Der Bad Windsheimer Hospizverein und der Kreisverband des Kinderschutzbundes haben in Bad Windsheim neue Räume bezogen. Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 31. August, wollen die Verantwortlichen sie der Öffentlichkeit präsentieren.
Beide Gruppierungen waren zuvor im Haus der Begegnung (H1) untergebracht. Als die Räume aufgrund der Klosterchor-Sanierung nicht mehr zur Verfügung standen, zogen sie ins Steinhaus in der Kegetstraße um. Doch man sehnte sich nach einem eigenen Domizil.
Angelika Stegmayer, Vorsitzende des Hospizvereins, wurde auf die Räumlichkeiten in der Krämergasse 2 in Bad Windsheim aufmerksam. Zuletzt waren dort ein Kleidungsgeschäft und anschließend ein Kosmetikstudio zu finden. Seit Januar mietet diese Räume nun der Hospizverein.
Der Kinderschutzbund wiederum nutzt die Räume als Untermieter. „Hier treffen sich der Anfang und das Ende des Lebens, wenn man so will”, sagt Gisela Heusinger-Herz, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Über einen Online-Kalender werden Termine beider Gruppen kommuniziert und eingetaktet.
Erste Sitzungen und Besprechungen fanden auch schon statt. Räumlich haben sich die beiden Gruppen etwas aufgeteilt. Das Domizil bietet Möglichkeiten, sich zurückzuziehen, aber auch mit mehreren Personen am Tisch zu konferieren ist gut umsetzbar. Veranstaltungen der beiden Gruppierungen sollen in der Krämergasse stattfinden. Auch eine kleine Küchenzeile gibt es dort. Der wohl größte Vorteil: „Wir sind hier unabhängig”, betont Angelika Stegmayer.
Man habe hier außerdem „eine andere Präsenz”, findet Gisela Heusinger-Herz – alleine schon durch die Schaufenster. Die Wahrnehmung von Menschen sei schlichtweg selektiv, wer von einem Thema nicht betroffen ist, informiert sich oft auch nicht darüber. Außerdem zählen Tod und Sterben nach wie vor zu Tabuthemen, sagt Stegmayer.
Den Hospizverein gibt es seit dem Jahr 2001, die Arbeit der Mitglieder ist rein ehrenamtlich. Zu den Angeboten zählen die Beratung und Begleitung von Schwerstkranken sowie die Unterstützung von Angehörigen. Sieben bis acht Personen stemmen die Hospizbegleitung, erklärt die Vorsitzende.
Auch Trauernde bekommen Hilfe, beispielsweise in Form von Gesprächskreisen. Diese können nun in den neuen Räumen stattfinden. Weiter bietet eine Gruppe aus fast zehn Personen einen Besuchsdienst an. Das Team ist in so gut wie allen Pflegeeinrichtungen in Bad Windsheim präsent und besucht dort Menschen, die keine Angehörigen haben oder sich einsam fühlen.
Im kommenden Jahr organisieren die Hospizvereine Bad Windsheim, Uffenheim und Ansbach zudem gemeinsam einen Hospizbegleiterkurs. Die Plätze wie auch die Kosten werden gedrittelt. Die Teilnehmenden zahlen 250 Euro, sobald sie aber aktiv sind, bekommen sie das Geld zurückerstattet.
Zum Angebot des Kinderschutzbundes zählen unter anderem der Elterntalk, die Leseförderung oder auch Präventionsarbeit. Neu ins Leben gerufen wurde eine Beratungsstelle, die sich zum Ziel setzt, Familien, Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen niederschwellig, schnell und kompetent zu unterstützen. Sie soll ihren Sitz im Domizil in der Krämergasse haben.
Am Kirchweih-Sonntag, 31. August, soll nun von 13 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür in den neuen Räumen stattfinden. An dem Tag ist für Einzelhandelsgeschäfte auch verkaufsoffen, weshalb die Verantwortlichen auf Publikumsverkehr hoffen.
Beide Gruppierungen wollen über ihre Arbeit informieren. Der Hospizverein plant eine Mitmachaktion zum Thema: Was soll von mir bleiben, wenn ich sterbe? Der Kinderschutzbund will unter anderem Glitzer-Tattoos anbieten. Auch ein Glücksrad soll es geben. Zudem hoffen beide Vereine darauf, neue Ehrenamtliche für sich zu begeistern.
Wer Kontakt zum Hospizverein aufnehmen will, erreicht diesen unter der Telefonnummer 0175/8031819. Kontakt zur neuen Beratungsstelle des Kinderschutzbundes ist über die Telefonnummer 0160/4962410 möglich.