Soziale Medien, Veranstaltungen, Nachhaltigkeit: Auf dem Status quo will man sich im Ansbacher Brücken-Center nicht ausruhen. Im Hintergrund gibt es laufend Überlegungen, wie das Einkaufszentrum weiterentwickelt werden könnte. Vorangetrieben wird dieser Prozess von Lars Horn, dem neuen Chef.
Zum 1. Januar 2026 hat eine Zeitenwende im Brücken-Center stattgefunden. Nach über zwölfeinhalb Jahren an der Spitze verabschiedete sich Andreas Schmid in den Ruhestand. Seinen Nachfolger, Lars Horn, hatte er seit Juli 2025 eingearbeitet.
Der 38-Jährige, der gebürtig aus Herne im Ruhrgebiet stammt, ist kein unbeschriebenes Blatt in der Welt der Einkaufszentren. Nach einem Immobilienmanagement-Studium hat Horn im April 2020, also mitten im ersten Lockdown der Pandemie, in diesem Bereich begonnen und das Thema Shopping-Center aus der Betreibersicht kennengelernt, wie er im Gespräch mit der FLZ sagt. In diesem Bereich „bin ich Corona-Kind der ersten Stunde”, ergänzt er und lacht.
Über Stationen als Stellvertreter und Chef im Ruhrpark in Bochum sowie als Verantwortlicher in den Pasing Arcaden in München ist Horn schließlich in Ansbach gelandet. Der Liebe wegen sei er nach Franken gekommen, erzählt er. Schon beim ersten Gespräch hat er das Brücken-Center lieben gelernt.
Das liegt nach seinen Worten vor allem an der Struktur. Denn ein reines Einkaufszentrum ist das Brücken-Center nicht. Hinzu kommen ein Fachmarktbereich, vermietete Büro- und Praxisflächen, die Kooperation mit der Hochschule sowie der Bereich Bildung. Das Gebäude in der Brauhausstraße, in dem der Montessori-Kindergarten untergebracht ist, gehört ebenfalls zum Center.
Die Nutzung verschiedener Bereiche unter einem Dach zu vereinen, nennt man in der Fachsprache „Mixed Use”. Genau das werde in Ansbach auch gelebt und nicht nur davon gesprochen, so Horn. Das hat ihn bestätigt, im Brücken-Center arbeiten zu wollen.
Die ersten fünf Monate als die Person, die für alles verantwortlich ist, waren sehr intensiv und spannend, wie der 38-Jährige berichtet. Allerdings wurde ihm der Einstieg auch sehr leicht gemacht. „Die Vorarbeit von Andreas Schmid war sehr prägend.” Das, was dieser hinterlassen habe – Vollvermietung und ein gut eingespieltes Team –, sei sensationell. „Ich trete hier in große Fußstapfen”, gibt Horn zu. Aber: „Der Schuh ist zugeschnürt.”
Freilich hat auch Lars Horn Ideen, die er zusammen mit den Mitarbeitenden umsetzen will. Ein Punkt ist das Auftreten in den sozialen Medien, um auch jüngere Kundschaft anzusprechen. Über reale Inhalte, die selbst im Haus produziert werden, wurden deutliche Steigerungen bei Interaktionen, Followerzahlen, Reichweite und Zugriffen auf die Profile, hier gibt es eine Erhöhung von über 150 Prozent, erzielt.
Auch das Gastroangebot soll nach dem Willen von Horn weiterentwickelt werden. Doch durch die Pommesfreunde und Cibo sind alle Flächen belegt. „Wir müssen uns also darauf beschränken, dass wir coole Aktionen für das Wochenende entwickeln, die einen moderneren Touch erhalten.” In diesem Zusammenhang erwähnt der Center-Manager das Sommerfest am 3. Juli, das ganz im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft stehen soll – unter anderem mit Videospiel Fifa und Kickertischen sowie einem Entspannungsbereich für nicht fußballaffine Menschen im Außenbereich.
Das Thema Nachhaltigkeit wird für Horn in Zukunft eine größere Rolle spielen. Aktuell läuft ein Test mit einer Wallbox für Elektrofahrräder. Die Ladestation ist auf dem Vorplatz des Einkaufszentrums zu finden und bietet Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihr E-Bike kostenlos zu laden. Verläuft der Versuch erfolgreich, sollen weitere Stationen für Zweiräder folgen.
Die wohl größte Neuerung bei dem Thema ist allerdings für die Menschen nicht zu sehen. Seit Mai ist auf dem Dach der Frauenwelt von TC Buckenmaier eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Diese hat eine Maximalleistung von 475 Kilowatt Peak. Zum Vergleich: Mit dieser Strommenge könnten 140 Drei-Personen-Haushalte im Jahr mit grüner Energie versorgt werden. Das Einkaufszentrum deckt damit seinen Eigenbedarf.
Was das Angebot im Ansbacher Einkaufszentrum betrifft, muss sich Horn derzeit nicht viele Gedanken machen. Eigentlich sind alle verfügbaren Flächen vermietet. Einzig das Obergeschoss des ehemaligen Saturn-Marktes ist frei. Hier gibt es zwar erste Überlegungen, aber noch ist nichts spruchreif.
Einen Wunsch hätte der 38-Jährige allerdings. Sollte sich irgendwann in der Zukunft die Chance ergeben, würde er gerne ein Fachgeschäft für Sneaker und Streetwear im Center etablieren. Das soll freilich kein Misstrauensvotum gegenüber den Mieterinnen und Mietern sein, die solche Produkte auch im Sortiment haben. Dem Center-Chef geht es um einen „echten Experten”.