Die Büchermärkte bei Elops sind Kult, der Elops Offene-Hände-Laden stets gut besucht. In der Elops Fahrrad-Werkstatt gibt es immer was zu tun und wer gute Kleidung oder Haushaltswaren übrig hat, bringt sie zu Elops. Im Jahr 2014 hat die Gemeinschaft am Südring 5 ein neues Zuhause gefunden. Seither ist viel passiert.
Eines vorweg: „Elops” ist ein reiner Fantasiename, entstanden zu Gründerzeiten auf einer Bergfreizeit aus einem Echoruf, wie es auf der Internetseite der Gemeinschaft heißt. Seit 1969 gibt es den Verein bereits, in dem sich Christen zusammen geschlossen haben. Sie sind der Evangelischen Landeskirche in Bayern angegliedert und dem Diakonischen Werk in Bayern angeschlossen.
Und weil Elops ein Verein ist, gibt es auch einen Vorsitzenden. Das ist Thomas Weidemann, verheirateter Vater von drei Kindern, Rechtsanwalt und seit 1973 bei Elops. Er hat die Zeit des Umbruchs begleitet, der vor nunmehr zehn Jahren begonnen hatte. Damals kaufte Elops den Hof am Südring, während sich die Gründungsmitglieder langsam aus den Leitungsfunktionen zurückzogen. So kam viel zusammen und die plötzliche Sichtbarkeit inmitten von Bad Windsheim steigerte die Bekanntheit, die Nachfrage und den Zulauf.
Damit umzugehen, das hätte man erst mühsam lernen müssen, betont Alexander Weiß, der sich ehrenamtlich im Elops-Leitungsteam engagiert. „Wir hatten in dieser Phase viel mit uns selbst zu tun und waren mitunter überfordert, das in eine gute Spur zu bringen.“ Damals gab es ausschließlich Ehrenamtliche, die den Verein mit seinen verschiedenen Aufgabenbereichen und Engagements gestützt und am Laufen gehalten haben. Sie hätten Weiß zufolge „viel investiert“ und versucht, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.
Doch die enorm positive Entwicklung am neuen Standort habe die Verantwortlichen geradezu überrollt, so Weiß. „Wir hatten naiv gedacht, wir machen so weiter wie bisher.“ Doch das sei irgendwann nicht mehr zu leisten gewesen. Also schaute man sich die Strukturen genau an, stellte sich und die eigenen Erwartungen sowie Ziele auf den Prüfstand. Dabei sei schnell klar geworden, dass Ehrenamtliche allein die Verantwortung für die reibungslosen Abläufe der verschiedenen Aufgabenbereiche nicht mehr gewährleisten können.
Also hat man sich dazu entschieden, ein leistungsfähiges Team zu etablieren, das hauptamtlich tätig ist. „Damit der Laden hier läuft, braucht es eine gewisse Stabilität“, betont Weiß. Mit den nun neun Angestellten, die meisten in Teilzeit, plus vier Minijobbern, sei man mittlerweile gut aufgestellt. Doch ohne ehrenamtliche Hilfe gehe es auch aktuell und künftig nicht. Das betont Weiß ausdrücklich und erwähnt, dass weitere Engagierte laufend gesucht werden.
Geändert hat sich nur die Art, wie Freiwillige nun eingesetzt werden. Sie sind nicht mehr dafür verantwortlich, dass die Strukturen funktionieren und kein Sand im Getriebe ist, heißt es. Vielmehr ergänzen und stützen sie das Kernteam. Das mache es für die Ehrenamtlichen sehr viel leichter, sich einzubringen und garantiere zudem, dass sie nicht nach kurzer Zeit wieder abspringen, weil sie sich möglicherweise überfordert fühlen.
Vor nunmehr zwei Jahren waren die neuen Strukturen etabliert worden. Im Frühjahr 2026 will man die Testphase enden lassen und Bilanz ziehen. Und gegebenenfalls nachjustieren. Eines sei Weiß zufolge aber bereits jetzt klar: Es läuft alles in die richtige Richtung.
Wer sich bei Elops engagieren wolle, müsse dem Verein nicht zwangsläufig beitreten und werde auch nicht missioniert. Das zu betonen, ist Weiß wichtig. Mit den Ideen und Zielen von Elops sollte man sich allerdings grundsätzlich identifizieren können. Bedeutet: Man sollte anderen Menschen helfen und sich in den Dienst am Nächsten stellen wollen. Denn auch in Bad Windsheim und Umgebung gebe es viele Menschen, die auf die Elops-Angebote angewiesen sind. Dazu zähle unter anderem der Kauf günstiger Kleidung, Haushaltswaren, Bücher, Möbel und Spielzeug im Offene-Hände-Laden.
Rund 50 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Sie alle haben eines gemeinsam im Blick: die Menschen vor Ort, so Weiß. Denn eine Wahrheit sei nicht von der Hand zu weisen: Dass auch die Bürgerinnen und Bürger in Bad Windsheim und Umgebung große Lasten zu tragen hätten. „Wir können und wollen helfen, diese Lasten mitzutragen.“
Das zu tun, sei denn auch ursprünglich einmal der Antrieb gewesen, Elops zu gründen. Wer hier Vereins-Mitglied sei, verstehe sich als Christ oder eben Christin, erklärt Weiß in diesem Zusammenhang. Und „unter dem Dach der Christen in Bad Windsheim“ biete man eine Möglichkeit, das sichtbar zu machen, woran man glaube. Eine grundsätzliche Frage sei schließlich immer wieder, wie der Glaube praktisch werde? Eines sei Elops aber noch nie gewesen: ein geistlicher Vollversorger. So würde es Mitglieder geben, die gleichzeitig einer der großen Kirchen angehören, sich mitunter sogar im Kirchenvorstand engagieren.
Diese Offenheit soll nun auch durch den neu entstandenen Elops-Raum weiter mit Leben gefüllt werden, der durch den Umbau einer Werkstattfläche entstanden ist. Die Veranstaltungsfläche mit Küche, 120 möglichen Sitzplätzen, guter Akustik und technischer Ausstattung kann für Seminare, Lesungen, Gymnastikgruppen oder Geburtstage gemietet werden. „Wir wollen damit ein Signal in die Region senden und für die gesamte Bevölkerung präsent und sichtbar sein“, erklärt Weiß. Der Elops-Raum soll auf jeden Fall ein neutraler Ort für alle sein.