger Hofbaumeister Joseph Greising (1664 bis 1721) umgebaut. Der dem Schloss auf der Südseite vorgelagerte Ökonomiehof erhielt sein heutiges Erscheinungsbild größtenteils zu dieser Zeit.
Das langgestreckte Gutshaus, ein zweigeschossiger Schopfwalmdachbau, legt sich mit dem anschließenden Stall aus 19. Jahrhundert mit späteren Umbauten und weiteren Zweckbauten wie ein Riegel vor das Schloss in dem Ortsteil von Simmershofen (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim).
Außerdem gehört noch eine große Scheune, in die im 18. Jahrhundert die Reste eines Vorgängerbaus integriert wurden, die äußere Umfassungsmauer mit Toren (eines davon bezeichnet mit 1722) sowie ein kleines Wärterhäuschen zum Ensemble. Es entstand im 17. Jahrhundert und wurde ebenfalls während der barockisierenden Umbauphase des Schlosses verändert, erläutert Anke Schlecht vom Bezirk Mittelfranken.
Eine Untersuchung der leerstehenden Wirtschaftsgebäude dokumentierte 2010 ihren nahezu ruinösen Zustand. Eine Grundsanierung, angestrengt von einem Neueigentümer, der das Areal getrennt vom Schlossbesitz erworben hatte, rettete das Ensemble vor seinem sicheren Verfall. Die Liste der zu bewältigenden Herausforderungen war nach Einschätzung von Anke Schlecht immens: gefährdete Statik in den Dachbereichen, schadhafte Fassaden, entstellende Umbauten im Inneren, veraltete Elektrik, keinerlei Heizung in den Gebäuden.
Die allein flächenmäßig beeindruckende, aber auch in den Gewerken vielfältige Maßnahme fand dennoch von oben bis unten zu einem „hervorragenden Endergebnis“, das sich nun in der Prämierung durch den Bezirk niederschlug. Die Maßnahme umfasste die Wiederherstellung der Schweifgauben, dem Einbau von Unterzügen als Stütze der Gewölbedecken, den hochwertigen Nachbau der Fenster mitsamt der Bleisprossen sowie die Restaurierung der barocken Türen und des Treppenhauses und die Sicherung der zum ehemaligen Wassergraben gerichteten Grundmauern.
Ein mit der Schlossnutzung korrespondierendes Nutzungskonzept – Übernachtungsmöglichkeit für Schlossgäste – mit der Einrichtung attraktiver Gasträume, auch im Wächterhäuschen, gibt der Baugruppe eine neue Zukunft.
„Das Gutshaus und das Wächterhäuschen, jetzt durch ein befundetes, gemeinsames Farbkonzept verbunden, wurden nicht nur instand gesetzt. Beides wurde regelrecht in Wert gesetzt“, bilanziert Anke Schlecht.