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Veröffentlicht am 18.02.2024 09:00

Neuendettelsauer unterstützt spanischen Tierschutzverein

Das Tierheim liegt in einem Olivenhain abseits von Córdoba. Es trägt den Namen Refugio (Zuflucht). Und genau das soll es laut dem Verein Tierschutz-Spanien sein: ein Ort der Sicherheit für die Hunde. (Foto: Wernher Geistmann)
Das Tierheim liegt in einem Olivenhain abseits von Córdoba. Es trägt den Namen Refugio (Zuflucht). Und genau das soll es laut dem Verein Tierschutz-Spanien sein: ein Ort der Sicherheit für die Hunde. (Foto: Wernher Geistmann)
Das Tierheim liegt in einem Olivenhain abseits von Córdoba. Es trägt den Namen Refugio (Zuflucht). Und genau das soll es laut dem Verein Tierschutz-Spanien sein: ein Ort der Sicherheit für die Hunde. (Foto: Wernher Geistmann)

Sie gelten als hoch spezialisierte Jäger, feinfühlige und liebevolle Familienmitglieder: Doch abseits der Jagdsaison fristen die Windhunde in Spanien ein Dasein, das von Qualen und Ausbeutung geprägt ist. Der Neuendettelsauer Wernher Geistmann hat jetzt einen Tierschutzverein in Córdoba bei der Arbeit unterstützt.

Von Mitte September bis zum 1. Februar läuft die Hasenjagdsaison in Spanien. In dieser Zeit setzen Jäger die Hunde ein, damit sie die Hasen jagen und tot, aber nicht verletzt zu ihnen bringen. „Früher diente dies der Ernährung der Familie“, sagt Wernher Geistmann. „Heute werden die Hasen liegen gelassen.“ Schon bei der Jagd werden die Hunde schlecht behandelt, teilweise geschlagen.

Nach dem Ende der Saison, dem Dia del Galgo, gehen die Qualen für die Jagdhunde erst richtig los. Bestenfalls werden sie laut Geistmann in einem Tierheim abgegeben. Normalerweise werden sie aber einfach ausgesetzt, in einer Rehala gehalten oder gar in eine Tötungsstation gebracht. Das treffe vor allem die Rüden, sagt Geistmann. Denn die Hündinnen könnten immerhin noch für den Nachwuchs sorgen.

Sammelunterkunft am Ortsrand der Städte

Doch auch in den Rehalas geht es den Tieren nicht wirklich gut. Das sind Sammelunterkünfte am Ortsrand, die in der Regel aus Verschlägen bestehen, die kaum Licht reinlassen. Die Hunde, auch Galgo Español genannt, sind kurz angekettet, stehen teilweise in den eigenen Fäkalien, bekommen nur abgestandenes Wasser und kein Futter.

Erst kurz vor der Jagd werden sie wieder fit gemacht, wie Geistmann weiß. Das spanische Tierschutzgesetz ist bei all dem keine Hilfe. Denn im Rahmen einer Änderung im Jahr 2022 wurden die Jagdhunde aus diesem herausgenommen. „Seitdem gelten sie nur noch als Nutztiere.“

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Vor etwa einem Jahr ist Geistmann durch einen Bericht auf die Situation der Jagdhunde in Spanien aufmerksam geworden. In der Folge hat er eigene Recherchen unternommen, um sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. „Es hat mich nicht mehr losgelassen.“ In einem ersten Schritt hat der Neuendettelsauer eine Futterpatenschaft im deutschen Verein „Tierschutz-Spanien“ übernommen.

Der 2004 gegründete Verein setzt sich für die spanischen Windhunde ein und betreibt bei Córdoba in Andalusien ein Tierheim in Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation Galgo del Sur. Die Beweggründe der Verantwortlichen: „Insbesondere der Galgo Español wird wie weltweit kaum eine andere Hunderasse durch Menschen ausgebeutet, gequält und jährlich werden allein in Spanien Zehntausende getötet.“ Vor Ort arbeiten sieben Tierpfleger und eine Tierärztin. Hinzu kommen immer wieder ehrenamtliche Helfer.

Eine Futterspende reichte nicht

Die Futterpatenschaft wurde Geistmann schnell zu wenig. „Ich wollte vor Ort helfen und das Leid der Tiere ein bisschen lindern.“ Also hat er mit dem Verein Kontakt aufgenommen und im Februar eine Woche ehrenamtlich mitgearbeitet. Das Säubern der Zwinger gehörte unter anderem zu seinen Aufgaben, auch das Spazieren auf dem Gelände, damit die Tiere Bewegung bekommen.

Die Ehrenamtlichen sollen aber auch Zeit mit den Tieren verbringen, ihnen zeigen, dass sie den Menschen vertrauen können. Das alles zeigt Wirkung bei den Tieren, Geistmann erwähnt den Hund Caspar, der zu Beginn seiner Arbeitswoche Angst hatte. Mit der Zeit wuchs aber das Zutrauen, Caspar ließ sich an den Pfoten anfassen und legte sich auch mal zu ihm, um zu schlafen.

Ein Wechselbad der Gefühle

Für den 54-Jährigen war die Woche ein Wechselbad der Gefühle. Denn einerseits hat die Arbeit Spaß gemacht. „Wobei Spaß in diesem Zusammenhang das falsche Wort ist“, betont er. Vielmehr sei er dankbar, dass die Hunde durch die Arbeit, die im Tierheim geleistet wird, wieder Vertrauen fassen und etwas aufblühen. Andererseits sei es bedrückend, wenn man sich die Schicksale der Hunde vor Augen führt, ihre körperliche Verfassung sieht oder die Zustände in den Sammelunterkünften erlebt.

Für Geistmann war die Hilfe wohl keine einmalige Sache. Im Sommer fliegt er wieder nach Andalusien, macht dort Urlaub mit seiner Frau. Dieser will er auch das Tierheim zeigen. Zudem überlegen beide, ob sie einen der Hunde adoptieren. Wenn es zeitlich funktioniert, hat er außerdem vor, im nächsten Jahr wieder im Tierheim mitzuhelfen.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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