Neue Herausforderungen winken, und Philipp Flierl stellt sich ihnen gerne. Ab 1. Juli übernimmt der bisherige Bad Windsheimer Dekanatsjugendreferent den Posten des Geschäftsführers der Kindertagesstätten im Dekanat Bad Windsheim. Er folgt damit auf Johannes Zintz, der die Stelle sechs Jahre lang ausfüllte.
Dieser hinterlässt „große Fußstapfen“, sagt Philipp Flierl, war Zintz doch Pionier als Kita-Geschäftsführer. Nun ist es bald Flierl, der künftig für zehn Kindertagesstätten im evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirk Bad Windsheim in den Kirchengemeinden Bad Windsheim, Burgbernheim, Ickelheim, Illesheim, Ipsheim und Obernzenn mit rund 700 Betreuungsplätzen und etwa 210 Mitarbeitenden verantwortlich zeichnet.
Seiner bisherigen Stelle als Dekanatsjugendreferent, die der ausgebildete Diakon seit Mai 2015 innehatte, kehrt er damit den Rücken. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Denn zwingend die Jugendarbeit hinter sich lassen wollte Philipp Flierl keineswegs. „Die Stelle des Kita-Geschäftsführers war jetzt zufällig frei, dann hab ich mich beworben und geschaut, ob es eben klappt oder nicht“, erzählt er. Denn: „Stillstand ist nicht unbedingt die beste Variante.“
Zudem absolvierte er 2022/2023 eine Weiterbildung in der systemisch-führenden Organisation; dieses Wissen kann er nun gut nutzen. Und: „Ich bin gerne in Bad Windsheim und möchte hier auch weiterhin bleiben.“
Neun Jahre sind eine lange Zeit. Viel Positives bleibt Philipp Flierl in Erinnerung. Sein bisheriger Job bestand vor allem darin, Plattformen zu bauen, damit Jugendliche sich entfalten können. Er denkt dabei beispielsweise an den Umzug der Evangelischen Jugend vom Lutherhaus in die Räume in der Krämergasse. Das war mit „unglaublich viel Engagement von Jugendlichen“ verbunden. „Das Schöne an der Arbeit in der Dekanatsjugend war, zu sehen, wie Jugendliche wachsen. Das konnte ich über die neun Jahre sehr gut“, sagt Philipp Flierl.
Als er angefangen hat, gab es das Konficamp – „und mehr nicht“. Das zeigt letztlich: „Ja, doch. Ein bissl was haben wir schon gemacht und erreicht.“ Für die Stelle wünscht er sich nun, „dass jemand mit neuem Blick und Ideen kommt.“ Wer das sein wird, ist noch offen. Der Posten wird ganz normal ausgeschrieben, erzählt er.
Das gemeinsame Gestalten reizt Flierl dagegen an der Stelle als Bad Windsheimer Kita-Geschäftsführer. „Nicht der Alleinunterhalter zu sein, sondern Projekte miteinander auf die Beine zu stellen.“ Mit Eltern und Kita-Leitungen möchte er so gute Rahmenbedingungen für Kinder schaffen. Durch seine bisherigen beruflichen Erfahrungen konnte sich Flierl ein breites Netzwerk aufbauen, das ihm nun zugutekommt.
Seine künftigen Aufgaben werden gänzlich andere sein. Viel Personalführung spielt mit hinein. Sie sind klarer definiert. Denn die Jugendarbeit ist ein breites Feld und schwer einzugrenzen. „Ich schlüpfe in eine andere Rolle als bisher“, sagt Flierl.
Auch der Bad Windsheimer Dekan Jörg Dittmar freut sich auf die Zusammenarbeit und traut Flierl den Job voll und ganz zu. Wie er auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, war der Wahlausschuss dankbar für eine Vielzahl teils sehr qualifizierter Bewerbungen. Flierl überzeugte letztlich durch seine Erfahrung im Bereich Personalführung, Organisationsmanagement und als Persönlichkeit.
„Als Diakon ist er sowohl pädagogisch wie theologisch ausgebildet“, so Dittmar. Damit kann Flierl den hohen Anforderungen an die Begleitung der Leitungen in den Kitas wie auch der Weiterentwicklung der Einrichtungen und des Geschäftsführungsmodells mit seiner Kompetenz verbinden und christliche Inhalte und religiöse Sensibilität vertiefen.
Das, was Johannes Zintz aufzubauen begonnen hat, möchte Flierl nun weiterführen. Die Etablierung des Kita-Geschäftsführers ist aus seiner Sicht ein Gewinn. „Das ist eine Riesenentlastung für die Kirchengemeinden, die Ehrenamtlichen und die Pfarrerinnen und Pfarrer.“ Ein großer Verwaltungsanteil wird ihnen dadurch abgenommen. Gleichzeitig haben die Leitungen einen Ansprechpartner.
Die neue Aufgabe ist sicherlich herausfordernd, sagt Flierl. „Aber ich freu mich auch einfach drauf.“ Vor allem darauf, sich in ein neues Arbeitsfeld einzufinden. Ideen für sein neues Amt hat Flierl bewusst keine. „Das möchte ich auch nicht.“ Die Fachleute sind die Mitarbeitenden in den Kitas sowie die Kolleginnen die gerade die Geschäftsführung stemmen, Claudia Heinz und Steffi Bender. „Es gilt jetzt erstmal, gut zuzuhören. Zu schauen, was der Bedarf ist, was es überhaupt braucht.“