Neuendettelsau: 13-Jährige unterstützt Kita-Kinder bei der Sprachentwicklung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.03.2025 17:00

Neuendettelsau: 13-Jährige unterstützt Kita-Kinder bei der Sprachentwicklung

Einmal in der Woche liest Realschülerin Julia Rosa Rang als geschulter Sprachbuddy in ihrer Freizeit Kita-Kindern aus Bilderbüchern Geschichten vor. Dabei wird viel untereinander gesprochen. (Foto: Silvia Schäfer)
Einmal in der Woche liest Realschülerin Julia Rosa Rang als geschulter Sprachbuddy in ihrer Freizeit Kita-Kindern aus Bilderbüchern Geschichten vor. Dabei wird viel untereinander gesprochen. (Foto: Silvia Schäfer)
Einmal in der Woche liest Realschülerin Julia Rosa Rang als geschulter Sprachbuddy in ihrer Freizeit Kita-Kindern aus Bilderbüchern Geschichten vor. Dabei wird viel untereinander gesprochen. (Foto: Silvia Schäfer)

Die 13-jährige Julia Rosa Rang aus Neuendettelsau gehört zum Kreis von Schülerinnen im Landkreis Ansbach, die als Teil des Freiwilligen Sozialen Schuljahres (FSSJ) in ihrer Freizeit Kita-Kinder mit Vorlesen und Erzählen bei der Sprachentwicklung unterstützt.

Julia Rosa Rang ist jeden Dienstagnachmittag für zwei Stunden außerhalb der Schulzeit in der Kita „Grüne Oase“ in Neuendettelsau. Die integrative Kindertagesstätte liegt nicht weit vom Zuhause der Schülerin entfernt. Als sie selbst im Kindergartenalter war, hatte die Einrichtung keinen Platz mehr frei. Deshalb besuchte sie eine andere Kita am Wohnort, erzählt sie. Dass die „Grüne Oase“ jetzt eine feste Einrichtung für ihren ehrenamtlichen Dienst geworden ist, freut die Jugendliche besonders.

Handpuppe „Bella” ist auch dabei

Für die Kinder bringt sie die Handpuppe „Bella“ mit ins Spiel, die sie auf ihren Schoß setzt und in das Vorlesen mit einbindet. Darauf reagieren die Kinder und es entsteht eine lebhafte Aufmerksamkeit. Sie werden in die Lesung mit einbezogen und können auf die Puppe reagieren und mit ihr interagieren. Das Vorlesen bekommt einen ganz anderen Spaßfaktor. Auch für zurückhaltende und schüchterne Kinder.

Die schlagfertige und selbstbewusste Art von „Bella“ kommt bei den Drei- bis Sechsjährigen gut an. Mit ihrem sanften, beweglichen Mund schafft sie Gesprächsanlässe jeglicher Art und wird zur weichen und knuddeligen Freundin, Ratgeberin und Übungspartnerin für Umgangsformen. Etwa wenn ihr die Streicheleinheiten oder die Lautstärke der Kinder zu viel werden.

Kinder im Vorschulalter an Sprache heranführen

Die Realschülerin erlebt sich in der Rolle der Vorleserin als die „Große“, deren Kompetenz von den zuhörenden Kindern bewundert und wertgeschätzt wird. Dies stärkt auch das Selbstwertgefühl der heranwachsenden jungen Frau, die für ihre Aufgabe als „Sprachbuddy“ eigens geschult wurde, um die Kinder im Vorschulalter spielerisch an Sprache und Bücher heranzuführen.

Auch die Kita-Kinder gewinnen in dieser Situation. Sie erfahren das Vorlesen im Kontext einer Begegnung mit einer älteren Jugendlichen, an der sie sich orientieren können. So wird durch das Vorbild der Vorleserin die Motivation der zuhörenden Kita-Kinder gestärkt, das Lesen zu erlernen und eine positive Einstellung für den Schulbesuch zu erwirken.

Innerhalb des Schuljahres wird Julia Rosa Rang insgesamt 80 Stunden ihrer Freizeit dort verbringen. Sie ist auch eine begeisterte Turnerin und liebt das Seilspringen. Momentan muss sie ein bisschen kürzer treten, weil sie sich im Oktober bei den Übungen den Arm gebrochen hat. Sie steckt aktuell in der Vorbereitung auf die Konfirmation. „Mir ist nie langweilig“, sagt die 13-Jährige. Mit Mutter und Bruder geht sie am freien Samstag auch gern in den Kletterwald, zum Bogenschießen oder Billard spielen.

Sie ist eine geschulte Vorleserin

„Ich freue mich jedes Mal auf Dienstag und den Umgang mit den Kindern. Es ist schön, wenn man das Lächeln auf den Gesichtern sieht.“ Es ist für die Schülerin auch eine Möglichkeit zur Berufsorientierung. Ob es einmal eine Tätigkeit mit Kindern sein wird, weiß sie noch nicht. Aber sie will auf jeden Fall „etwas mit Menschen machen“. Aktuell steht bei ihr „Flugbegleiterin“ in der engeren Wahl.

Knapp ein Dutzend junge Menschen sind in diesem Schuljahr unter Anleitung des Sozialunternehmens Diakoneo auf ehrenamtlicher Mission in Kindertagesstätten im Landkreis Ansbach unterwegs. Sie erhalten zum Abschluss auch ein Zertifikat für ihr soziales Engagement und für die geschulte Anwendung unterschiedlicher Kompetenzen.

Nahtlos in den Alltag integrierbar

Denise Kapp von den Diensten für Ehrenamtliche bei Diakoneo Neuendettelsau begleitet die Jugendlichen während ihres gesamten Einsatzes. Für die Durchführung des Freiwilligen Sozialen Schuljahres für Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse zur Inspiration für die eigene Zukunft sind die zugelassenen Träger verantwortlich. Das Projekt „Sprachbuddies“ kam bei Diakoneo in Kooperation durch die Stiftung Kinderförderung von Playmobil neu hinzu, so Denise Kapp.

Im vergangenen Oktober wurden die interessierten Jugendlichen zum Sprachbuddy geschult, um dann aktiv in die Kindertageseinrichtungen eingebunden zu werden. Eine weitere Schulung für Sprachlernspiele soll folgen. Für das Kita-Personal ist es ein Zugewinn, wenn sie einen kompetenten „Sprachbuddy“ nahtlos in den Alltag integrieren können.

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